Geschäftsführerin Carina Eberhart bei der Vorstellung des Wohnprojekts in der Uhlandstraße 20. Foto: Sophie Holzäpfel

In zentraler Lage sollen drei Gebäude entstehen. Mehr als drei Jahre hat der Förderverein Altenhilfe nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Zunächst vergeblich.

Nun aber zahlt sich die Hartnäckigkeit aus: In der Uhlandstraße 20, im Herzen Geislingens, plant der Verein gemeinsam mit der Firma „Verticali“ ein Wohnprojekt für Senioren. Zentral gelegen und groß genug. „Wir müssen das jetzt umsetzen“, betonte die Vereinsvorsitzende Ingrid Schmid.

 

Am Mittwochabend stellten Investor Bernd Eberhart und die Verticali-Geschäftsführer Eduard Schmidtheisler und Carina Eberhart das Bauvorhaben im Bürgerhaus Harmonie vor.​

Knapp 100 Menschen strömten in den Saal. Ein Andrang, der deutlich macht, dass es längst nicht nur um ein einzelnes Bauprojekt geht, sondern um eine zentrale Frage der Zukunft: Wie können ältere Menschen selbstbestimmt und barrierefrei wohnen? Auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Grundstück in der Uhlandstraße sollen drei Gebäude entstehen.

28 Wohnungen in drei Gebäuden

Geplant sind 28 Wohnungen: Dabei gebe es unterschiedliche Wohnungstypen, sagte Carina Eberhart. Von 34 bis 82 Quadratmetern, Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Neun der Appartements werden rollstuhlgerecht sein. In allen drei Häusern wird es einen Aufzug geben, der auch für den Liegetransport geeignet sei, so Schmidtheisler.

Zudem ist in einem der Gebäude ein großer Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen vorgesehen. Zu jeder Wohnung gehört außerdem ein Kellerraum.

„Wir planen hier ein modernes Wohnprojekt, das selbstbestimmtes Wohnen im Alter ermöglicht“, betonte Eberhart. Die Firma „Verticali“ übernimmt die Hausverwaltung der Gebäude. Vorgesehen sind dabei sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen. Die Kaufpreise liegen – abhängig von der Wohnungsgröße – zwischen 174.000 und 387.000 Euro. So jedenfalls die aktuelle Kalkulation. Sie seien dabei, die Pläne zu finalisieren, und möchten den Bauantrag noch im Frühsommer dieses Jahres einreichen, sagte der Investor.

Zwei Jahre bis zur Fertigstellung

Die Stadt Geislingen und der Gemeinderat begrüßen das Projekt, bemerkte Geislingens Rathauschef, Oliver Schmid. Es gebe viele ältere Menschen, die allein ein Haus mit Garten bewohnen, aber eigentlich den Wunsch nach mehr Gemeinschaft verspürten. „Unsere Stadt kann sich nicht mehr nach außen entwickeln, sondern nur noch zur Mitte verdichten.“

Was Schmid beschreibt, ist Teil einer umfassenderen Entwicklung: Mit dem demografischen Wandel wächst der Bedarf an Wohnformen, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dabei kommt der zentralen Lage eine Schlüsselrolle zu: kurze Wege zu Ärzten, Supermärkten und Apotheken seien für viele Senioren entscheidend, so der Bürgermeister.

Projektpartner ist neben dem Förderverein Altenhilfe das „Soziale Netzwerk - GEBs“. Mitarbeiter des Netzwerks werden ein Büro in einem der Häuser beziehen. Über die gute Erreichbarkeit hinaus soll das Wohnprojekt auch im Alltag unterstützen.

Geplant sind verschiedene soziale Angebote und Formen der Nachbarschaftshilfe, die das gemeinschaftliche Leben stärken sollen. Auch im Bereich Sicherheit und Unterstützung ist das Konzept erweitert: Optional kann ein Hausnotruf über das Deutsche Rote Kreuz (DRK) genutzt werden. Das Konzept der sozialen Angebote müsse der Verein noch erarbeiten, so Ingrid Schmid. „Aber wir können das und wir haben die nötige Erfahrung.“

Zielgruppe des Wohnprojekts sind Menschen ab 60 Jahren. Wie sich das Angebot konkret entwickeln wird, hängt nun vor allem von der Nachfrage ab, betonte Bernd Eberhart. Wenn alles nach Plan verläuft und der Bauantrag in den kommenden Wochen eingereicht werden kann, rechnet der Investor mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.