Die Altensteiger Reihe der Meisterkonzerte bot Klassik-Liebhabern einen bezaubernden Abend mit dem Klaviertrio Würzburg.
Bereits das Konzertmotto „Schläft ein Lied in allen Dingen“ und der attraktive Programminhalt ließen etwas Besonderes erahnen. Wie es schien, lehnten Katharina Cording (Violine), ihre Schwester Karla-Maria Cording (Klavier) und Peer-Christoph Pulc (Violoncello) ihr interpretatorisches Konzept an das eigene, reich und zart besaitete Empfindungs-Spektrum an, das wiederum schlummernde Schichten der Emotionalität der Zuhörer aufdeckte und ihre Vorstellungskraft beflügelte.
Dieses musikalische Fingerspitzengefühl kam besonders deutlich in den lyrisch betonten langsamen Sätzen der Trios F-Dur von Camille Saint-Saëns und d-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy zur Geltung. Aus den natürlich fließenden Phrasen (samt minutiös abgestimmten Unisoni), der fein geschliffenen Dynamik und der Ehrlichkeit der Tongebung entstanden mehrere zart-transparente Klanggebilde vom seidigen Glanz.
Das Würzburger Trio erwies sich dabei als ein Meister der Stimmungen. Seine leichtfüßige Eleganz in schwerelosen schnellen Sätzen (Saint-Saëns) rief in Verbindung mit der Suggestivität der Ausdruckskraft lebendige Naturbilder vor die Augen und die präzise wie elfenhafte Virtuosität (Mendelssohn) machte nicht nur das Scherzo zum wahren Hörgenuss.
Musiker bekräftigen ihre Vorzüge
Ihre instrumentalen und musikalischen Vorzüge bekräftigten die Künstler in den Solobeiträgen. Der Cellist Pulc interpretierte sowohl die Élégie von Gabriel Fauré als auch Introduction et Polonaise brillante von Frédéric Chopin im völligen Einklang mit der ausgezeichneten Pianistin Karla-Maria Cording.
Zum Vorschein kamen hier das warme und flexible Timbre des Cellos sowie französische Eleganz neben der künstlerisch begründeten Bodenständigkeit beider Partner.
Passion, Anmut und ein bisschen Carmen-Koketterie
Passion und Anmut, saftige Tongebung und ein bisschen Carmen-Koketterie legte die Violinistin Katharina Cording zwischen temperamentvollen Ausbrüchen in die zwei spanischen Tänze von Pablo de Sarasate ein. Knisternde Funken flogen zwischen Geige und Flügel, wobei die Begleiterin hier die Lautstärke ihres in der Kammermusik so quell-klaren, perlenden und unfehlbaren Anschlags passend reduzierte.
Mit anhaltendem Beifall und begeisterten Rufen drückten die Zuhörer ihre Begeisterung und ihren Respekt gegenüber dem künstlerischen Niveau des Konzerts aus. Für diesen warmen Empfang revanchierte sich das Trio Würzburg mit einer Bearbeitung des berühmten „Schwan“ von Saint-Saëns als Zugabe.
Damit knüpften sie an ihren ersten Programmpunkt an, in den sie einige stilistische Echos von „Karneval der Tiere“ (gleichfalls von Saint-Saëns) einflochten.