Das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett spielte im Bürgersaal. Foto: Kosowska-Németh

Das jüngste Altensteiger Meisterkonzert mit dem Ludwigsburger Blechbläser-Quintett weckte ein reges Publikumsinteresse.

Eher sporadisch bietet sich eine Gelegenheit, Profimusiker von namhaften Symphonieorchestern im virtuosen Ensemble-Spiel hautnah zu erleben, und zwar auf Instrumenten, die hierzulande sehr populär und in Baden-Württemberg durch über 950 evangelische Posaunenchöre vertreten sind.

Das Ludwigsburger Ensemble besteht seit 38 Jahren und blickt auf eine erfolgreiche Bilanz zurück: 1984 von dem Trompeter Hubertus von Stackelberg gegründet und bis dato geleitet, gab die Formation mittlerweile knapp 2000 Konzerte rund um den halben Globus - unter anderen in den USA, in Europa, Russland, Hongkong oder Namibia. Zahlreiche Fernsehauftritte, Hörfunksendungen und CD-Aufnahmen dokumentieren ihre künstlerische Laufbahn.

Ambitionierter Musikquerschnitt

In Altensteig präsentierten Hubertus von Stackelberg und Mátyás Regyep (Trompeten) sowie Harald Domes (Horn), Michael Peuser (Posaune) und Dorian Kraft (Tuba) einen unterhaltsamen wie ambitionierten Musikquerschnitt „Best of Brass“ mit erlesenen Glanzpunkten aus verschiedenen Musikepochen.

Bereits der erste Eindruck fiel positiv aus, als die feierlich befrackten Männer eine Fanfare von Paul Dukas im Stehen als musikalischen Vorspann ertönen ließen. Dann bestrahlten die Klänge der Barocktrompeten die Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel und vervollständigten das saftige, vielfarbige und dynamisch differenzierte Klangbild, in dem sich transparente Strukturen der Polyphonie auf virtuose Art abzeichneten.

Ouvertüre zur Oper „Nabucco“

Der Ouvertüre zur Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi (man denke an den „Gefangenenchor“, inoffizielle Nationalhymne der Italiener) folgte ein Musikfilm-Block mit bekannten Stücken in hinreißend guten Arrangements. Eine poetische Ruhe zum Zurücklehnen und Genießen strömte aus „La Califfa“ und „Cinema Paradiso“ (Ennio Morricone) und bei dem „The Pink Panther“ (Henry Mancini) swingte manches Bein mit. Auch an der charakterstarken Interpretation der Themen aus „West Side Story“ fanden Zuhörer einen großen Gefallen und applaudierten frenetisch.

Nach der Pause hieß es wieder „rein ins Vergnügen“ und die Ludwigsburger untermauerten ihre stilistische Vielseitigkeit und fachliche Kompetenz mit leidenschaftlicher Bravour. Die „Wilhelm Tell“-Ouvertüre von Gioacchino Rossini – ein Selbstläufer für die Ohren, eine harte Nuss für Instrumentalisten – huschte nur mit fabelhafter Präzision im rasanten Tempo vorbei zur lauter Begeisterung des Publikums.

Jazz-Repertoire fasziniert technisch

In dem Jazz-Repertoire (Duke Ellington, Irving Berlin, Lew Pollack) faszinierten die technische Ausgelassenheit und natürliche sowie humorvolle Spiel-Eleganz der kleinen Bigband. Mit Applaus und Begeisterungsrufen ergatterten die Zuhörer zwei Zugaben und entließen widerwillig das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett von der Bühne im Altensteiger Bürgersaal.