Adam Galazka heißt der neue Pfarrvikar der katholischen Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal mit Hauptsitz in Altensteig. Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Der 53-jährige Adam Galazka ist der neue Pfarrvikar der katholischen Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal

Die katholische Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal hat einen neuen Pfarrvikar. Hauptsitz von Adam Galazka ist die Heilig-Geist-Gemeinde Altensteig. Der Priester wohnt im Pfarrhaus seines Vorgängers Lorenz Rösch, der im Dezember 2020 von Dekan Holger Winterholer verabschiedet wurde.

Altensteig. Adam Galazka ist 53 Jahre alt. Das Licht der Welt hat er in der westpreußischen Stadt Bramberg (heute Bydgodzcs) erblickt – eine Autostunde von Danzig entfernt. Die Eltern waren fromme Leute. Der Vater – ein gelernter Elektriker – engagierte sich als Kirchengemeinderat, die Mutter ehrenamtlich bei Gemeindeveranstaltungen.

Damit war der Beruf des Pfarrvikars ein Stück weit vorgezeichnet. Galazka besuchte das technische Gymnasium seiner Heimatstadt, absolvierte eine dreijährige Lehre als Elektromechaniker, war Ministrant, Lektor und organisierte Zeltlager katholischer Pfadfindergruppen.

Philologie war auf Dauer nicht das Richtige

Nach der handwerklichen Ausbildung studierte er Philologie, was "auf Dauer nicht das Richtige für mich war". Galazka meldete sich zum Priesterseminar der Nikolaus-Kopernikus-Universität Thoren an. 1990 verließen seine Eltern Polen. Der Vater sympathisierte mit der freien Gewerkschaft Solidarnosc und war mit der Politik der Regierenden nicht einverstanden.

Ein neues Zuhause fand die vierköpfige Familie in Stuttgart – Adams Schwester war inzwischen verheiratet und zog mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn Paulus ebenfalls um. Aus finanziellen Gründen nahm der Geistliche zeitlich befristete Arbeitsstellen an und kehrte nach Thoren ins Priesterseminar zurück. Fünf Jahre später beendete er das Studium, blieb aber auf Bitten eines Gemeindepfarrers noch zwei Jahre als Diakon in Polen.

Erste Dienststellen in Deutschland waren Donzdorf, zwei Jahre später Trossingen und danach fünf Jahre Wehingen am Heuberg. Um als Priester eine Pfarrei leiten zu können, besuchte Galazka Fortbildungen in Freiburg und Rottenburg. Dort begegnete er dem heutigen Dekan Holger Winterholer, der den gleichen Kurs besuchte. Letzter Dienstort war Geislingen an der Steige.

Hätte auch ins Oberland wechseln können

Auf die Stelle in der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal bewarb sich der Pfarrvikar – "ich hätte auch nach Ludwigsburg oder in Oberland wechseln können" – um seinen inzwischen 85-jährigen Vater und die 82-jährige Mutter in Stuttgart besuchen zu können. "Das mache ich regelmäßig am Montag." Seine Schwester, die mit ihrer Familie im Stadtteil Hedelfingen wohnt, kümmert sich die Woche über um die betagten Eltern.

Der Stellenwechsel vollzog sich nahtlos und wegen Corona eher geräuschlos. Kaum hatte Dekan Winterholer den Vorgänger verabschiedet und den Nachfolger willkommen geheißen, hielt Galazka einen Morgengottesdienst in Altensteig. Dann kam der zweite harte Lockdown, und die Feiern finden seitdem per Streaming statt. Der Seelsorger hofft, dass die Impfungen bald auch im Raum Altensteig anlaufen und wieder Präsenzgottesdienste stattfinden können.

Was Galazka in seiner Freizeit macht? "Ich lese Biografien von katholischen Heiligen und gelegentlich einen Krimi." Außerdem geht der 53-Jährige gerne schwimmen und wandern. In der Wohnung stehen zwei Fahrräder mit vielen Gängen. "Die braucht man bei der Topografie in Altensteig", schmunzelt Galazka und hat es plötzlich eilig. "Ich muss zu einer Beerdigung nach Nagold."

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