An Altensteiger Schulen haben die Tests "hervorragend" funktioniert.Symbolfoto: dpa/Kneffel Foto: Schwarzwälder Bote

Eigeninitiative: Gemeinderat Altensteig stellt mehr Geld bereit / Beteiligung des Landes bisher nicht geklärt / Kein Zwang

Wer eine Schule in Altensteig besucht, kann sich auf das Coronavirus testen lassen. Über das Angebot der Stadt und die dabei verfolgte Strategie informierte Bürgermeister Gerhard Feeß in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Altensteig. Das Gremium ermächtigte die Verwaltung, weitere Eigen-Schnelltests zu kaufen und gab die benötigten Finanzmittel frei. Bei einer Videokonferenz mit den Rektoren war vereinbart worden, den Test zweimal in der Woche an Grundschülern, Fünft- und Sechstklässlern sowie den Abschlussklassen im Präsenzunterricht durchzuführen. Dabei wird ein Stäbchen eineinhalb bis zwei Zentimeter in den Nasenraum eingeführt. 20 Minuten später steht das Ergebnis fest. Dass sich an der Aktion die pensionierten Altensteiger Ärzte Ursula Utters und Gerhard Förster beteiligt haben, hob Feeß in der Sitzung lobend hervor.

Ausdrücklich wies er darauf hin, dass die Tests freiwillig seien und bei einer Weigerung niemand befürchten müsse, bedrängt oder gemobbt zu werden.

Bei einem positiven Ergebnis "geben wir auch keine Meldung weiter". Die Verantwortung liege bei den Eltern. "Die meisten Kinder haben mitgemacht", berichtete SPD-Stadträtin Utters über ihre Erfahrungen an der Markgrafenschule.

Der Schnelltest habe in Wart hervorragend geklappt betonte CDU-Stadtrat Peter Fuchtel. Zwei seiner Kinder besuchen die dortige Grundschule. Walddorfs Ortsvorsteherin Sandra Grüner sprach sich für einen verpflichtenden Schnelltest aus. Stadtrat Hartmut Hobler stieß ins gleiche Horn. Wenn sich nur 20 bis 40 Prozent der Schüler beteiligen würden sei das "eine Katastrophe".

Bürgermeister Feeß gab ihm recht, ein Zwang werde aber nicht ausgeübt. Weil auch Kinder und Jugendliche aus Nachbargemeinden die Schule in Altensteig besuchen, regte Albrecht Joos (FBV) an, sie an den Kosten für die Schnelltests zu beteiligen. Wenn der Verwaltungsaufwand nicht zu hoch sei, könne man darüber nachdenken, antwortete Feeß.

Und wie geht es nach Osterferien an den Schulen in Altensteig weiter? Für Feeß kann der Präsenzunterricht bis auf Weiteres nur unter dem Raster regelmäßiger Tests durchgeführt werden, um Infektionsketten möglichst schnell zu erkennen, und zu unterbrechen. Was bedeute, dass die Stadt als alleiniger Kostenträger wöchentlich bis zu 21 000 Euro für Eigen-Schnelltests ausgeben muss. Bis jetzt stehe nicht fest, ob sich das Land an den Kosten beteiligt.

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