Streuobstwiesen mit ihrem gewachsenen Baumbestand bieten Steinkäuzen gute Bedingungen.Symbolfoto: ©  Michael Robbins – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Bruthilfen: Naturschutzbund installiert in Walddorf 14 künstliche Nisthöhlen für die kleine Eulenart / Bestand ist rückläufig

Nachdem die Ortsgruppe Nagold/Altensteig des Naturschutzbundes in Rotfelden und im Altensteiger Stadtteil Wart bereits vor einigen Jahren künstliche Bruthöhlen zur aufgehängt hat, wird das Projekt jetzt am Streuobstpfad in Walddorf fortgesetzt.

Altensteig-Walddorf. Mit 14 neu in den alten Obstbäumen aufgehängten röhrenförmigen Höhlen soll der Steinkauz zum Nisten am Streuobstpfad animiert werden. Beim Steinkauz handelt es sich um eine kleinere Eulenart mit bis zu 200 Gramm Gewicht und einer Größe von etwa 22 Zentimetern. Der nicht nur in den Abendstunden, sondern auch tagaktive Kauz, ist in hiesigen Gefilden vom Aussterben bedroht. Das hat den Naturschutzbund im Gebiet rund um Altensteig und Ebhausen bereits vor längerem auf den Plan gerufen.

Florian Sievers von der Nabu-Ortsgruppe Nagold-Altensteig wandte sich an Obst- und Garten-Fachwirtin Adelheid Keck-McMiken, die den Walddorfer Streuobstpfad betreut, und stellte ihr die Idee vor, mit dem der Naturschutzbund dem kleinen Kauz helfen will.

Der Streuobstpfad mit seiner großen Anzahl von bereits älteren Obstbäumen biete sich als guter Standort für die Ansiedlung an. Allerdings fehlten dort bislang die zur Brut benötigten Höhlen, um der kleinen Eulenart ein neues Zuhause zu bieten.

Auch Marder stellenfür die kleinen Eulen eineBedrohung dar

Der Anspruch an den Lebensraum für den Steinkauz steht in einem direkten Konflikt mit den Menschen. Viele alte Obstbaumbestände fielen den Flurbereinigungsmaßnahmen in den 1970er- und 1980er-Jahren und Rodungen zum Opfer. Durch die zunehmende Ausdehnung und Intensivierung der Landwirtschaft und durch den Straßenbau, aber auch durch den Einsatz von Pestiziden, gingen natürliche Brut- und Ruheplätze der Tiere ebenso wie deren Nahrungsangebot in den weniger werdenden Streuobstwiesen immer weiter zurück.

Der schwindende Steinkauzbestand ist darüber hinaus auch noch vom Marder bedroht. Deshalb ist neben dem Erhalt von natürlichen Brutplätzen das Anbringen von Niströhren für diese Tierart von existenzieller Bedeutung. Mit künstlichen Quartieren lässt sich der Bestand der kleinen Eulenart stabilisieren.

Inzwischen hat Ralf Altinger vom Nabu in den Bäumen des Streuobstpfades bei Walddorf 14 röhrenförmige Steinkauzhöhlen angebracht. Adelheid Keck-McMiken erklärte dazu, dass für jedes Steinkauzpaar immer zwei Höhlen zur Ansiedlung benötigt werden. Der Nabu hofft, dass die vom Aussterben bedrohten kleinen Eulen diese "Großraumwohnungen", also die Steinkauz-Röhrenhöhlen, bald für sich entdecken, sie annehmen und als Nistplatz nutzen werden.

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