Um im Winter die Sicherheit von Fußgängern und Autofahrerngewährleisten zu können, setzt der Städtische Betriebshof auf modernste Technologie. Foto: Sannert

Beim Winterdienst setzt der Altensteiger Betriebshof auf moderne Technik. Zufahrten zu Schulen haben Priorität.

Altensteig - Wenn es um den Winterdienst in der Stäffelesstadt Altensteig geht, dann rückt beim Städtischen Betriebshof die Technik in den Vordergrund. Um der Umwelt dennoch Rechnung zu tragen wurde jetzt das letzte manuell einstellbare Streugerät ersetzt."So viel Salz wie nötig und so wenig wie möglich" lautet die Devise, die Betriebshofleiter Friedhelm Schuster an sein Team ausgegeben hat. Dass der Winterdienst in Altensteig kein einfacher ist, haben die vergangenen Winter gezeigt. Allein der Höhenunterschied zwischen Berneck, ganze 440 Meter über dem Meeresspiegel, und dem 706 Meter hoch gelegenen Hornberg, das auf dem Niveau des Freudenstädter Marktplatzes liegt, ist eine Herausforderung. "Da kann es sein, dass es unten regnet und oben schneit", weiß Schuster, der seine Männer bereits auf den ersten Einsatz eingeschworen hat.

Aber auch in der Altensteiger Kernstadt steht der Betriebshof vor keiner leichten Aufgabe. Auf der Prioritätenliste ganz oben stehen die Zufahrtsstraßen zu den Schulen, über die sich täglich etwa 90 Schulbusse mit mehr als 2000 Schülern in die Obere Stadt hinauf quälen. "Da lassen wir uns auf nichts ein. Es wäre unvorstellbar, wenn da etwas passieren würde", sagt Schuster, dem die Sicherheit der Schüler am Herzen liegt. Erst wenn alle Zufahrtsstraßen frei sind, kommen die Wohngebiete an die Reihe.

Friedhelm Schuster hofft auf das Verständnis der Anwohnerm – für den Fall, dass die schon Schnee geschaufelt haben und dann ein Räumfahrzeug den Zugang zum Haus oder zur Garage wieder zuschiebt. Auch sollten Autofahrer beim Parken im Winter darauf achten, dass ein Räumfahrzeug mit Schneepflug eine 2,70 bis 3,10 Meter breite Fahrbahn benötigt.

Um die wichtigsten der mehr als 30 Treppenaufgänge zu räumen, werden vier Zweierteams mit Besen losgeschickt. Sie kümmern sich auch um die Bushaltestellen, die Fußgängerüberwege und den Zugang zu Schulen, Kindergärten und öffentlichen Gebäuden.

Bei Schneefall oder Eisglätte sind 18 Betriebshofmitarbeiter zwischen 3 und 21 Uhr mit sechs großen Räum- und Streufahrzeugen sowie sieben Schmalspurfahrzeugen für enge Stellen und Gehwege im Einsatz. Unterstützt werden sie von vier Unternehmern. Ob sie ausrücken müssen oder nicht und wenn ja wohin, das sagen ihnen die beiden Bereitschaftsführer, die jeden Morgen als erste ein bis zwei Stunden lang sämtliche zu räumenden Strecken abfahren und kontrollieren.

Während auf den Hauptverkehrsstraßen und Steilstrecken im Normalfall Salz gestreut wird, bringen die Fahrzeuge auf ebenen Straßen und in Wohngebieten Streusplitt aus. Damit die Umwelt nicht unnötig belastet wird, wurden alle Streufahrzeuge mit digitalen Streugeräten ausgestattet, die exakt dieselbe Menge an Streugut ausbringen, ganz gleich wie schnell das Fahrzeug unterwegs ist. "Je schneller es fährt, desto schneller dreht sich auch der Streuteller", erklärt der Betriebshofleiter und betont: "Wir setzen auf Technologie".

Damit beim Streugut keine Engpässe entstehen, hat sich die Stadt Altensteig einen Salzvorrat von 365 Tonnen zugelegt: 240 Tonnen sind in Silos gebunkert, weitere 100 Tonnen liegen offen in Boxen, 25 Tonnen stehen in Säcken als "eiserne Reserve" bereit.

Sollte es einen ähnlich langen und strengen Winter mit Eisregen und Eisglätte geben wie im vergangenen Jahr, dann wird auch dieser Vorrat kaum ausreichen. Denn an den 77 Tagen, an denen der Räumdienst in Altensteig von Ende Oktober bis Ende März unterwegs war, wurden 670 Tonnen Streusalz verbraucht.