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Altensteig (Württ.) Angebote auch während der Ferien

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Die Zehntklässler der Hohenbergschule werden im "digitalen Klassenzimmer" unterrichtet.Archiv-Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Die Schulen sind geschlossen, aber das Lernen geht weiter. Die aktuelle Situation ist für alle Bildungseinrichtungen eine große Herausforderung – auch in Altensteig.

Altensteig. Die Friedrich-Boysen-Realschule kann dafür auf eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur bauen und hat bereits vor der offiziellen Entscheidung der Landesregierung die Weichen gestellt.

Die Hohenbergschule muss individuelle Wege gehen.Bereits vor der Schulschließung haben alle Schüler ihre Schulmaterialien mit nach Hause genommen. Eine Steuergruppe hat sodann alle Absprachen getroffen, wie man mit der Situation umgeht.

"Angst verhindert schon immer das Lernen, da können wir nicht noch Druck aufbauen", sagt Realschul-Rektor Klaus Ramsaier. In der ersten Woche hätten die Lehrer daher nur Aufgaben für die Hauptfächer ausgegeben. In der zweiten und dritten Woche kamen dann ein paar Nebenfächer hinzu. Es könne also, trotz fortschrittlicher Arbeitsmittel, nicht von Unterricht im eigentlichen Sinn gesprochen werden.

Die Friedrich-Boysen-Realschule ist schon lange Vorreiter im Bereich der Digitalisierung. Schon seit vielen Jahren nutze sie verschiedene Plattformen, um mit der Schulfamilie zu kommunizieren. Es habe sich jedoch als besonders praktisch erwiesen, dass die Schule wenige Wochen vor der Krise auf ein neues Produkt umgestiegen ist. Der nun genutzte Schulmanager verlagere sehr viele Bereiche der Schulkommunikation und der Organisation innerhalb der Schulfamilie in eine "Cloud". Alle Inhalte, Nachrichten, Elternbriefe und Aufgaben kämen in Echtzeit beim jeweils richtigen Empfänger an. Lehrkräfte erstellten Lern-und Lehrvideos sowie interaktive Aufgaben, nutzen Lern-Apps, aber auch klassische Aufgaben im Schulbuch. "Wir müssen dabei Maß halten. Wir können ja nicht voraussetzen, dass die Ausstattung innerhalb der Familien identisch ist", sagt Ramsaier. Gerade hier habe es sich bewährt, dass alle Schüler ab der achten Klasse einen Tablet-Computer von der Schule bekommen und dieses nach Hause nehmen dürfen.

Die anstehenden Osterferien sollen aber für alle Ferien bleiben. "Wir alle, auch die Lehrkräfte, hatten keinerlei Vorerfahrungen mit solch einer Situation. In einigen Gruppen und Klassen ist es so tatsächlich zu einer verstärkten Belastung gekommen. Die Schüler haben also zum Teil immer noch genug zu tun. Sie können die Arbeit nun entspannt zu Ende bringen. Noten darf es für diese Aufgaben sowieso nicht geben", erklärt Klaus Ramsaier.

Um die Strukturierung des Tages beizubehalten und die Familien weiter zu unterstützen, biete die Schule weiterhin freiwillige Angebote. Diese hätten nun aber keinen Unterrichtscharakter. Viele würden helfen, die Freizeit kreativ zu gestalten oder brächten Alt und Jung trotz Kontaktsperre zusammen.

Als Beispiel nennt Ramsaier die Aktion #allefüralle: Kinder schreiben den Senioren in den Alteneinrichtungen und versuchen, ein bisschen Licht in deren Isolation zu bringen. Auch stelle die Schule in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei allen Schülern einen kostenlosen Online-Zugang für Ausleihen bereit.

Auch die Hohenbergschule sieht sich gut aufgestellt. Für die Zehntklässler gebe es eine Art digitales Klassenzimmer, alle anderen Klassen würden per E-Mail, Messengerdienste oder ganz klassisch per Telefon und Brief betreut. "Wir haben sehr heterogene Gruppen. Deshalb hat jeder Lehrer freie Hand wie mit den Schülern kommuniziert wird", sagt Rektor Thomas May. Neben dem Kontakt mit den Schülern hält May den Kontakt zu den Eltern ebenso für zentral. "Es geht darum, dass wir beruhigen und Menschlichkeit zeigen", sagt May. Inhaltlich stehen die zentralen Prüfungsfächer, allen voran Deutsch, Mathe und Englisch, als Schwerpunkt auf der Tagesordnung. Es laufe gut, auch wenn es inhaltlich mehr ein Notprogramm sei, so May. Da jedoch alle Schulen gleichermaßen betroffen seien, sieht May die Auswirkungen gelassen: "Wir haben Stillstand für alle. Und alle machen dann gemeinsam weiter." Außerdem sei der Staat den Schulen auch entgegengekommen. Projektprüfungen entfallen genauso wie mündliche Prüfungen: "Das erleichtert unsere Arbeit enorm."

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