Liegt das Neubau-Projekt auf dem Alten Tonhallenareal in Villingen wieder im Sterben? Auch der x-te Anlauf, das Filetstück zu bebauen, scheint offenbar zu scheitern. Das sagen Stadt und der Investor zum aktuellen Stand.
Bereits im März hatte unsere Redaktion verkündet, dass das Projekt auf dem Areal der Alten Tonhalle offenbar wackelt, nun dringen Informationen einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderates nach außen, wonach sich die Stadt von den Bebauungsplänen verabschiedet.
Geplant war, dass auf der brachliegenden Fläche der Entwurf der S&P Commercial Development GmbH umgesetzt wird: Ein Komplex mit Handelsflächen (als Mieter hatten bereits Edeka und DM zugesagt), Hotel (140 Zimmer) sowie Mietwohnungen und Gastronomie. Vier Jahre lang feilten die Verantwortlichen an der Realisierung des Vorzeigeprojekts – bis es recht ruhig wurde.
Dann ließen Aussagen des Investors aufhorchen. Man müsse „alle Projektparameter prüfen“, hieß es. Grund dafür: natürlich die veränderte Rahmenbedingungen im Bausektor. Die Wirtschaftlichkeit von Bauprojekte habe sich „deutlich verschoben“, das liege an der veränderten Zinssituation, den Baukostensteigerungen und dem pausierende Transaktionsmarkt. Trotzdem habe man weiter Interesse dran, das Projekt zum Ziel zu bringen.
Gesprächsbedarf zwischen Stadt und Investor
Auch auf erneute Anfrage angesichts der neuen Informationen aus dem Gemeinderat hält S&P an den Aussagen fest. Pressesprecherin Kirsten Bauseler: „Wir sind weiterhin an einer Realisierung des Projekts interessiert und haben zur gemeinsamen Abstimmung einen weiteren Gesprächstermin mit der Stadt vereinbart.“ Sobald es „konkrete Ergebnisse“ gebe, wolle man sich dazu äußern.
Den gleichen Sprech gibt auch die Stadtverwaltung nach außen. Diese sei, wie Pressesprecherin Madlen Falke erläutert, weiterhin in Gespräch mit dem Investor S&P. Dieser sei auf die Stadtverwaltung zugekommen, „um verschiedene vertragliche Details nachzuverhandeln“, die Verhandlungen würden weiter andauern. „Eine Übereinkunft ist notwendig, um den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan herbeizuführen“, so Falke. Hierfür werde es zeitnah einen weiteren Gesprächstermin zwischen der Stadtverwaltung und dem Investor geben.
Planungen für Amtsgericht laufen weiter
Klar scheint: Es gibt definitiv einen größeren Gesprächsbedarf zwischen Stadt und S&P. Ob es weiter Hoffnung für das Projekt gibt, darf allerdings angezweifelt werden.
Davon nicht betroffen ist hingegen der Neubau des Amtsgerichts auf dem nördlichen Teil der Fläche. Hierfür wurde, wie Sieglinde Neyer-Bedenk als Leiterin des Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg Konstanz erklärt, die Entwurfsplanung fertiggestellt.
Die Haushaltsunterlagen befinden sich ihren Angaben zufolge derzeit beim Ministerium für Finanzen. „Die weiteren Entscheidungen zum Staatshaushaltsplan durch den Landtag bleiben abzuwarten“, so Neyer-Bedenk. Vor Ende des Jahres können nicht prognostiziert werden, wann möglicherweise mit dem Bau begonnen werden kann.