Das alte Pfarrhaus in Langenbrand steht zum Verkauf. Foto: Thomas Fritsch

Das alte Pfarrhaus in Langenbrand gehört dem Land. Das will das Gebäude verkaufen. Es ist inzwischen auf dem Markt. Welche Preisvorstellungen hat das Land?

Das alte Pfarrhaus in Langenbrand hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Gebäude gehörte einst der Kirche. Dann kaufte es das Land Baden-Württemberg.

 

Das Land wiederum hatte Teile des Gebäudes an die Gemeinde Schömberg vermietet. Die Kommune nutzte es als Flüchtlingsunterkunft. Auch die Kirchengemeinde war Mieter, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, im vergangenen Sommer mit. Der Mietvertrag der Gemeinde Schömberg ging von August 2015 bis August 2024.

Einst Unterkunft für Flüchtlinge

Gemeinderat Tino Bayer (MUZ) hatte sich im vergangenen Sommer darüber beklagt, dass das Anwesen in einem verheerenden Zustand sei. Als dort Flüchtlinge untergebracht gewesen seien, habe er sich mit ihnen stets um ein ordentliches Aussehen gekümmert, sagte er seinerzeit.

Die Situation habe sich aber geändert, sagte Bayer in einer Ratssitzung Anfang des Jahres: „Die Pflegeintervalle werden eingehalten.“

Dass das Anwesen gepflegt wird, ist nötig. Schließlich will das Land das Gebäude mit dem Grundstück verkaufen. Auf die Vergabe eines Erbbaurechts verzichtet es, teilte Christian Lindinger zu Beginn des Jahres auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Lindinger ist Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Pforzheim. Das Amt untersteht dem Finanzministerium.

Bayer begrüßte den Verzicht des Landes auf ein Erbbaurecht. Er erinnerte bei einer Ratssitzung zu Beginn des Jahres jedoch daran, dass das Gebäude fast zwei Jahre leer stehe. Er fragte, warum solche Prozesse so lange dauerten.

Bayer freute sich in dieser Sitzung darüber, dass dort Wohnraum entstehe und Schömberg neue Einwohner bekomme.

Unter Denkmalschutz

Langenbrands Ortsvorsteher Reiner Keppler warnte aber vor solche Aussagen. Es sei nicht klar, was ein möglicher Käufer plane. Zu behaupten, dass dort Wohnraum entstehe, sei „fahrlässig“. „Das Haus steht unter Denkmalschutz“, gab Keppler zu bedenken.

Noch nebulös ist die Zukunft des alten Pfarrhauses in Langenbrand. Foto: Wolfgang Krokauer

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Immobilie in einen Dornröschenschlaf fällt. In Schömberg gibt es einige Objekte, deren künftige Nutzung unklar ist.

„Das Objekt wurde zwischenzeitlich öffentlich ausgeschrieben und wird über gängige Immobilienportale, insbesondere Immobilienscout24, vermarktet“, so Lindinger auf Nachfrage unserer Redaktion.

Wie viel Geld will das Land für das Gebäude? „Der veröffentlichte Kaufpreis in Höhe von 480.200 Euro stellt eine Kaufpreisvorstellung dar. Interessenten haben im Rahmen des Verfahrens die Möglichkeit, ein entsprechendes Angebot abzugeben“, teilte Lindinger auf Nachfrage mit.

Die Frist zur Abgabe von Kaufpreisangeboten ende am 15. Mai.

1914 errichtet und renovierungsbedürftig

Im Immobilienportal Immobilienscout24 gibt es weitere Informationen zum Anwesen. So wurde das Gebäude 1914 errichtet und ist renovierungsbedürftig.

Dass an dem Gebäude einiges zu tun sein wird, ist schon an der Fassade ersichtlich. Manches sieht notdürftig ausgebessert aus.

Das alte Pfarrhaus hat elf Zimmer und 280 Quadratmeter Wohnfläche. Das Grundstück ist 1174 Quadratmeter groß und hat eine Garage.

Ansonsten wird es auf Immobilienscout24 als „charmantes, freistehendes Wohngebäude mit großzügiger Raumstruktur und weitläufigem Grundstück“ angepriesen: „Das denkmalgeschützte Gebäude bietet vielfältiges Potenzial für individuelle Nutzung und Gestaltung.“

Auch die ruhige, naturnahe Lage im südöstlichen Ortsrand von Langenbrand wird auf dem Exposé gelobt.

Teilweise sei die Ausstattung aus der Bauzeit erhalten, so unter anderem Holzböden und Holzvertäfelungen. Die technische Ausstattung entspreche überwiegend dem Stand der 1970er-Jahre.