Am Feuerkorb und mit vielen Zuschauerinnen und Zuschauern: Michael Vonnier (links) und Uwe Liebert von der Zunftleitung der Eichberggeister glühen die Scheiben an. Foto: Hans Herrmann

Das traditionelles Spektakel in Blumberg lockte viele Zuschauer an. Mit dem Scheibenschlagen endete für die Narrenzunft Eichberggeister auch die Feier zum 40-jährigen Bestehen. Derweil suchen die Narren noch nach weiteren Mitstreitern.

Das Interesse am traditionellen Scheibenschlagen der Narrenzunft Eichberggeister war groß. Zahlreiche Schaulustige wohnten dem feurigen Spektakel, bei dem die Scheiben nur so in den Nachthimmel flogen, bei. Besonders viele Kinder hatten daran ihre Freude und verfolgten mit großen Augen das Geschehen.

 

Zum Abschluss der Feier ihres 40-jährigen Bestehens präsentierten sich die Eichberggeister nochmals von ihrer besten Seite. Schon am Nachmittag bewiesen sie nach den närrischen Tagen mit der Gestaltung des großen Holzstapels Belastbarkeit. Die Zunftmitglieder mussten die im Vorfeld eingesammelten über 20 Festmeter an Baumstämmen sowie circa achtzig Weihnachtsbäume zu einem fast denkmalähnlichen Holzkonstrukt aufbauen. Zusätzlich wurden zwei Abschussrampen mit entsprechendem Zubehör wie feuerfesten Haselnussstöcken eingerichtet.

Schon früh fanden sich, noch bei Tageslicht, viele Besucher ein. Bei zunehmender Dämmerung kündigte der Altgeist und ehemalige Vorsitzende Albert Vonnier das mit Spannung erwartete Ritual an. Begleitet vom Trommelwirbel des Fanfarenzugs Zollhaus rief er seine Eichberggeister auf.

„Das Scheibenschlagen ist ein alter Brauch und wir freuen uns über das große Interesse“, sagt Altgeist Albert Vonnier, der durch den Abend moderierte.

Als die im vollen Eichberggeister-Häs bekleideten Fackelträger aus dem Eichberg heraustraten, wurde es bei mystischer Stimmung richtig still. Mit Obergeist Michael Vonnier an der Spitze zündeten sie den Holzstapel an, und die Flammen stießen bei zunächst viel Rauchbildung meterhoch in den Himmel. Nach dieser Zeremonie wurde auch bald mit dem Scheibenschlagen begonnen: die angeglühten Scheiben wurden mit den feuerfesten Haselnussstöcken talabwärts geschlagen.

Narren zeigen ihr Können

Unter einem Funkenregen segelten die Scheiben durch die Luft. Die ersten vier Scheiben wurden der Stadt Blumberg, den Bürgern der Eichbergstadt, den Kirchenvertretern sowie dem eigenen 40. Jubiläum gewidmet. Moderator Albert Vonnier wurde nicht müde, mit seiner historisch überlieferten Ankündigung: „Schibi, schibo, wem soll die Scheibe goh, die Schiebe soll goh und goht sie nit, dann gilt sie nit“ zahlreiche Scheibenschlager anzukündigen. Vertreter der Blumberger Narrenzünfte versuchten ihr Glück. Ob von der Blumberger Narrengesellschaft mit Tim Lengsfeld, den Riedwächtern mit Monja Stottmeister bis zu den Pfetzern: Bei Silvio Waimer und vielen mehr flogen die Scheiben nur so durch die Luft. Dass die Technik nicht ganz so einfach ist, wurde dabei deutlich erkennbar. Unter den Gästen stieg die Stimmung und die nach-fastnächtliche Veranstaltung wurde von allen Seiten genossen. Mittendrin war auch der Berufslandwirt Hans-Martin Vetter, der den Eichberggeister für dieses Spektakel seine Wiese zur Verfügung stellte.

Durchweg positives Fazit

Von der Fastenzeit war noch nicht viel zu verspüren: an der Servicestation der Eichberggeister herrschte Hochbetrieb. Begleitet von musikalischen Tönen hielten es die Besucher lange aus, und so manche Anekdote der vergangenen Fastnacht wurde zum Besten gegeben. Das traditionelle Scheibenschlagen wird von den Eichberggeistern seit dem Jahr 1997 mit stetig steigendem Interesse veranstaltet. Der 30-jährige Zunftmeister und Obergeist Michael Vonnier zog ein durchweg positives Fazit: „Ich freue mich über die große Resonanz. Es ist ein toller Abschluss dieser Kampagne. Die Feierlichkeiten zu unserem 40-jährigen Jubiläum sind alle toll verlaufen und wir konnten es mit großem Teamgeist so richtig genießen.“

Die aktuell 20-köpfige Eichberggeister-Schar ist auf der Suche nach weiterer Verstärkung. Die Mitglieder sehen ihre Zunft nach einigen schwierigen Jahren wieder klar im Aufwind. Mit ihrem imposanten, aber immer disziplinierten Auftreten haben sie wieder viel an Akzeptanz gewonnen und sich zu einem geschätzten Bestandteil der Blumberger Fastnacht etabliert.

Uralter Brauch

Scheibenschlagen
Das Scheibenschlagen ist ein uralter Feuerbrauch und findet immer am ersten Samstag nach der Fastnacht statt. Ursprünglich stammt die Tradition aus Tirol. Die Scheiben werden über das Feuer gehalten, bis sie glühen. Die mittig durchbohrten Scheiben werden dann in der Regel über eine Rampe talabwärts geschlagen. Nach überlieferten Schriften soll mit diesem Ritual die Fastenzeit beginnen und der Winter endgültig ausgetrieben werden.