Das achtköpfige Energieteam empfiehlt die Installation weiterer Ladesäulen für Elektroautos, so wie auf dem Platz neben dem Altensteiger Rathaus.Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Hauptamtsleiter Thomas Bräuning stellt Gremium das Arbeitsprogramm für das laufende Jahr vor

Der Klimaschutz liegt der Stadt Altensteig am Herzen. Ablesen lässt sich das an zahlreichen Aktionen der vergangenen Jahre und der Zertifizierung als Kommune für nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik. Über das Arbeitsprogramm 2021 wurde der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung von Hauptamtsleiter Thomas Bräuning informiert.

Altensteig. Thomas Bräuning ist in einem achtköpfigen Team für den Bereich Mobilität zuständig. Neu dazugestoßen ist Martin Briegel als Vertreter des Werberings. Beschäftigt hat man sich unter anderem mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden, der Umstellung von Beleuchtungen auf LED, der Versorgung mit Nahwärme, dem Bau neuer Wasserkraftanlagen, Ladesäulen für Elektroautos und der Erstellung eines Radwegekonzepts für die Altensteiger Unterstadt.

Der neue Freiflächen-Solarpark im Industrie-und Gewerbepark Turmfeld erzeugt jährlich rund 800 000 Kilowattstunden Strom. Für das Jahr 2022 ist eine Verdoppelung der Solarmodule geplant.

Vorstellen kann sich das Energieteam auch PV-Anlagen auf dem Neubau der Friedrich-Boysen-Realschule, dem Dach auf der Nordseite der Justus-Perels-Sporthalle, in Spielberg und Garrweiler im Bereich von Regenrückhaltebecken.

Wo es sinnvoll erscheine, sollten Bewegungsmelder in städtische Liegenschaften eingebaut werden, damit nur Licht brenne, wo man gehe und die Leuchten dahinter wieder ausgehen.

Der Bau einer neuen Wasserkraftanlage an der Monhardter Wasserstube ist bereits beschlossen, außerdem könnte der Stadtteil Berneck mit Abwärme der Altensteiger Sammelkläranlage versorgt werden. Die Straße "Am Brunnenhäusle" sollte ans Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Weil die Elektromobilität Fahrt aufnehme, schlägt das Gremium die Installation weitere Ladesäulen für E-Autos vor – zum Beispiel auf dem Parkdeck der Wilhelmstraße, am Rosenplatz und in Berneck.

Begrüßt wird die Einführung von Tempo-30-Zonen in der Altensteiger Post- und Rosenstraße und Tempo 40 in der Dorferstraße.

Beschäftigt hat man sich mit einem Wegekonzept für Radfahrer in der Unterstadt, inklusive Beschilderung. Wünschenswert sei der Verzicht auf Plastik bei Sportveranstaltungen und dass die Stadtverwaltung auf Umweltpapier mit dem blauen Engel umsteigt. Bräuning: "Die Stadtwerke haben damit gute Erfahrungen gemacht."

Dass ein Radwegekonzept für die Altensteiger Innenstadt "angegangen" wird, fand SPD-Stadträtin Ursula Utters in der anschließenden Aussprache erforderlich. Tobias Schmid regte an, nicht nur Ladesäulen für E-Autos in der Unterstadt anzubringen, sondern auch im Umfeld der Schulen. "Wenn man beim Klimaschutz in die Tiefe geht", würden sich Einsparpotentiale ergeben, betonte Albrecht Joos (FBV).

Die Ergebnisse des Arbeitsprogramms und die Umsetzung stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, empfahl FW-Stadtrat Dieter Renz. So wie bei der Heizzentrale in Wart", schaltete sich Ortsvorsteher Michael Löb ein. "Wie da die Bevölkerung mitmacht, ist beispielhaft". Von der kohlendioxidfreien Energieversorgung profitieren 300 Wohneinheiten nahe gelegener Hochhäuser, das Wohngebiet Birkenäcker, Mehrfamilienhäuser in der Wildbader Straße, das Congress-Center und die Schulungsgebäude der Dekra-Akademie. Von den benötigten 5700 Kubikmeter Hackschnitzel stammen 4000 aus dem Altensteiger Stadtwald. Für Bürgermeister Gerhard Feeß ist die Heizzentrale ein "Leuchtturmprojekt". Das Arbeitsprogramm 2021 wurde vom Gemeinderat einstimmig gutgeheißen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: