Im Sanierungsgebiet enthalten ist auch das Mittlere Schulhaus. Foto: Fritsch

Altstadt sei "im Prinzip ein Dauersanierungsgebiet." Markgrafenhalle als Exklave enthalten.

Altensteig - Ein Sanierungsgebiet ist abgewickelt, das andere steht ganz am Anfang: Nach dem Bereich "Obere Stadt" richtet die Stadt Altensteig das Augenmerk nun auf das Areal "Obere Stadt II".

Während der 15-jährigen Geltungsdauer des Sanierungsgebiets "Obere Stadt" seien dort Fördermittel in Höhe von annähernd sechs Millionen Euro umgesetzt worden, erklärte Sabine Morar von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE), als der Altensteiger Gemeinderat jüngst die Aufhebung der Sanierungssatzung beriet und beschloss. Dabei müsse man davon ausgehen, dass jeder Zuschuss-Euro Folgeinvestitionen in fünf- bis siebenfacher Höhe ausgelöst habe.

Modernes Leben in Altstadt ermöglichen

Die Stadt Altensteig habe die Zuschüsse genutzt, um baufällige Gebäude abzureißen, attraktive Plätze zu schaffen und das Alte Rathaus und die Alte Apotheke umfassend zu sanieren. Aber auch 26 private Vorhaben seien in der Altensteiger Altstadt verwirklicht worden.

"Thema ist, die Altstadt zu erhalten und dort modernes Leben zu ermöglichen, damit es nicht nur eine Kulisse ist", fasste Altensteigs Bürgermeister Gerhard Feeß zusammen. Die Altstadt sei "im Prinzip ein Dauersanierungsgebiet." Ein positiver Nebeneffekt der Förderung sei überdies, dass der größte Teil der Investitionen an örtliche Handwerksbetriebe fließe.

Das neue Sanierungsgebiet "Obere Stadt II" wird begrenzt durch Karlstraße und Dorfer Straße und erstreckt sich bis zum oberen Teil der Haldenstraße. Ebenfalls enthalten ist - als abseits des zusammenhängenden Hauptteils gelegener Exklave - die sanierungsbedürftige Markgrafenhalle. Die Stadt will das Sanierungsgebiet darüber hinaus nutzen, um Teile der Stadtmauer und das Mittlere Schulhaus auf Vordermann zu bringen.

17 Gebäudeeigentümer haben bereits konkrete Pläne

Sabine Morar erläuterte, dass das Interesse der Hauseigner im betroffenen Bereich hoch sei - eine Fragebogenaktion habe einen Rücklauf von 49 Prozent gezeitigt. "Viele haben nur darauf gewartet, dass es dort los geht, und wissen, was auf sie zukommt. Die damit verbundenen Hoffnungen seien hoch und reichten von einer Verbesserung der Verkehrssituation über bezahlbaren Wohnraum bis hin zur Ansiedlung neuer Gastronomiebetriebe und Geschäfte. Und tatsächlich sei ein Ziel des Sanierungsprogramms, "Leerstände zu aktivieren", so Morar. Mindestens 17 Gebäudebesitzer hätten konkrete Modernisierungsabsichten und könnten diese auch zügig in Angriff nehmen

In der Sitzungsvorlage rief die Stadtverwaltung in Erinnerung, dass das Sanierungsgebiet bereits im Jahr 2018 mit einem Förderrahmen von knapp 3,4 Millionen Euro beim Land beantragt worden sei. Bewilligt worden seien letztlich nahezu 2,2 Millionen Euro aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz West.

Wie denn die 1,2-Millionen-Euro-Diskrepanz zwischen Antrag und Bewilligung zustande gekommen seien, wollte Stadtrat Dieter Renz (Freie Wähler) wissen. "Aufstockungsanträge waren bisher in der Regel erfolgreich", beschwichtigte Morar.

Albrecht Joos (Freie Bürger) sah in dem neuen Sanierungsgebiet "eine gute Möglichkeit, die Stadt voran zu bringen und die Bürger zu unterstützen".

Der Gemeinderat beschloss die entsprechende Satzung einstimmig.

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