Der mit einer Ausstellung zur Altensteiger Frühgeschichte neu gestaltete Raum Dürnitz im Alten Schloss ist feierlich eröffnet worden. Dabei wurde der Geograf Andreas Megerle zum Ehrenmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins ernannt.
„Das Schlossmuseum in Altensteig ist ein Schmuckstück und um einen Edelstein reicher geworden: Mit euphorischen Worten beschrieb Bürgermeister Gerhard Feeß bei der Eröffnungsfeier im Alten Rathaus die abgeschlossene Umgestaltung des Raums Dürnitz. Die Co-Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Kerstin Grimberg, war ebenfalls voll des Lobes über die neue Geologieausstellung nach vierjähriger Planungs- und Arbeitszeit.
Eingefunden hatten sich rund 50 geladene Gäste, darunter Diplom-Geograf Andreas Megerle und Archäologin Lisa Rademacher vom Institut für Kulturvermittlung aus Tübingen. Grimberg erklärte zu Beginn ihres Berichts, wie „blauäugig“ man an die Umsetzung herangegangen sei in der Annahme, das Vorhaben in einem Jahr beenden zu können. Allein die Verwaltungsarbeiten hätten viel Zeit in Anspruch genommen.
Megerle, der landesweit Geotouren organisiert – auch im Altensteiger Stadtteil Hornberg – habe man dafür begeistern können, sein Wissen und seine Erfahrung einzubringen. Der promovierte Experte hatte den in die Jahre gekommenen Raum Dürnitz besichtigt und den Gebissabdruck des Capitosaurus entdeckt. Zielsetzung war, die ausgestellten Objekte nicht nur in Vitrinen zu besichtigen, Schubladen mit tiefgreifenden Erklärungen zu öffnen, sondern die Vielzahl von Gesteinen an einer Wand zu präsentieren, damit Besucher sie nicht nur betrachten, sondern anfassen können.
Viele verhelfen dem Projekt zum Erfolg
Raumentwürfe und Detailzeichnungen wurden von Innenarchitekt und Vereinsmitglied Hans-Jürgen Grimberg ehrenamtlich gefertigt, und der Verein hat Förderanträge gestellt. Eine Projektgruppe machte sich an die Arbeit. Heinrich Wille meißelte einen Grenzstein aus Bausandstein, weil das Original nicht vom Fundort entfernt werden darf, Wolfgang Schulte füllte unter anderem mit der Pinzette Plexiglaswürfel, die Altensteiger Stadtwerke sorgten für die Beleuchtung, Regisseur Matthias Krumrey produzierte Filme, Ilja Schukow druckte kleine Figuren, Mitarbeiter der Schreinereien Kalmbach und Köhrer zeichneten für den Möbelbau verantwortlich.
Insgesamt wurden nach Angaben der Co-Vorsitzenden Investitionen von 60 000 Euro getätigt. Gefördert wurde die Neuausrichtung unter anderem vom Naturpark Nordschwarzwald, der Glücksspirale, der Europäischen Union und der Stadt Altensteig , so dass der Verein noch 15 000 an Eigenmitteln aufbringen musste.
In seinem Festvortrag stellte Megerle klar: „Ohne Geologie hätte die Besiedlung im Nordschwarzwald nicht stattgefunden, es gäbe keine Waldhufendörfer, keine Versteinerungen auf dem Altensteiger Stadtgebiet, keine schwäbische Schichtstufenlandschaft, und Baumeister Heinrich Schickhardt hätte keine Grenzsteine aus Bausandstein verwenden können“. Für seinen ehrenamtlich geleisteten Einsatz wurde der Diplom-Geograf zum Ehrenmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins ernannt.
Böllerfreunde schießen Salut
Bürgermeister Feeß nahm die Umgestaltung des ehemaligen Zimmers der Wachmannschaft in seiner Ansprache zum Anlass, sich bei allen Beteiligen für das Durchhaltevermögen und das große Engagement zu bedanken, bis hin zur Museumsleiterin Sandra Seltenreich, „die mehr getan hat, als sie musste“.
Im Anschluss traten die Festgäste vor die Tür des Alten Rathauses und erlebten ohrenbetäubende Salutschüsse von Mitgliedern der Böllerfreunde Wart/Ebershardt. Danach ging es über steile Stufen und Kopfsteinpflaster zum Schlossmuseum und in den Raum Dürnitz.