Projektsteuerer Manfred Kleile (Vierter von links) und Bürgermeister Clemens Götz (Fünfter von links) freuen sich mit den Projektbeteiligten über den Abschluss der Erschließungsarbeiten im Wohngebiet "Brunnenstraße".Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Gebiet "Brunnenstraße" an Gemeinde übergeben / Nahwärme- und Glasfaseranschluss

Vor zwei Jahren wurde der Bebauungsplan für das Baugebiet "Brunnenstraße" in Neuhengstett beschlossen. Nach etwa 18 Monaten und knapp drei Millionen Euro an Ausgaben sind die Erschließungsarbeiten fast abgeschlossen – sehr zur Freude der Verwaltung. Denn im Frühjahr könnten schon die ersten Häuser gebaut werden.

Althengstett-Neuhengstett. Für so einen Meilenstein war es ein sehr überschaubarer Rahmen. Wegen Corona fand sich nur knapp ein Dutzend Personen zur feierlichen Schlüsselübergabe am Freitag in der Brunnenstraße ein, vor allem aber Projektbeteiligte. Der Hochstimmung von Bürgermeister Clemens Götz tat dies jedoch keinen Abbruch. "Ich freue mich sehr, das Baugebiet in Empfang nehmen zu dürfen", so Götz in einer kurzen Ansprache. Seit Jahrzehnten sei von diesem Neubaugebiet in Neuhengstett die Rede. Nun habe man es endlich umgesetzt. Es sei das größte Baugebiet, das in der Gemeinde seit den Neunzigern ausgewiesen wurde. Die Erwartungen seien zu recht hoch. Man habe ein hochwertiges Areal mit Nahwärme- und Glasfaseranschluss geschaffen.

Der Bürgermeister war voll des Lobes für alle Beteiligten. Besonders richtete er dies an Ortsvorsteher Gerhard Dietz, welcher sich unermüdlich für das Projekt eingesetzt habe. Auch dem Ortschafts- und Gemeinderat sprach er seinen Dank aus. Die Ausführenden hätten ebenfalls eine hervorragende Arbeit geleistet.

Die Firma Morof, so Götz, habe unter zeitlichen, qualitativen und finanziellen Gesichtspunkten eine top Arbeit abgeliefert. Vor allem Petra Jungk hätte sich als kompetente Ansprechpartnerin erwiesen. Auch für das Fachplanungsbüro Klinger und Partner hatte er warme Worte übrig, ebenso für das Ortsbauamt. Und auch bei den Anwohnern bedankte sich Götz. Diese seien durch die vielen Baumaßnahmen in ihrer Nachbarschaft belastet worden. Projektsteuerer Manfred Kleile von "Geoteam" wurde ebenso vom Bürgermeister gelobt.

Vorarbeit mit Dampfwalze verglichen

Kleile fasste die vergangenen anderthalb Jahre zusammen. "Wie eine Dampfwalze" habe sich die Firma Morof "Am Graben" und "Am Schlaichdorn" vorangearbeitet. Er sei stolz, dass man den Zeitplan habe einhalten können. Und das, obwohl auch noch der Bau eines Fernwärmenetzes dazu kam, welcher anfangs so nicht mit eingeplant war. Auch Kleile hatte ein großes Lob für alle Beteiligten übrig Anschließend überreichte er Götz einen symbolischen Schlüssel für das Baugebiet. Auch wenn es noch nicht ganz fertig sei, wie er anmerkte. Die abschließenden Belagsarbeiten und die Bepflanzung müssten witterungsbedingt noch warten.

Das Neubaugebiet umfasst gut 42 000 Quadratmeter und etwa 100 Bauplätze. Der Gemeinde gehören knapp 70 Prozent dieser Fläche. Zehn dieser Bauplätze wurden mittlerweile nach einem vom Gemeinderat beschlossenen Punktesystem vergeben. Dadurch kämen 25 Kinder nach Neuhengstett, natürlich mit ihren Eltern, freute sich Ortsvorsteher Dietz. Genauso habe man sich das vorgestellt. Durch die frühe Vergabe sei eine Abgabe der Bauanträge noch in diesem Jahr möglich. So könnten die Bauplatzbesitzer schon im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen. Für sie gebe es außerdem am 19. Dezember eine Informationsgelegenheit im Rathaus.

Zehn weitere Bauplätze "in gleicher Qualität" würden im Frühjahr vergeben, kündigte Dietz an. Vergeben werde nach den selben Kriterien. Auch die zwei anderen großen Bauvorhaben für Mehrfamilienhäuser durch Paulus-Wohnbau und IW Plan scheiterten voran.

Über eine Fläche am südlichen Ende des Baugebietes, oberhalb des Kindergartens, herrscht noch Unklarheit. Im Plan auf dem großen Schild vor Ort sind hier fünf Gebäude eingezeichnet. Dies seien aber bloß Platzhalter, so Dietz. Der Verwaltung schwebten hier Häuser mit Mischformen von Mehrgenerationenwohnen sowie Tagespflege vor.

Generell sei dort aber vieles denkbar. Der Gemeinderat und der Ortschaftsrat müssten sich damit aber noch beschäftigen und sich für eine Variante entscheiden. Er wolle da nicht vorgreifen.

Eines ist aber jetzt schon sicher: Neuhengstett bekommt durch das nun verfügbare Baugebiet in absehbarer Zeit bis zu 300 neue Einwohner.

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