Helfer gewinnen beste Buchenholzkohle und fahren sie in die Lagerhalle.
Der Auszug des Kohlenmeilers in Maisenbach-Zainen, das heißt, die Ernte der Holzkohle, war eigentlich bereits für den 12. Oktober geplant. Doch für diese Aktion ist eine trockene Witterung erforderlich und die passte erst am darauffolgenden Samstag. So lange wurde der Meiler, den Franz Fuchs zum vierten und, nach seiner Aussage, definitiv letzten Mal abgebrannt hatte, mit einer weißen Folie geschützt.
Der Meiler wurde am 30. Mai zu Beginn des Kohlenmeilerfests entzündet und kokelte während der neun Festtage.
Im Kohlenmeiler sind Monate nach Abschluss der Verkohlung keine Glutnester mehr zu erwarten. Aber der Meiler entzündete sich noch zweimal. Im Juni und im Juli, das heißt drei und fünf Wochen nach dem Fest wurde ganz zufällig festgestellt, dass es aus dem Meiler rauchte. Deshalb wurde nochmals mit weiterer Lösche abgedichtet.
Lösche besteht aus überwiegend Holzkohlenbrösel (Griesel), also Reste des Vorgängermeilers und aus Erde. Diese Masse wurde mit Wasser angereichert und wie ein Verputz auf die Strohschicht über dem Holz aufgebracht. Aufgabe der Lösche ist es außerdem, den Meiler vor Wind und Wetter zu schützen.
Junge Helfer
Am Tag des Auszugs fand sich zusammen mit den beiden Ortschaftsräten Franz Fuchs und Fritz Steininger eine überwiegend jugendliche Helferschar, ausgestattet mit Rechen, Schaufeln und Schubkarre, ein. Einige der Jugendlichen waren bereits beim ersten Kohlenmeiler aktiv dabei.
Zunächst musste die 15 bis 20 Zentimeter und gegebenenfalls noch dickere Löscheschicht entfernt werden. Sie hatte dieses Jahr aufgrund des vielen Regens die Konsistenz von hartem Speisemörtel.
Ein Teil des Arbeitsteams einschließlich der beiden Ortschaftsräte stand im Meiler und schaufelte die Kohle frei. Eine Staubwolke umschloss sie.
Was macht die Holzkohle aus dem Kohlenmeiler so besonders? Lina Lutz, Enkelin von Fuchs, kennt sich aus und sucht einige farbige Musterstücke heraus. Die fertige Kohle sieht in der Hand beeindruckend aus. Der bläuliche Schimmer weist auf eine Verkohlungstemperatur von mindestens 400 Grad hin.
Metallischer Klang
Die handwerkliche Holzkohlenherstellung im Meiler unterscheidet sich grundlegend von der konventionellen, die in einem Container erfolgt, erklärt Steininger.
Das Ergebnis aus dem Meiler ist im Idealfall reiner Kohlenstoff. Das „Klingeln“, das heißt der metallische Klang aufeinander gestoßener Stücke gilt als Gütekennzeichen. Natürlich verkohlt nicht jedes Holzstück idealtypisch. Diese Teile werden anderweitig verwertet.
Die perfekte Holzkohle brennt heißer und doppelt so lange wie die Containerware. Das Arbeitsteam schaufelte im-mer mehr Holzkohle heraus. Weitere Helfer übernahmen und füllten jeweils drei Kilogramm Papiersäcke mit der Aufschrift „Beste Buchenholzkohle aus dem Kohlenmeiler 2024“.
Übrigens: Zuschauer trauten sich kaum auf die Wiese hinter der Kirche. Schon bald fuhr der Lastwagen mit den ersten 100 Säcken in Richtung Lagerhalle ab. Drei weitere volle Fuhren folgten im Laufe des Nachmittags. Ein Ergebnis, mit dem Fuchs und sein Team sehr zufrieden sind.
Die neue Lösche wurde in bewährter nachhaltiger Manier wieder zurück zur nahe gelegenen drei bis drei Meter dicken Kohlplatte nahe der Kohlplattenhütte transportiert. Dort verläuft auch die neue Augenblicksrunde Bad Liebenzell–Beinberg.
Die Säcke werden wieder für 15 Euro pro Stück angeboten. Interessierte dürfen mit Franz Fuchs unter der Telefonnummer 0172/7 69 00 72 Kontakt aufnehmen.