Die Altensteiger Stadtkapelle trat im idyllischen Ambiente des Schlossgartens auf.Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Musiksommer: Matinee der verstärkten Alpensteiger Stadtkapelle markiert Lisa Molls gelungenen Einstand als Dirigentin

Deutlich spürbar war beim Konzert der Stadtkapelle Altensteig vor der historischen Kulisse der Schlossanlage die Kraft der Musik. Mit dem gleichnamigen Musikstück eröffnete das Blasorchester eine sonntägliche Matinee am Eröffnungswochenende des diesjährigen Musiksommers.

Altensteig. Musik kennt keine Grenzen und fängt laut Zitat des Komponisten E.T.A. Hoffmann dort an, wo die Sprache endet, sie setzt Kräfte frei und lädt dazu ein, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Lange musste die Stadtkapelle Altensteig auf diesen gemeinsamen Konzertauftritt warten. Der bis dahin letzte war vor Ausbruch der Corona-Pandemie im September 2019. Umso mehr freuten sich die Musikerinnen und Musiker wieder darauf, vor Publikum auftreten zu dürfen.

Für die "Neue" am Dirigentenstab, Lisa Moll, war es das erste Konzert, bei dem sie den Musikern den Takt vorgab. Verstärkt wurden die Musizierenden aus Altensteig von einer Delegation aus dem Villingen-Schwenninger Stadtbezirk Weilersbach, denn die 29-Jährige dirigiert auch den dortigen Musikverein.

Das Wetter hatte ein Einsehen mit der Open-Air-Veranstaltung, doch die zahlreichen Sitzplätze im umgestalteten Schlossgarten füllten sich nur zögerlich. Dabei hätte das abwechslungsreiche und unterhaltsame Programm der Stadtkapelle nach einer solch langen coronabedingten Unterbrechung mehr Gäste verdient gehabt.

Nach der Eröffnung mit "Die Kraft der Musik" kündigten die Geschäftsführerin der Altensteiger Stadtkapelle, Elisabeth Hörmann, zusammen mit Michael Tiede einen Klassiker aus dem Repertoire der Bläser an. Das folgende "Concerto d’Amore des holländischen Komponisten Jacob de Haan startet mit einer barocken Ouvertüre, gefolgt von einem energischen Pop-Abschnitt und endet mit einem charaktervollen Adagio. In die Mischung aus Barock, Pop und Jazz fließt auch eine Swing-Passage ein. Das Publikum im Schlossgarten war begeistert von der Interpretation der verstärkten Stadtkapelle.

Zum Glück blieb das, was der holländische Seefahrer "Abel Tasman" bei seiner Entdeckungsreise von Holland nach Australien erlebte, nämlich eine äußerst stürmische See, den Konzertgästen erspart. Sie hörten den ersten Teil der Marschtrilogie von Alexander Pfluger, stürmisch erklangen nur während der letzten Takte die Glocken der benachbarten Stadtkirche. Das sich kurz danach anschließende Mittagsgeläut war der Grund für eine zehnminütige Pause, bevor die Bläser mit einem Medley von John Williams erneut durchstarteten. Sie ließen die stimmungsvolle und mitreißende Filmmusik aus den Blockbustern "E.T", "Indiana Jones" und "Jurassic Park" erklingen.

Zum Ausklang der Matinee bot die Stadtkapelle einen zum Träumen einladenden musikalischen Hochgenuss mit dem Pop-Klassiker "One Moment in Time", der, von Whitney Houston gesungen, zur Olympia-Hymne im Jahr 1988 wurde. Bei diesem "Moment wie kein anderer" übernahm Hans Bader an der Trompete souverän die führende Stimme.

Der gelungenen Darbietung folgten der verdiente Beifall und der Ruf nach einer Zugabe. Auch darauf war Lisa Moll mit ihrem Bläserteam vorbereitet und beendete das Konzert mit einer nicht fehlenden dürfenden Polka.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: