Die Flößerzunft Oberes Nagoldtal mit Sitz in Altensteig ist nicht nur an der heimischen Monhardter Wasserstube aktiv, sondern zeigt sich auch andernorts bei Stadtfesten und Gartenschauen. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Flößerei: Renovierung der Monhardter Wasserstube ausgeschrieben / Unesco-Ausschuss berät wegen Immateriellem Kulturerbe

Der Vorsitzende der Flößerzunft Oberes Nagoldtal, Martin Spreng, hatte gleich zwei Gründe zur Freude: Zum einen hat die Sanierung der Monhardter Wasserstube eine Hürde genommen, und zum anderen schlägt die Bundesrepublik Deutschland der Unesco vor, die Flößerei zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit zu machen.

Altensteig. Gleich zwei Nachrichten brachten den Vorsitzenden der Flößerzunft Oberes Nagoldtal mit Sitz in Altensteig, Martin Spreng, zum Jubeln. Der Technische Leiter der Stadtwerke Altensteig, Günther Garbe, teilte mit, dass die Ausschreibung für die Renovierung der Monhardter Wasserstube und den Bau eines Wasserkraftwerks veröffentlicht worden ist.

Außerdem erhielt Spreng, der auch Bundesvorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung (DFV) ist, die Nachricht, dass die Bundesrepublik Deutschland der Unesco vorgeschlagen hat, die Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit vorzuschlagen.

Eine multinationale Arbeitsgruppe mit Vertretern von Flößerei-Vereinen und -Verbänden, der Nationalen Unesco-Kommissionen und Kulturministerien aus Deutschland, Tschechien, Österreich, Polen, Lettland und Spanien arbeiteten seit fast drei Jahren an einer gemeinsamen Nominierung.

"Wir freuen uns außerordentlich, dass die internationale Arbeitsgruppe in einer sehr komplizierten Zeit die gemeinsame Tätigkeit erfolgreich beenden konnte", teilt Spreng mit. Gerade der intensive Erfahrungsaustausch mit Flößervereinen aus verschiedenen Ländern und der Dialog im eigenen Land zum Inhalt der Nominierung habe die Mitwirkenden enorm bereichert.

Die DFV ist der Dachverband von etwa 2100 Flößerinnen und Flößern, die in 26 Vereinen und Organisationen das alte Handwerk lebendig halten und weitergeben. Die Flößerzunft Oberes Nagoldtal ist Teil dieser Vereinigung und hat mit ihren Aktivitäten – wie Flößerführungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, durch Floßfahrten bei Flößerfesten und Gartenschauen – mit dazu beigetragen, dass diese Bewerbung zustande kam.

Deutschlandweit ist die Flößerei bereits seit 2014 als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, erklärt zu dem neuen Schritt: "Ich freue mich, dass die Unesco nun bald über die besondere Bedeutung der Flößerei entscheiden wird. Dieses jahrhundertealte Handwerk hat unsere Gesellschaft geprägt, in ihm spiegelt sich unsere Wirtschaftsgeschichte." Ohne die Versorgung mit Floßholz wäre die Entwicklung vieler europäischer Städte nicht denkbar gewesen, so Böhmer weiter.

Die Nominierung wird nun dem Ausschuss der UN-Kulturorganisation in Paris, einem Gremium, das sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammensetzt, zugestellt. Dieser entscheidet voraussichtlich Ende kommenden Jahres über die Anträge.

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