Matthias Jarcke, zweiter Vorsitzender der Denkmalfreunde Waldlust, und Claus Christof Gebhardt, Initiator der ersten Freudenstädter Waldlust-Kunst, blicken auf den Kunstsommer zurück. Die Kaufabsichten des Vereins bestehen indes weiter.
Zufrieden mit dem Erfolg aber auch ein wenig erschöpft nach einem einsatzreichen Kunstsommer blicken Matthias Jarcke, zweiter Vorsitzender der Denkmalfreunde Waldlust, und Claus Christof Gebhardt, Initiator der ersten Freudenstädter Waldlust-Kunst, auf die Zeit zwischen Anfang Juni bis Ende September zurück.
Noch ein letztes Wochenende war das alte Luxushotel im Mittelpunkt des Interesses gestanden mit vielen Besuchern auch aus den Räumen Stuttgart, Karlsruhe Freiburg oder München. Sie waren gekommen, um das seltene Zusammenspiel von junger Kunst in alten, ehrfurchtsheischenden Räumen zu erleben.
Diese Kombination, so meinen Gebhardt und Jarcke im Gespräch mit unserer Redaktion, habe auch den Weg gezeigt, worin die Zukunft der „Waldlust“ liegen könnte: in einem Haus der Begegnung, der jungen Kunst mit Ateliers, Räumen zum Versuchen und Ausstellen, für Tagungen und Events. In diesen Tagen wird dort auch wieder eine Hochzeit gefeiert. Die „Waldlust“ könnte auf diesem vielseitigen Weg Alleinstellungsstatus erwerben.
Projekt mit der Gartenschau ist angedacht
Allerdings: Einen Kunstsommer wie 2024 mit insgesamt rund 3000 Besuchern wird es wohl nicht mehr geben. Dafür seien die Anstrengungen von etwa 15 Ehrenamtlichen über sämtliche Wochenenden eines Sommers trotz aller Begeisterung zu viel gewesen. Das könne man nicht jedes Jahr stemmen. Für den kommenden Sommer ist ein Projekt mit der Gartenschau angedacht. Doch die Visionen gehen weiter. Gebhardt denkt daran, die Schiene der für das Hotel typischen Musik der 20er-Jahre zu verlängern und die Kooperation mit Hochschulen zu vertiefen.
Bei den Stuckateuren hat das schon geklappt. Mit deren erstem Projekt vor wenigen Wochen wurde in der „Waldlust“ ein Wert von einer viertel Million Euro geschaffen. Jetzt wurde diese Zusammenarbeit für fünf weitere Jahre vereinbart. Jarcke könnte sich durchaus vorstellen, dies auch mit anderen Berufsgruppen zu versuchen.
Gespräche zwischen Denkmalverein und OB
Mit dem Kunstprojekt sei, so Gebhardt, etwas Wichtiges mit starker Außenwirkung gelungen. Jetzt sollte versucht werden, „aus dieser einzigartigen ‚Waldlust‘, aus diesem Riesenpfund für Freudenstadt, eine eigene Marke zu schaffen“.
Bereits im Vorfeld hatte es Gespräche zwischen dem Denkmalverein und Oberbürgermeister Adrian Sonder und Bürgermeister Wolfgang Fahrner gegeben. In öffentlicher Sitzung an diesem Dienstag – so war es vorgesehen – stellte Matthias Jarcke dem Gemeinderat Konzeptideen darüber vor, wie es mit dem Hotel weitergehen könne. Dazu erhofft sich der Verein künftig zumindest ideelle Unterstützung von der Stadt.
Die Denkmalfreunde bemühen sich nach seinen Worten weiterhin, die historische „Waldlust“ zu kaufen. Dazu gebe es wieder Gespräche. Die Anlage solle aber nicht als Hotel geführt werden, sondern soll – wie skizziert – als Ort der Begegnung dienen, eventuell mit einem Café, eventuell auch mit Seminarräumen und einfachen Übernachtungsmöglichkeiten. All das soll am 15. November der Mitgliederversammlung der Denkmalfreunde präsentiert werden.