Mit dem ersten Spatenstich wurde der 4,4 Kilometer lange und vier Millionen Euro teure Ausbau der Kreisstraße K 4334 zwischen Heselbronn und Ettmannsweiler eingeläutet. Foto: Köncke

30-jährige Wartezeit geht zu Ende: K 4334 zwischen Heselbronn und Ettmannsweiler wird für 4,4 Millionen Euro ausgebaut.

Altensteig/Simmersfeld - Nach über 30-jähriger Wartezeit hat es im dritten Anlauf geklappt: Die Kreisstraße K 4334 zwischen Heselbronn und Ettmannsweiler wird auf einer Länge von 4,4 Kilometer ausgebaut. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016. An den Gesamtkosten von 4,4 Millionen Euro beteiligt sich das Land Baden Württemberg mit zwei Millionen. Die anderen 2,4 Millionen müssen der Landkreis Calw, die Stadt Altensteig und die Gemeinde Simmersfeld aufbringen.

Der Ausbau der K 4334 "ist bitter nötig", hat sich Landrat Helmut Riegger beim Calwer Straßenbauamt schlau gemacht. Die aktuelle Fahrbahnbreite beträgt nur 3,5 bis 4,5 Meter und sei damit besonders für den Begegnungsverkehr von Linien- und Schülerbussen "völlig unzureichend". Auf der gesamten Strecke gebe es Probleme mit der Tragfähigkeit und die Ränder seien stark beschädigt. Hinzu komme, dass der gesamte Unterbau der K 4334 nicht frostsicher sei.

Hinter dem Projekt steckt nach Angaben des heutigen Altensteiger und früheren Simmersfelder Bürgermeisters Gerhard Feeß "weit mehr". Im Zuge des Straßenausbaus werden die beiden beteiligten Kommunen ihre Kanal- und Versorgungsleitungen erneuern und eine Breitbandverbindung schaffen. In Lengenloch und zwischen Heselbronn und Lengenloch wird außerdem ein 1,5 Meter breiter Gehweg angelegt.

Riegger: "Wir haben lange für diesen Ausbau gekämpft"

Bürgermeister Jochen Stoll hatte einen Pflasterstein zur Baustelle mitgebracht. Damit wollte er ausdrücken, dass es ein langer und vor allen Dingen "steiniger" Weg gewesen sei, bis jetzt endlich die Bagger anrollen. Bereits 1981 sei ein Ausbau der K 4334 zwischen Ettmannsweiler und Heselbronn geplant gewesen. Aus finanziellen Gründen hätte man das Tiefbauprojekt damals und auch beim zweiten Anlauf um das Jahr 2000 herum zurückgestellt. Für Feeß könnte die zweimalige Verschiebung damit zusammenhängen, dass die K 4334 kleine Orte verbindet mit einer relativ geringen Verkehrsbelastung von 500 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden. Der Kreis Calw und die beteiligten Kommunen könnten "froh sein", dass der Zuschuss des Landes noch nach den alten, relativ hohen Fördersätzen bewilligt worden sei und es damals keine Rolle gespielt habe, wie viel Fahrzeuge täglich auf der K 4334 unterwegs seien, analysierte Harald Protz vom Regierungspräsidium Karlsruhe.

"Wir haben lange um den Ausbau gekämpft“ atmete Landrat Helmut Riegger auf und fügte hinzu, dass der Landkreis in diesem Jahr neun Straßenbauprojekte in Angriff nehmen werde. Dass das 4,4 Kilometer lange Straßenstück Kosten von vier Millionen Euro verursacht, bereitet ihm Kopfzerbrechen – auch deshalb, weil das Land inzwischen weniger Zuschussmittel zur Verfügung stellt. Andererseits sei die Straßenerschließung vor allem im ländlichen Raum für die Gemeinden "von existenzieller Bedeutung".

Der Ausbau der K 4334 erfolgt in sechs Abschnitten, der jetzt begonnene verläuft von der Abzweigung der L351 bis zum Moosweg. Auf diesem Abschnitt werden acht Wochen lang Wasser- und Kanalleitungen neu verlegt. Danach wird die Straße zwischen Beuren und Ettmannsweiler voll gesperrt. Insgesamt werden 16 700 Kubikmeter Erde bewegt.

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