Das Parkdeck hinter dem Altensteiger Rathaus würde sich als Standort für eine Solaranlage eigenen. Dazu müssten die oberen Ebenen überdacht werden. Foto: Buchner

Energetisch ist in Altensteig noch Luft nach oben. Konzept für Zukunft der Unteren Stadt.

Altensteig - Die Endura Kommunal GmbH hat auftragsgemäß ein Konzept für die Zukunft der Unteren Stadt erstellt und die Ergebnisse nun dem Altensteiger Gemeinderat präsentiert. Potenzial sehen die Experten vor allem bei der Wärmeversorgung.

Seit einem guten Jahr arbeitet die Endura Kommunal GmbH, ein Freiburger Beratungsbüro mit Fokus auf ökologischer und ökonomischer Energieversorgung, an einem Konzept für die Untere Stadt. Nachdem zunächst Daten erhoben und analysiert wurden, entwickelten die Spezialisten einen Maßnahmenkatalog, den Geschäftsführer Rolf Pfeifer und Projektleiterin Sabine Barden trugen die Ergebnisse nun dem Altensteiger Gemeinderat vor.

Der energetische Stand der meisten Gebäude in der Unteren Stadt sei unzureichend, und auch bei der Gebäudetechnik bestehe Handlungsbedarf, erklärte Barden. Schon die konsequente Ausnutzung des Potenzials für Solarenergie würde den Kohlendioxid-Ausstoß um 220 Tonnen pro Jahr reduzieren. Als geeignete Standorte brachte sie das riesige Rathausdach und das städtische Parkdeck ins Spiel – letzteres würde allerdings nur infrage kommen, wenn man die oberen Ebenen überdachen würde.

Außerdem habe die Endura Kommunal GmbH im Bereich Brunnhäusle eine Konzentration von Gebäuden mit hohem Wärmebedarf ausgemacht. Berechnungen hätten ergeben, dass dort eine Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes wirtschaftlicher sei als die Einrichtung eines Mikronetzes.

Des Weiteren brachte die Diplom-Geografin die Möglichkeit ins Spiel, Gebäude als Speicher für das Nahwärmenetz zu nutzen. Mögliche Objekte dafür seien der geplante Neubau der Volksbank und das Gebäude, das einmal das evangelische Gemeindehaus in der Rosenstraße ersetzen soll.

Privatleute müssen ins Boot geholt werden

Das bisherige Engagement der Stadt Altensteig und ihrer Stadtwerke auf den Feldern Energie und Klimaschutz berge auch hohes Potenzial, das Image der Stadt in der Außendarstellung aufzubauen und sich unter diesen Gesichtspunkten zu vermarkten. Vor allem der hohe Anteil an Wasserkraft lasse sich mit dem Status als Flößerstadt verknüpfen. Unter diesen Gesichtspunkten könnte auch die Nagold zugänglicher gemacht und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Bisher führe der Fluss ja eher ein Schattendasein, auch wenn er mitten durch die Stadt fließe. Ihr Vorschlag lautete, einen Energiepfad über diverse Plätze anzulegen und das Erlebnispotenzial der Nagold zu steigern.

Unabdingbar sei auch, Privatleute intensiv über Sanierungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten zu informieren. Deshalb sei es sinnvoll, aus dem "Sanierungs-topf" einen Betrag für zusätzlichen Beratungsbedarf zu reservieren.

Bürgermeister Gerhard Feeß merkte an, dass die Stadt hinsichtlich des "Beratungsthemas" gut aufgestellt sei, man das Thema aber durchaus diskutieren könne.

Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Sie werden die Grundlagen für weitere Beratungen des Gremiums bilden.