Eine Fürstenberger Familie hält die alte Tradition hoch. In der Moste wird das eigene Obst verarbeitet.
In der Mosterei in Fürstenberg packt die gesamte Familie Preis mit an und sorgt in der Region für frischen Most und Saft. In einer Mitteilung informiert die Stadtverwaltung Hüfingen darüber, wie sich die Mosterei entwickelt hat.
Im Jahr 2001 fing alles an, als Familie Preis die Fürstenberger Moschte an der Zähringerstraße auf Anraten des damaligen Ortsvorstehers Bernd Uphaus in einem eher schwierigen Zustand übernahm. „Im Jahr 2017 haben wir die Moschte wieder auf Vordermann gebracht und modernisiert. Im Gegensatz zu früher kann heute mit der Anlage die siebenfache Litermenge abgefüllt werden, sodass wir rund 700 Liter Most pro Stunde erzeugen können“, erzählt Matthias Preis.
Jedes Jahr schmeckt der Most anders
Die familiengeführte Moschte ist ein Geheimtipp unter den Apfelsaft-Liebhabern, denn hier wird das eigene Streuobst dann auch zum eigenen Most verarbeitet.
Herumgesprochen hat sich diese Besonderheit bei vielen Kunden und so kommen diese von weit her. Ob vom Hegau, aus dem Schwarzwald, aus dem Raum Stuttgart oder natürlich von der Baar, denn in immer mehr Dörfern wird leider nicht mehr gemostet. „Jedes Jahr schmeckt der Most anders, denn der Apfel bringt die Säure, die Birne bringt die Süße, die Quitte bringt den Geschmack und die Traube schmeckt süß und saftig mit einem intensiven fruchtigen Aroma“, weiß Carola Preis zu berichten.
Für das gemeinsame Hobby „Moschten“ investiert das vierköpfige Team nicht nur in den Moscht-Zeiten von Anfang September bis Ende Oktober immer freitagabends und samstags viel Zeit und Leidenschaft. Während des Jahres werden die Gerätschaften wie Presse und Abfüllbehälter gewartet und repariert. Der Apfelsaft wird in drei Liter, fünf Liter und zehn Liter „Bag-in-Boxen“ abgefüllt und steht das ganze Jahr über zum Verkauf bereit.
Mindestens 80 Kilo für die Pressung nötig
„Sie möchten nicht die kommerziellen Erzeugnisse von großen Saftherstellern, sondern ihren eigenen Saft aus eigenen Früchten, das ist bei uns möglich. Ab einer Mindestmenge von 80 bis 100 Kilogramm kann bei uns gemostet werden“, so Jonas Preis. Während rundum die Kunden warten, riecht es nach Süßmost und wohin man schaut, warten Äpfel in Säcken, Eimern und Kisten darauf, in die Presse zu wandern.
Die Maische kann gebrannt werden
„Im ersten Schritt werden die Äpfel im Wasserbad gewaschen, dann gelangen sie über ein Zuführband in die Mühle, welche die Äpfel ganz klein mahlt. Im Anschluss daran werden diese dann ausgepresst und im letzten Schritt wird der dadurch gewonnene Saft auf circa 82 Grad erhitzt. Dieser Vorgang ist das Pasteurisieren“, erläutert Ann-Katrin Preis.
Danach wird der Saft in die „Bag-in-Boxen“ verpackt, aus denen der Saft direkt durch einen Auslaufhahn ins Glas abgefüllt und getrunken werden kann. Die beim Mosten produzierte Obstmaische wird zum Brennen gegeben und dient als Grundlage für die Herstellung von Obstbränden und anderen vergorenen Getränken. Das ganze Jahr über kann bei Familie Preis in Fürstenberg Likör und Schnaps gekauft werden.
Kontakt für die Terminvereinbarung: Familie Matthias und Carola Preis, Heinrich-von-Fürstenberg-Straße 29, 78183 Hüfingen-Fürstenberg, Telefon: 0771 63159.
Most
Altes Handwerk
Der Begriff wird regional unterschiedlich verstanden. Als Most wird ein Fruchtsaft bezeichnet, insbesondere in Form von Obstwein aus Äpfeln und Birnen. Es kann aber, abhängig vom örtlichen Sprachgebrauch, unvergorener Saft gemeint sein. Der typische Alkoholgehalt von Apfel- und Birnenmost beträgt sechs bis acht Prozent und liegt damit zwischen den Werten von Bier und Wein. Most ist schon seit der Zeit der Kelten bekannt. Diese nutzten das Getränk einst auch zur Förderung der Verdauung.