Das Land will das alte Pfarrhaus in Langenbrand verkaufen. Foto: Wolfgang Krokauer

Das Land Baden-Württemberg will das alte Pfarrhaus in Langenbrand verkaufen. Es schrieb die Immobilie aus. Das kam heraus.

Eine Weile wurde das alte Pfarrhaus in Langenbrand über gängige Immobilienportale ausgeschrieben, so unter anderem auf Immobilienscout24. Als Kaufpreisvorstellung nannte das Land einen Betrag in Höhe von 480.200 Euro.

 

Im Portal Immobiliensout24 bekamen Interessenten einige Informationen zu dem Anwesen. So wurde das Gebäude 1914 errichtet und ist renovierungsbedürftig.

Stellen notdürftig ausgebessert

Dass an dem Haus einiges zu tun sein wird, ist schon an der Fassade ersichtlich. Einige Stellen sehen notdürftig ausgebessert aus.

Das alte Pfarrhaus hat elf Zimmer und 280 Quadratmeter Wohnfläche. Das Grundstück ist 1174 Quadratmeter groß. Das Anwesen hat eine Garage.

Das alte Pfarrhaus in der Salmbacher Straße 34 in Langenbrand hat auch eine Garage. Foto: Wolfgang Krokauer

Auf Immobilienscout24 wurde das alte Pfarrhaus als „charmantes, freistehendes Wohngebäude mit großzügiger Raumstruktur und weitläufigem Grundstück“ angepriesen: „Das denkmalgeschützte Gebäude bietet vielfältiges Potenzial für individuelle Nutzung und Gestaltung.“

In dem Exposé wird auch die ruhige, naturnahe Lage im südöstlichen Ortsrand von Langenbrand gelobt.

Teilweise sei die Ausstattung aus der Bauzeit erhalten, so unter anderem Holzböden und Holzvertäfelungen. Die technische Ausstattung entspreche überwiegend dem Stand der 1970er-Jahre.

Die Frist zur Abgabe von Angeboten endete am 15. Mai, teilte Christian Lindinger mit. Er ist Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Pforzheim. Das Amt untersteht dem Finanzministerium.

Unsere Redaktion fragte nach, wie viele Angebote bislang eingingen, ob sie sich im Bereich der Preisvorstellung des Landes bewegen und bis wann der Notarvertrag mit einem Käufer unterschrieben sein könnte.

Objekt wird erneut ausgeschrieben

„Die eingegangenen Unterlagen wurden zwischenzeitlich intern geprüft“, teilte Lindinger auf Anfrage mit: „Im Ergebnis wurde entschieden, das Objekt erneut auszuschreiben.“

„Zu einzelnen Angeboten, zur Anzahl eingegangener Gebote sowie zu internen Verfahrensdetails erteilen wir darüber hinaus derzeit keine weiteren Auskünfte“, so Lindinger: „Ein Zeitpunkt für einen möglichen Notartermin kann daher aktuell nicht benannt werden.“

Einst Unterkunft für Flüchtlinge

Einst gehörte das alte Pfarrhaus der Kirche. Dann kaufte es das Land Baden-Württemberg. Das Land wiederum vermietete Teile des Gebäudes an die Gemeinde Schömberg. Die Kommune nutzte es als Flüchtlingsunterkunft.

Gemeinderat Tino Bayer (MUZ) hatte sich im vergangenen Sommer darüber beklagt, dass das Anwesen in einem verheerenden Zustand sei. Als dort Flüchtlinge untergebracht gewesen seien, habe er sich mit ihnen stets um ein ordentliches Aussehen gekümmert, sagte er seinerzeit. Bayer engagiert sich in Schömberg im Arbeitskreis Asyl.

Die Situation habe sich aber geändert, sagte Bayer in einer Ratssitzung Anfang des Jahres: „Die Pflegeintervalle werden eingehalten.“ Angesichts der Verkaufsabsicht des Landes freute sich Bayer in dieser Sitzung darüber, dass dort Wohnraum entstehe und Schömberg neue Einwohner bekomme.

Unter Denkmalschutz

Langenbrands Ortsvorsteher Reiner Keppler warnte aber vor solchen Aussagen. Es sei nicht klar, was ein möglicher Käufer plane. Zu behaupten, dass dort Wohnraum entstehe, sei „fahrlässig“: „Das Haus steht unter Denkmalschutz.“