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Altensteig (Württ.) Zuspruch belohnt die Kombination

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Ulrike Kollmar (rechts) und Ruth Schwalbert am Spinnrad standen beim Aktionstag im Museum im Alten Schloss im Mittelpunkt des Interesses. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Altensteig. Zum diesjährigen Internationalen Museumstag hatte das Museum im Alten Schloss Ulrike Kollmar und Ruth Schwalbert zu Gast. Unter der Überschrift "Spinnen, Flachs und Wolle" zeigten sie bäuerliches Handwerk und führten die Verarbeitung traditioneller Rohrstoffe für Textilien vor. Rund 60 Besucher wurden am Sonntag im Museum gezählt.

Bereits zum 42. Mal fand auf Initiative des Internationalen Museumsrats ICOM der Internationale Museumstag statt. Mit diesem Aufruf wird jährlich auf die Vielfalt der 6500 Museen in Deutschland sowie weltweit aufmerksam gemacht.

Die Verantwortlichen im Museum im Alten Schloss verbanden diesen Internationalen Museumstag in diesem Jahr erstmals mit einem Aktionstag und luden zu zwei Führungen mit Museumsleiterin Birgitta Dieterle und Nachtwächter Martin Spreng durch die historischen Sammlungen ein.

Der große Zuspruch zu diesem Angebot war für die Organisatoren ein eindeutiges Zeichen, dass dies eine gelungene Kombination war, die den Gästen gleich mehrere Alternativen bot. Zum einen konnten sie die Schätze des Museums besichtigen und sich darüber hinaus über ein altes Handwerk informieren, nämlich das "Spinnen" mit dem Spinnrad.

Ruth Schwalbert lebt in Rotfelden und pflegt viele Hobbies, darunter die Verarbeitung von Flachs, aus dem nach dem Spinnen Leinen gewebt wird. Sie erzählte, wie in früheren Zeiten, auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch, auf sehr aufwändige Weise Flachs auf den Feldern angebaut wurde. Dieser leuchtete in seiner Blütezeit in herrlichem Hellblau. In der Nachkriegszeit seien die "Fahrten ins Blaue" entstanden, die auf die Farbe der Flachsfelder zurückging, erklärte Schwalbert.

War die Frucht reif, so wurde geerntet und der Flachs mitsamt der Wurzel ausgerissen, was man "raufen" nannte. Aus der Frucht wurde nach dem Trocknen Öl, das Leinöl, gewonnen und aus den auf dem Äußeren der Stiele befindlichen Fasern wurde Flachs gesponnen. Vorher mussten die Stiele mehrmals gewässert und getrocknet und danach durchgekämmt werden. "Das nannte man durchhecheln", erklärte sie.

Der Flachs wurde in großer Menge auf einen Ständer gepackt, was diesem den Namen "Fette Kunkel" einbrachte. Von dort aus wurde die Naturfaser zu Garn gesponnen. Dieses Garn wurde – ähnlich einem Zopf – zusammengewickelt, zum sogenannten "Flachswickel". Dieser wurde an die Tuchfabrik geliefert.

Dort konnte das Garn zu Leinenprodukten gewebt werden. Das geschah in früheren Zeiten meist in feuchten Kellern, und die Weber wurden deshalb nicht selten krank. Leider, so Schwalbert, wurde aufgrund der aufwändigen Herstellung später umgestellt auf Baumwollverarbeitung.

Gleich daneben zeigte die Unterjettingerin Ulrike Kollmar das Spinnen von Schafwolle. Sie verarbeitet auch gerne andere Materialien, wie hochwertiges Alpaka oder Hundehaare und stellt daraus wärmende Kleidungsstücke, beispielsweise Mützen her.

Der Rat von Kollmar und Schwalbert war am Aktionstag sehr gefragt, und beide beantworteten gerne die Fragen der interessierten Museumsbesucher.

Während des Aktionstages hatte das Schloss-Café geöffnet. Die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsverein bewirteten die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen zum Kaffee oder Tee.

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