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Altensteig (Württ.) Wanderung führt von Orgel zu Orgel

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Die Teilnehmer der Orgelwanderung lernten die Vorzüge der unterschiedlichen Altensteiger Instrumente kennen. Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder Bote

Altensteig. Die "Stunde der Kirchenmusik" prägt seit langer Zeit das Altensteiger Musikleben und lockt viele Besucher in die Stadtkirche. Jetzt entschieden sich die Organisatoren Susanne und Eberhard Schuler-Meybier, die geistliche Konzertreihe aufzufrischen und dem Publikum drei Altensteiger Kircheninstrumente nacheinender vorzustellen. An der zweistündigen "Orgelwanderung", die in Altensteigdorf begann, nahmen drei Organisten und eine ansehnliche Gruppe Interessierter teil.

Auf der Empore der kleinen spätromanischen Remigiuskirche war es bei acht Grad Celsius etwas wärmer als draußen. Bevor der Organist Martin Kalmbach auf dem kleinen, doch klanglich ausgewogenen Instrument einige Kostproben der Musik von Cesar Franc, Max Reger und Johann Sebastian Bach zum Besten gab, erklärte er die Grundbegriffe aus dem Orgelbau und skizzierte die Geschichte des neugotischen Instruments aus dem Jahre 1775. Die heutigen Klangqualitäten verdanke die Orgel mit zwei Manualen und 14 Registern der Firma Mühleisen aus Leonberg, die der "alten Dame" unter Verwendung mehrerer Teilen aus den drei Jahrhunderten neues Leben und ein warmes Klangspektrum schenkte.

In der evangelischen Stadtkirche herrschte vergleichsweise mollige Wärme, da sich die barocke Orgel am besten bei einer Temperatur um 16 Grad fühlt. Sie wurde 1772 erbaut, und wie der Organist Johannes Fünfgeld betonte, sei sie nun nach der gründlichen Renovierung durch die Firma Rohlf "ein besonderes Instrument" mit drei Manualen, 17 Registern von einem reichen Klangpotenzial geworden. Zudem besitze sie ein "Tremulant", eine Vorrichtung, die die Luftzufuhr beliebig verändern und den Klang mit einer flackernden Schwebe schmücken könne.

Fünfgeld präsentierte die Klangvorzüge des Instruments sowie seine dynamische Breite anhand mehrerer Musikbeispiele, unter anderen spielte er ein meisterhaft kantig-lustiges Rondo von Gustav Gunsenheimer sowie Stücke von Michael Schütz und von Vertretern der Bach-Familie. Dem Ende zu demonstrierte er noch zwei Besonderheiten der Rohlf-Orgel: das Effektregister "Zimbelstern" der aus einem klingelnden Spielwerk und einem rotierenden Stern besteht, sowie das "Altensteigerle" – den nostalgischen Pfiff einer Dampflokomotive.

Die letzte Etappe der Wanderung führte in die katholische Heilig-Geist-Kirche, wo Johannes Spyrka die Ankommenden mit Wort und Musik begrüßte und unterhielt. Wie er sagte, könne man mit Hilfe von Transmissionen (Übertragung der gewünschten Register auf beliebige Manuale oder auf Pedal-Tastatur) "eine Menge hübscher Klangfarben" aus dem 2011 neu gebauten Sandtner-Instrument herausholen. In der Tat erklangen die 1021 Pfeifen von 19,5 Millimeter bis 3,2 Meter Länge in vielen Klangfacetten, auch in der Lieblingsfarbe des Organisten, dem Burdon. Spyrka spielte anspruchsvolle Werke von Dietrich Buxtehude, Flor Peeters und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Die Begegnungen verliefen in lockerer Atmosphäre, die Besucher erhielten von den Musik-Fachmännern Grundwissen in Instrumentalkunde und interessante Informationen aus dem künstlerischen, technischen und auch finanziellen Bereich, es gab Fragen und sachliche Erklärungen. Gerne sprachen Kalmbach, Fünfgeld und Spyrka über ihre Faszination für alte und neue Instrumente und bewiesen dabei die Kreativität der echten Orgel-Liebhaber.

Wie die Organisatoren mitteilten, seien nach dem ersten Vorstoß weitere "Orgelwanderungen" in Planung.

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