Hille und Marthe Perl (von links) mit ihren wunderschönen historischen Instrumenten – der "Viola da Gamba" Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Konzert: Die Gambistinnen Hille und Marthe Perl eröffnen die neue Meisterkonzertreihe

Mit dem Konzert "Die vier Elemente" wurde die traditionelle Reihe der Meisterkonzerte äußerst würdig eröffnet. Das Publikum im Bürgersaal war begeistert.

Altensteig. Die beiden ausgezeichneten Gambistinnen Hille und Marthe Perl mit ihren historischen Instrumenten, der Viola da Gamba, präsentierten experimentierfreudig das Zusammenspiel der Elemente und ihrer musikalischen Umsetzung.

"Wo bekommt man so etwas schon zu sehen und zu hören", war eine der Reaktionen seitens der Konzertgäste im Altensteiger Bürgerhaus. Gemeint war damit das Zusammentreffen von Mutter Hille und Tochter Marthe Perl, die mit ihren wunderbaren Gamben und der meisterlichen Umsetzung des Themas rund um die vier Lebensbausteine Feuer, Wasser, Erde und Luft.

Christian Heieck, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Engler-Stiftung, freute sich bereits bei der Begrüßung auf ein wahrlich meisterliches Konzert zur Eröffnung der gleichnamigen Reihe.

Ein anspruchsvolles Programm mit selbst komponierten Präludien der 1983 geborenen Marthe Perl, die als Auftakt für die musikalische Interpretation der einzelnen Elemente gewählt waren und denen Stücke gewidmet waren aus der irischen Folklore der Neuzeit, aber auch Musikalisches aus den Federn von Gamben-Maestri Marin Marais und Tobias Hume.

Die Auswahl der Musik zeigte sich abwechslungsreich und vielseitig und war äußerst passend von den beiden international erfolgreichsten deutschen Gambistinnen gewählt.

Dass ihre Instrumente Fragen bei den Konzertbesuchern aufwarfen, denen sie den beiden Musikerinnen in der Pause stellten, erfreute Mutter und Tochter Perl.

Im zweiten Konzertteil ging Hille Perl auf die Besonderheiten der Viola da Gamba ein. Dabei stellte sie fest, dass einige noch nie in einem Konzert mit diesem traditionsreichen Instrument waren. Gespielt wird auf sieben Saiten, wobei die Gamba mit Bünden bestückt ist, anders als eine Violine aber vielfach auf leeren Saiten gespielt wird.

Der Bogen mit seinen feinen Haaren wird dabei mit einem Untergriff gehalten und das Instrument, angelehnt an die Waden, wird von den Oberschenkeln des Musizierenden gehalten – ohne Bodenstütze. Während Tochter Marthe eine Kopie eines Instrumentes aus dem 17. Jahrhundert spielt, besitzt Hille ein 300 Jahre altes, sehr wertvolles Instrument, das in Italien gefertigt wurde.

Ihr musikalisches Programm, das sich zunächst den Elementen Feuer und Wasser widmete, zeigte die erwärmenden, aber auch gefährlichen Flammen auf, begegneten einer alten Frau am Feuer und endeten mit einem feurigen Tanz, dem Fandango. Im Teil "Wasser", als rettendes Element, das getragen und fließend sowie voller Melancholie mit teils sehr leisen Tönen gespielt wurde, beinhaltete die Klage ebenso wie Tränen, also überwiegend fließende Elemente.

Der Konzertteil "Luft" verbreitete eine spürbare Leichtigkeit mit Stücken aus dem 17. Jahrhundert und mittelalterlichen Klängen bei "Saltarello". Der Schlussteil des Gambenkonzerts war der Beständigkeit gewidmet. Hohe Berge und Tiefen kennzeichnen das Element "Erde".

Die musikalische Wahl fiel auf das sakral angehauchte "Tombeau pour Mr Meliton" von Marin Marais und das Stück "Faronell’s Division upon a Ground" von Michel Farinel. Der satte und volle Klang der selten zu hörenden Instrumente kam voll zur Geltung.

Als kleine Zugabe hatten sich die beiden eine moderne Komposition einer Amerikanerin aufgespart, die vor rund 30 Jahren eigens für Hille Perl geschrieben wurde.

Das Publikum war begeistert.