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Altensteig (Württ.) Der Balanceakt ist nicht einfach zu managen

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Die Neugestaltung des Altensteiger Marktplatzes ist ein zentraler Bestandteil der Unterstadt-Sanierung.Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Altensteig. Schulerweiterung, die Neugestaltung des Marktplatzes, Kindergartensanierung – in Altensteig wurde im vergangenen Jahr viel erledigt. Aber auch im neuen Jahr warten viele Aufgaben auf Gemeinderat und Stadtverwaltung. Bürgermeister Gerhard Feeß sprach mit dem Schwarzwälder Boten über kommunale Projekte und persönliche Hoffnungen.

Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2020 denken?

Wir haben im Jahr 2020 zahlreiche Projekte verwirklicht, die an vielen Stellen auch das Erscheinungsbild von Altensteig neu prägen: Die Fertigstellung der Sanierung der Poststraße mit neuer Kaufhausbrücke, neuem Postplatz und neuem Marktplatz sind ein Großprojekt, welches 2020 seinen Abschluss gefunden hat. Der Anbau und die Sanierung der Kindertagesstätte in der Welkerstraße und der Einbau einer weiteren Gruppe in der Kita Karlstraße sowie der Beginn der Erweiterung unserer Friedrich Boysen-Realschule sind für uns als Familien- und Bildungsstandort ebenso wichtige Projekte. Das Amphitheater im Schlossgarten wurde fertiggestellt. Daneben haben wir zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen im Bereich Tiefbau zusammen mit unseren Stadtwerken verwirklicht und den Spatenstich zur Erschließung eines großen Neubaugebiets in Spielberg gemacht.

Was steht in Altensteig an größeren Vorhaben im Jahr 2021 an?

Die Stadt, die Stadtwerke und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung investieren 2021 in den unterschiedlichsten Bereichen rund 23 Millionen Euro. Darin enthalten sind der nächste Bauabschnitt des Anbaus an die Friedrich-Boysen-Realschule, die weitere Digitalisierung unserer Schulen, die Stadtsanierung in der Altstadt und der unteren Stadt, die Fertigstellung des Baugebiets "Schwarzwaldstraße" in Spielberg mit 35 Bauplätzen, Tiefbaumaßnahmen in Garrweiler in der Langen Gasse, Erweiterung der Nahwärmenetze und Gasnetze, der weitere Ausbau der Glasfaserinfrastruktur sowie Brandschutzthemen. Weiterhin ist 2021 das Planungsjahr für verschiedene neue Projekte wie der Umbau des Kindergartens und des Feuerwehrmagazins in Überberg, die Planung eines neuen Feuerwehrmagazins und einer neuen Kita in Walddorf, die Sanierung der Markgrafenhalle – um nur einige wenige Projekte zu nennen.

Was haben Sie persönlich 2020 wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie am meisten vermisst?

Das, was die meisten von uns auch vermisst haben: die persönlichen Kontakte im täglichen Umgang. Und dass es keine Kulturveranstaltungen und keine Feste gab. Ebenso, dass man nicht einfach ins Kino oder essen gehen konnte.

Und wer oder was hat Sie in den vergangenen Monaten besonders geärgert?

Es war nicht immer einfach, den Bürgerinnen und Bürgern die sich häufig ändernden Regelungen der Corona-Verordnungen nahe zu bringen. Und meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren leider häufig der "Prellbock" für Unmut und Ärger über einzelne Regelungen. Geärgert haben mich die wenigen Personen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten und damit für alle anderen die Situation verschärfen oder verlängern.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden? Was werden Sie als Erstes machen?

Ich freue mich darauf, mich wieder mit Freunden und Bekannten sowie mit meiner über 90-jährigen Mutter unbeschwert ohne Abstand und Maske treffen zu können. Als erstes werde ich mit meiner Frau und meiner Mutter in ein Lokal zum Essen gehen.

Werden Sie sich impfen lassen?

Ja, sobald ich an der Reihe bin, werde ich mich sofort impfen lassen. Dies zur eigenen Sicherheit, aber ganz klar auch aus Solidarität zu unserer Gesellschaft.

Welche Schwierigkeiten stehen Altensteig aufgrund von Corona noch bevor?

Ich sehe eine der großen Schwierigkeiten darin, die Kindertagesstätten offen halten zu können, bis die Pandemie durch die Impfung zurückgedrängt ist. Die Kinder brauchen die Gemeinschaft, und viele Eltern sind auf offene Kitas und Schulen angewiesen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten dort wirklich Großartiges. Der Balanceakt zwischen Infektionsgeschehen und geöffneten Einrichtungen ist nicht einfach zu managen. Selbstverständlich werden die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Staatsfinanzen lange nachwirken. So werden wir dies auch in den Finanzen der Stadt in den kommenden Jahren deutlich spüren.

Wie steht es um den Zusammenhalt in Ihrer Gemeinde seit Beginn der Corona- Krise?

Die Hilfsbereitschaft, der Zusammenhalt und die Kreativität vieler sind in dieser Krise überwältigend! Vereine unterstützen hilfsbedürftige Personen durch Hilfsdienste, unsere Gastronomie hilft Bedürftigen mit "Gastro hilft", Kirchen und Vereine machen zahlreiche virtuelle Angebote, der Handel liefert seine Waren auf Wunsch aus und vieles mehr. Die Altensteiger und Altensteigerinnen zeigen: Wenn es darauf ankommt, stehen und halten wir alle zusammen!

Was waren die größten Herausforderungen der Gemeindemitarbeiter bei der Bewältigung der Corona-Krise?

Für die Rathausverwaltung waren es die vielen Regelungen durch die häufig geänderte Corona-Verordnung. Diese kamen meist nachts oder am Wochenende und galten ab dem nächsten Tag. Hier hatten und haben wir einen Krisenstab, der seit März bis heute 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche in Bereitschaft ist und alle Themen sofort bespricht und aufarbeitet. Weiterhin sind die zahllosen Anfragen zu allen Themen rund um Corona inhaltlich und zeitlich fordernd. Das Organisieren aller unserer unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Einrichtungen unter Hygienebedingungen war und ist ebenfalls eine große Herausforderung. Ohne verantwortungsbewusste Leitungskräfte und Mitarbeiter ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen.

Können Sie Corona und den Folgen generell etwas Positives abgewinnen?

Corona zeigt uns allen, was für Möglichkeiten und Freiheiten wir vor der Pandemie hatten und ohne darüber nachzudenken nutzen konnten. Erst die Einschränkungen und der Verzicht haben uns das vor Augen geführt. Und wir haben vieles neu wertschätzen gelernt. Viele Menschen haben erkannt, was wirklich wichtig ist. Durch Corona habe ich noch mehr die eigene Heimat kennen und schätzen gelernt.

Wer kennt nicht die Märchen, in der die gute Fee vorbeikommt und man drei Wünsche frei hat. Wie würden Ihre fürs neue Jahr lauten?

Gesundheit, ein Ende der Pandemie dadurch, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und Frieden zwischen den Menschen und den Völkern.

Um den Jahreswechsel blicken die (Ober-)Bürgermeister des Landkreises auf das außergewöhnliche Jahr 2020 zurück. Was hat ihnen wegen Corona am meisten gefehlt? Was waren außerdem bestimmende Themen? Des Weiteren wagen sie einen Blick in die Zukunft und verraten unter anderem, worauf sie sich "nach Corona" am meisten freuen.

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