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Altensteig (Württ.) Staat schießt einen erheblichen Betrag zu

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Hausbesitzer wurden über die Versorgung des Altensteiger Stadtteils Berneck mit Nahwärme von Projektleiter Joachim Pfrommer (von rechts), dem Leiter der Altensteiger Stadtwerke, Günther Garbe und Energieberater Daniel Hämmerle informiert. Ortsvorsteherin Traudel Kempf begrüßte die BesucherFoto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Die Stadtwerke Altensteig möchten Berneck mit Nahwärme versorgen. Die Ingenieurgesellschaft IBS aus Bietigheim-Bissingen wurde beauftragt, eine Untersuchung durchzuführen. Die Ergebnisse des energetischen Quartierkonzepts wurden im Haus des Gastes öffentlich vorgestellt.

Altensteig-Berneck. Das Thema stieß besonders bei 23 Zuhörern auf Interesse, die nach einer Informationsveranstaltung im Februar einen Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt hatten. Begrüßt wurden die Zuhörer von Ortsvorsteherin Traudel Kempf.

Weil der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid erheblich reduziert werde, sei das Vorhaben aus Gründen des Umweltschutzes zu begrüßen. Augenblicklich "wird die Abwärme in der Altensteiger Kläranlage ungenutzt in die Luft geblasen" bedauerte der Leiter der Stadtwerke, Günther Garbe in seinem Statement. Weil diese Art der Energieversorgung von Bund und Land bis zu 60 Prozent gefördert werde, sei Nahwärme auch wirtschaftlich interessant.

50 Prozent Einsparung

IBS-Prokurist Joachim Pfrommer erläuterte die Untersuchungsergebnisse. Zuerst habe man den Ist-Zustand ermittelt. 129 von 160 gelisteten Gebäuden seien Wohnhäuser "von denen viele vor dem Jahr 1948 gebaut wurden". Bei 45 von ihnen habe man das Dach modernisiert und bei 64 alte Fenster ausgetauscht. Nächster Schritt war die Wärmebedarfsermittlung. 70 Prozent der Wohnhäuser werden demnach mit Öl beheizt, errechnet wurde ein Jahresbedarf von 350 000 Liter. Um den Wärmebedarf zu decken, müsste eine Leistung von 4230 Megawattstunden erbracht werden. Eingespart werden könnten dadurch 50 Prozent des umweltschädlichen Kohlenstoffdioxid (CO2).

Nächste Fragestellung war die Rentabilität. Gelegt werden müsste, so Pfrommer, eine 1640 Meter lange Hauptleitung von der Kläranlage nach Berneck. Mit Nahwärme versorgen könnte man hauptsächlich die Haupt-, die Neue und die Calwer Straße sowie den Bereich rund um den Marktplatz. Hausanschlüsse würde man durch flexible Kunststoffröhren herstellen, den Heizkessel entfernen und eine Übergabestation einbauen. Die in der Kläranlage Altensteig erzeugte, überschüssige Wärme könnte man in das Nahwärmenetz einspeisen. Sollte der Bedarf nicht ausreichen, empfiehlt der IBS-Mitarbeiter eine Wärme-Kraft-Koppelung durch den Einbau eines zweiten Blockheizkraftwerks.

Werkleiter Garbe ist zuversichtlich, dass die Umstellung von Heizöl auf Nahwärme gelingt – zumal der Staat einen erheblichen Betrag zuschießt. Errechnet wurden Gesamtkosten von 2,1 Millionen Euro (1,6 Millionen für den Aufbau eines Wärmenetzes und 500  000 Euro für die Wärmeerzeugung). Im Anschluss an den Fachvortrag wurden Rechenbeispiele für die Wärmegebühren bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit einer bestimmten Heizölmenge im Jahr genannt. Der Abschlussbericht der Ingenieurgesellschaft wurde auf die Homepage der Altensteiger Stadtwerke gestellt.

Nächster Schritt ist die Vorstellung des energetischen Quartierskonzepts im Ortschaftsrat Berneck und die mit einer Stellungnahme versehene Weiterleitung an den Altensteiger Gemeinderat, der einen Grundsatzbeschluss fassen muss.

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