Bald zwei Jahre ist es her, dass die Pläne für das Alte Tonhallenareal im Gemeinderat vorgestellt wurden. Im kommenden Monat soll nun der nächste Schritt für die Bebauung des verwaisten Geländes erfolgen.
Villingen-Schwenningen - Die brachliegende Fläche am Rande der historischen Innenstadt – und damit in bester Lage von Villingen – soll die längste Zeit unbebaut gewesen sein. Gleich zwei Projekte sollen dort in den kommenden Jahren realisiert werden. Wann dort tatsächlich die Bagger anrücken können, um die Neubauten zu realisieren, ist noch nicht gänzlich geklärt, aber in den kommenden Wochen werden die nächsten Schritte auf den Weg dorthin erfolgen.
Die Pläne
Eine Mischung aus Handel, Hotel, Gastronomie und Wohnen soll für eine Belebung des Filetstücks und gleichzeitig für den Brückenschlag von der Innenstadt hin zum Ufer der Brigach sorgen. Mit ihrem Konzept hierzu konnte der Projektentwickler, die S&P Commercial Development GmbH, die Stadträte im Mai 2020 überzeugen.
Doch was genau ist geplant? Angedacht ist ein Gebäudeensemble aus einem dreigeschossigen Hotel mit einem Lebensmittelladen und einem Wohngebäude mit ebenerdigem Drogeriemarkt und Gastronomie, wie die Architekten von ATP aus München erklären.
Dazwischen soll es einen begrünten Weg geben, der die Achse von der Fußgängerzone der historischen Innenstadt zur Flaniermeile entlang der Brigach schlägt. Und die Planer sind überzeugt: "Die Öffnung des Hotels und der Gastronomiebetriebe zum Fluss und die neu angelegten Terrassen am Ufer verstärken den Erholungswert des Areals und laden zum Verweilen ein."
Der aktuelle Stand
Derzeit wird insbesondere hinter den Kulissen an der Realisierung des Projekts gearbeitet. Hierzu fanden, als einzige sichtbare Maßnahme, im vergangenen Juni Baugrunduntersuchungen statt. "Das Projekt beim Alten Tonhallenareal befindet sich derzeit in der konkreten Planungsphase", erklärt Kirsten Bauseler, zuständig für die Unternehmenskommunikation von S&P, auf Anfrage unserer Redaktion. Man stehe derzeit in sehr engen Austausch mit der Stadt, "um die Planung an die Standortgegebenheiten anzupassen".
Ins Detail möchte Bauseler dabei noch nicht gehen, denn in den kommenden Ausschusssitzungen Anfang März sollen weiterführende Beschlüsse für die weitere Planung gefasst werden. Folglich müsste sich der Technische Ausschuss bei seinen nächsten Beratungen am 8. März sowie der Gemeinderat in der Sitzung am 16. März damit beschäftigen.
Das Amtsgericht
Der Komplex ist jedoch nicht das einzige Projekt, welches auf dem Areal realisiert werden soll. Denn auf dem südlichen Teil des Geländes plant das Land Baden-Württemberg einen Neubau, um mehrere Außenstellen des Amtsgerichts zusammenzufassen. Einen Einblick in den derzeitigen Sachstand gibt Thomas Steier, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Konstanz.
Demnach seien im vergangenen Monat die Planungen europaweit ausgeschrieben worden. Bereits Ende April sollen dann als erster Schritt die Planungen für das Tragwerk und die technische Gebäudeausrüstung vergeben werden. Steier: "Für die Vergabe der Architektenleistungen ist ein Verhandlungsverfahren mit vorausgehendem Teilnahmewettbewerb und der Erstellung einer Lösungsskizze vorgesehen." Im Mai soll seinen Angaben zufolge die Auftragsvergabe im Bereich Objektplanung erfolgen – allerdings nur, wenn es zu keinen Einsprüchen oder Rügen eines Mitbewerbers kommt.
Bis es dann aber wirklich mit dem Bau losgeht, werden noch mehrere Jahre vergehen. Denn die Planung werde erst zur Genehmigung dem Ministerium für Finanzen vorgelegt, damit das Projekt anschließend in den Entwurf des Staatshaushaltsplans 2025/2026 einfließen könne. Dieser müsse dann vom Landtag verabschiedet und genehmigt werden. "Mit dem Bau begonnen werden könnte im Jahr 2025, vorausgesetzt, auch das Planungsrecht für das Alte Tonhallenareal ist gegeben", so der Amtsleiter. Denn zunächst muss der Gemeinderat den entsprechenden Bebauungsplan für das gesamte Gelände verabschieden. Ohne diesen, kann weder der Hotel-, Handels- und Wohnkomplex, noch das Amtsgericht dort realisiert werden. Doch dabei handelt es sich in der Regel um eine Formsache – die jedoch ebenfalls bürokratische Hürden überwinden muss. Das Grün des Filetstücks wird also noch eine Zeitlang bleiben.