Der Kindergarten Spielberg ist der einzige in der Gesamtstadt mit einer Regelgruppe und einer Betreuung von fünfeinhalb Stunden am Vormittag.Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Gebühren: Altensteiger Verwaltung schlägt Anhebung der Elternbeiträge vor / Bürgermeister Feeß: Steigerung ist verkraftbar

Steigen die Elternbeiträge für die Ganztages- und Kleinkindbetreuung im nächsten Jahr im Altensteiger Stadtgebiet um 1,9 Prozent? Und um acht Prozent, wenn die Vorschuleinrichtungen länger geöffnet bleiben? Kostet die Betreuung in der Grundschule vor Beginn des Unterrichts künftig 21 Euro im Monat? Es deutet vieles darauf hin.

Altensteig. Die Entscheidung soll in der nächsten Gemeinderatssitzung fallen. Vorab informierte die Verwaltung das Gremium über die ab 2021 geplanten Sätze. Eingerechnet sind Abschreibungen auf das Anlagevermögen und kalkulatorische Zinsen.

Die Kommune unterhält in der Kernstadt und den Stadtteilen mehrere Kindertagesstätten und unterstützt kirchliche und private Träger. Die klassische Regelgruppe mit 30 Wochenstunden wird nur noch in Spielberg nachgefragt. Gängige Modelle sind die verlängerte Öffnungszeit und die Ganztagesbetreuung. In der Krippe werden Jungen und Mädchen unter drei Jahren aufgenommen.

Bei verlängerten Öffnungszeiten schlägt die Verwaltung eine Anhebung um acht Prozent vor. Familien mit einem Kind müssten ab Januar kommenden Jahres 138 Euro im Monat bezahlen (bisher 128 Euro), Familien mit zwei Kindern 106 statt 98 Euro.

Es gibt auch die Möglichkeit, seinen Nachwuchs den ganzen Tag über betreuen zu lassen. Angeboten wird das in den Kindergärten Karl- und Welkerstraße, außerdem in Walddorf. Beantragt wird eine Erhöhung der Sätze um 1,9 Prozent. Bei 50 Wochenstunden müssten bei einem Kind 271 Euro im Monat aufgebracht werden (bisher 266 Euro), bei zwei Kindern unter 18 Jahren jeweils 242 Euro (noch 237 Euro). Das Mittagessen kostet bei einem Tag in der Woche im Monat zwölf Euro und bei fünf Tagen 60 Euro; der Tagessatz beträgt drei Euro.

In der Kinderkrippe erheben städtische und private Träger bisher Gebühren von einheitlich 270 Euro im Monat. Künftig wären das bei einer Betreuung von 30 Wochenstunden und einem Kind 275 Euro, bei zwei Kindern jeweils 205 Euro. Wer sein Kleinkind 50 Stunden in der Woche zur Krippe bringt, muss im Monat 459 Euro entrichten (bisher 450 Euro), bei zwei Kindern sind es jeweils 341 Euro (momentan 335 Euro). Werden Grundschüler aus persönlichen oder beruflichen Gründen vor Beginn des Unterrichts abgegeben, werden dafür bisher 18 Euro im Monat verlangt, ab Januar 2021 wären es 21 Euro.

Die Erhöhung der Elternbeiträge ist für Bürgermeister Gerhard Feeß verkraftbar. Man würde sich außerdem an die Empfehlungen des Landesverbandes halten.

Gerd Stunder (SPD) gab zu bedenken, dass die Corona -Pandemie für Familien mit Kindern "eine schwere Zeit" ist, deshalb sollte es die Stadt im kommenden Jahr bei den bisherigen Sätzen belassen. Ähnlich äußerte sich AfD-Stadtrat Marcus Lotzin. "Gute Kinderbetreuung hat ihren Preis", entgegnete Dieter Renz von den Freien Wählern. Peter Fuchtel (CDU) monierte die geplanten 21 Euro bei der verlässlichen Grundschule: "Mehrkosten um 13 Prozent, das ist hart." Sein Antrag wurde mit 13 zu fünf Stimmen abgelehnt. Sieben Gegenstimmen gab es bei der beantragten Erhöhung um acht Prozent bei der verlängerten Öffnungszeit und vier Kommunalpolitiker sind gegen eine Anhebung der Sätze bei der Regelbetreuung um 1,9 Prozent. Der endgültige Beschluss soll im Dezember gefasst werden.