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Altensteig (Württ.) Insolvenzuhr tickt in Tourismusbranche

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Herbert Müller (von links), Marcel Klinge und Michael KönigFoto: FDP Foto: Schwarzwälder Bote

Altensteig-Berneck. "Die Insolvenzuhr tickt – stirbt unsere mittelständische Tourismuswirtschaft an den Folgen der Covid-19-Pandemie?" – Unter dieser Überschrift hatte der FDP-Kreisverband nach Altensteig-Berneck ins Hotel Restaurant Rössle eingeladen. Der Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Herbert Müller stellte auch während der Begrüßung den Bundestagskandidaten des Wahlkreises Calw/Freudenstadt, Michael König, vor.

Der Referent des Abends, der Bundestagsabgeordnete aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, Marcel Klinge, tourismus-politischer Sprecher und Mitglied im Ausschuss für Tourismus sowie Wirtschaft und Energie, referierte über die derzeitige schwierige Situation der Tourismus-Branche, insbesondere Hotellerie und Gastronomie, hinterfragte die Verhältnismäßigkeit bestimmter Maßnahmen im Rahmen der Pandemie und sprach über Möglichkeiten, hier zu helfen.

Sehr schnell stiegen die Fachleute, vor allem die Hausherren des Rössle, Familie Dürr, in die Diskussion mit ein und schilderten die derzeitige, teilweise katastrophale Lage der zum größten Teil familiären Betriebe.

Verordnungen und Regelungen, die sich wöchentlich oder fast täglich ändern und niemand mehr überblickt, Mitarbeiter die kurzfristig in Kurzarbeit geschickt werden müssen, der Einkauf an Lebensmitteln, die liegenbleiben oder weggeworfen werden, weil Veranstaltungen abgesagt werden müssen und einhergehend dadurch die fehlende Planbarkeit für den Betrieb. "Einerseits fühle man sich alleingelassen, nicht Ernst genommen und schon gar nicht hätten sie eine Lobby wie beispielsweise die Autoindustrie", so Claudia Dürr, und das obwohl in Deutschland drei Millionen Arbeitskräfte in der Tourismusbranche arbeiteten – dreimal so viel wie in der Autoindustrie.

Man stelle sich auch der Verantwortung für seine eigenen Mitarbeiter, könne es aber keinem verdenken, der nicht mehr in Hotel und Gastronomie arbeiten wolle, wenn er wie jetzt nur noch 50 Prozent seines früheren Einkommens habe. "Ist es ein Wunder, wenn niemand mehr in der Gastronomie arbeiten möchte?" Mit viel Arbeit, Schweiß und finanziellem Aufwand habe man den Betrieb dahin gebracht, wo er heute ist, modern, zeitgemäß und eigentlich für die Zukunft gerüstet, so Dürr. So habe man seit dem Frühjahr peinlichst auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln geachtet, organisatorischen und finanziellen Aufwand getrieben, um dann wieder kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, die den Geschäftsbetrieb einschränken oder ganz unmöglich machen.

Finanzielle Hilfen oder gar die befristete Mehrwertsteuersenkung seien nur Tropfen auf dem heißen Stein. Von dem bürokratischen Aufwand, der noch mehr wurde, ganz zu schweigen, etwa die unterschiedlichsten Steuersätze belasteten nicht nur steuertechnisch sondern auch finanziell. Da staunte selbst Klinge über die Detailkenntnisse und die Flut an Informationen die Familie Dürr aus ihrem Erfahrungsschatz und vor allem aus der Praxis zur Verfügung stellten.

Klinge und Müller betonten unisono die Bedeutung der Tourismusbranche, insbesondere der Hotellerie und Gastronomie, vor allem auch im Nordschwarzwald und die bestmögliche Unterstützung. Es müsse jedem bewusst sein, dass jede Insolvenz eines Hotels oder das Sterben eines Gasthauses auch ein Verlust an Lebensqualität, gesellschaftlichem Miteinander mit sich bringe und vor allem Leid für die Betreiberfamilien und deren Angestellten.

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