Wer beruflich kürzer tritt, sollte rechnen. Denn Teilzeit wirkt sich auch auf die spätere Rente aus. Foto: Klose

Beratungsangebote annehmen und Finanzen immer wieder auf den Prüfstand stellen

Im Job von Voll- auf Teilzeit: Wer dies bewusst plant und finanziell vorsorgt, muss im Alter in Sachen Geld keine Abstriche machen. Worauf es hierbei ankommt.
Egal ob Mann oder Frau: Mit einer Teilzeitbeschäftigung fließt nicht nur aktuell weniger Geld aufs Konto. Auch in späteren Jahren, nämlich im Rentenalter, droht dies der Fall zu sein. Doch davor kann sich jeder wappnen – nämlich mit einer ausgefeilten Strategie. Fünf Tipps für alle, die eine Teilzeittätigkeit planen. 

Tipp 1: Sich einen
 Überblick über die Finanzen schaffenBevor die Entscheidung fällt, die Stundenzahl im Job zu reduzieren, ist es gut, sich einen Überblick über die Finanzen zu verschaffen. Wie viel verdient in der Partnerschaft der eine, wie viel der andere? Und dann etwa: Welche monatlichen Ausgaben fallen an, welche Rücklagen bestehen, wie sieht die private Altersvorsorge aus? An welcher Stelle lässt sich sparen, wenn einer weniger Geld mit nach Hause bringt?
"Wichtig ist auch zu prüfen, ob eine Risikoabsicherung vorliegt, falls der (Ehe-)Partner stirbt", sagt Hanne Roggemann vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Liegt eine solche Versicherung nicht vor, sollte man sich beraten lassen, ob sie im eigenen Fall sinnvoll ist.

Tipp 2: Teilzeitgehalt 
berechnen und Rentenansprüche erfragen
Wer seine Arbeitszeit reduzieren und wissen möchte, wie hoch dann das Netto-Teilzeitgehalt wäre, kann zur ersten Orientierung den Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nutzen. Im nächsten Schritt sollte man ausloten, welche Folgen der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente hat. Das kann man bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erfragen.

Tipp 3: Mit dem Partner über einen Ausgleich reden
  "In vielen Fällen ist es sinnvoll, mit dem Partner nach einer Lösung zu suchen", sagt Kathleen Altmann vom Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Das bietet sich vor allem dann an, wenn es darum geht, eine Rentenlücke auszugleichen, die durch die Betreuung gemeinsamer Kinder entsteht.
Eine Möglichkeit: "Es gibt zwischen den Partnern einen Bargeld-Ausgleich", so Altmann. Den Betrag kann die Teilzeitbeschäftigte langfristig für die Altersvorsorge anlegen und ihn beispielsweise in einen ETF investieren. Eine andere Option: Der Partner zahlt für den in Teilzeit arbeitenden Partner monatlich in einen Sparplan ein – "das ist schon mit einem Betrag von 25 Euro im Monat möglich", so Altmann.

Tipp 4: Altersvorsorge 
weiter im Blick haben
Auch wenn der Partner einen Ausgleich zahlt, sollte man prüfen, ob das Geld im Alter reichen wird. Wer unsicher ist, kann sich beraten lassen – zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung oder bei Verbraucherzentralen.
In jedem Fall bietet es sich für Teilzeitbeschäftigte an, den Arbeitgeber nach einer betrieblichen Altersversorgung zu fragen. "Bei der Gelegenheit kann man sich auch gleich nach vermögenswirksamen Leistungen erkundigen und sie dann in jedem Fall nutzen", so Roggemann. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der Riester-Zulage die Altersvorsorge aufzustocken.

Tipp 5: Finanzen immer wieder auf den Prüfstand stellen
Damit einem die Finanzen nicht aus dem Ruder laufen, bietet es sich an, sich regelmäßig die Einnahmen und Ausgaben anzusehen. Oft lohnt es sich, in einer Partnerschaft drei Konten zu haben – jeder Partner hat sein eigenes und beide haben ein Gemeinschaftskonto  etwa für Miete und Versicherungen.
Wichtig ist  ein finanzielles Polster für Notfälle. Eine Faustregel besagt, so viel Geld zur Seite zu legen, dass man damit drei Monate über die Runden kommt. "Auf einem Tagesgeldkonto liegt das Geld sicher und ist im Notfall sofort verfügbar", so Altmann.