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Altensteig (Württ.) De’Ignis-Pläne stoßen auf Skepsis

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Zur Sitzung des Bau- und Umweltausschusses hatten sich viele Zuhörer eingefunden. Foto: Köncke

Altensteig - Die Psychiatrische Fachklinik De’Ignis möchte in der Altensteiger Oberstadt weitere Räumlichkeiten nutzen. Und die Anwohner des Wohngebiets wollen nicht in ihrer Ruhe gestört werden. Diesem Ziel ist man in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses ein Stück nähergekommen.

Wenn Gemeinderatsausschüsse tagen, hält sich das Interesse der Bürger in Grenzen, meist bleiben die bereit gestellten Stühle unbesetzt. Diesmal war es anders. Die Haus- und Grundstücksbesitzer der Auer- und Urbachstraße und des Markgrafenwegs hatten bereits im Vorfeld angekündigt, "mit voller Kapelle" zu erscheinen, um auch auf diese Weise ihre Entschlossenheit zur Durchsetzung ihrer Interessen zum Ausdruck zu bringen. Vorsorglich wurde deshalb die Ausschusssitzung vom kleinen in den großen Sitzungssaal verlegt. 48 Zuhörer wurden gezählt, als Bürgermeister-Stellvertreter Uwe Seeger zum Mikrofon griff und gleich darauf aufmerksam machte, dass die Zuhörer kein Rederecht besitzen.

Architekt Clemens Künster aus Reutlingen erläuterte die Grundzüge der Planung. Als die Klinik bei der Stadt den Antrag stellte, die ehemalige Volksbankfiliale im Markgrafenweg 11 und das Brennerhaus in der Auerstraße 2 (bisheriger Standort des Ausbildungskaufhauses "IK" und Niederlassung der Sparkasse Pforzheim Calw) für musikalische und sportliche Aktivitäten beziehungsweise physiotherapeutische Behandlungen nutzen zu dürfen und deshalb aus planungsrechtlichen Gründen ein Sondergebiet "Klinik am Markgrafenweg" auszuweisen, liefen die Anwohner Sturm.

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung äußerten sie massive Kritik. Befürchtet wird, deutliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Angeführt wurden eine erhebliche Lärmbelästigung, eine veränderte Verkehrssituation und bauliche Maßnahmen. Um die Rechtssicherheit des Bebauungsplans verbindlich zu klären, zog die Stadt Fachanwalt Dirk Herrmann von der Kanzlei Deubner & Kirchberg aus Karlsruhe hinzu. Die Anwohner beauftragten einen Juristen der Kanzlei Dr. Kroll und Partner aus Reutlingen.

Clemens Künster erläuterte in der Sitzung die Planungsziele und stellte klar, dass eine bauliche Erweiterung der Klinik nicht vorgesehen sei, sondern nur eine Nutzungsänderung. Die ehemalige Bäckerei Katz und die Volksbankfiliale will die Klinik für ihre Verwaltung und für öffentliche Physiotherapie nutzen, das Brennerhaus als Gruppenraum für Sport, Gymnastik und Musiktherapie.

Damit für beide Seiten Klarheit herrscht, empfahl der Planer in der Sitzung, den Klinikbereich auf das Quartier zwischen der Urbach-und Lerchenstraße, dem Markgrafenweg und der Auerstraße zu begrenzen. Eine "krakenmäßige" Ausbreitung soll dadurch verhindert werden. Aus dem Schallgutachten von Diplom-Ingenieur Jürgen Hermann von der Dekra mobil geht hervor, dass der gemessene Lärmpegel zurzeit werktags 52 Dezibel beträgt und am Sonntag 53 Dezibel - und damit unter dem zulässigen Grenzwert liegt.

SPD-Stadträtin Ursula Utters verlangte in der anschließenden Diskussion, dass Baufenster nicht erweitert und auch die Höhenentwicklung des Brennerhauses nicht verändert werden dürften. Stephan Henssler (FBV) wollte klargestellt wissen, dass die Einwände der Anwohner nicht einfach abgeschmettert werden. Mit dem neuen Bebauungsplan "Am Markgrafenweg" gehe man "zwei Schritte zurück und einen nach vorn", sagte Dieter Renz (Freie Wähler). Uwe Seeger (CDU) drückte es so aus: "Wir starten bei Null". Bei der Diskussion dürfe man aber nicht außer Acht lassen: "Die Fachklinik schafft Arbeitsplätze".

Nach eher grundsätzlichen Überlegungen soll nun die Weiterentwicklung der Fachklinik mit den Anwohnern des allgemeinen Wohngebiets im Detail besprochen werden. Damit hat der Bau- und Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt.

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