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Altensteig (Württ.) 30-Jähriger gesteht Einbruch in Fackelschopf

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Weil er am 12. April in den Schuppen (Bild) des Altensteiger Vereins "Tälemer" eingebrochen ist und sich bereits vorher etliches zu Schulden kommen ließ, wurde ein 30-Jähriger vom Amtsgericht Nagold zu einer Haftstrafe von 14 Monaten verurteilt. Foto: Köncke

Altensteig/Nagold - Er hat den Geräteschuppen der Altensteiger "Tälemer" aufgebrochen und eine Vereinshütte in Simmersfeld. Das waren aber längst nicht alle Straftaten, die dem 30-Jährigen zur Last gelegt wurden. Das Amtsgericht Nagold verurteilte den in Handschellen vorgeführten Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zwei Monaten.

Mit Erschrecken musste Manfred Keller im April diesen Jahres feststellen, dass am Holzlagerplatz der "Tälemer" die Tür des "Fackelschopfs" aufgehebelt, Fenster eingeschlagen und zwei Motorsensen entwendet worden waren. Der Vorsitzende der Altensteiger Fackler schätzte den entstandenen Schaden auf rund 3000 Euro.

Von Diebstahl bis Waffenbesitz

Richter Link zählte in der Verhandlung weitere zwölf Delikte auf. Die Palette reicht von Diebstahl, Bedrohung, vorsätzlicher Körperverletzung, unberechtigter Besitz von Waffen bis zu Nötigung, Einbrüche in Wohnungen und Vereinsheimen, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Betäubungsmitteln. Das Drogenproblem war auch in den meisten Fällen der Grund für die begangenen Taten, ging aus den Akten hervor.

Im jüngsten Fall ging es um den besagten Einbruch am 12. April bei den "Tälemern". Dort standen auch zwei Motorsägen im Wert von insgesamt 1500 bis 2000 Euro, die der Portugiese geklaut und verkauft haben soll, um sich Drogen beschaffen zu können.

Seinen Diebstahl gab der Beschuldigte in der Verhandlung zu. Er sei aus der Haft in Rottenburg entlassen worden und habe "dringend Kohle" für seine Sucht gebraucht. "Haben Sie schon einmal eine Therapie gemacht?", fragte der Richter. Der Angeklagte verneinte. "Die brauchen Sie unbedingt", schaltete sich Staatsanwältin Edith Zug ein, "sonst hört das nie auf." Es gebe inzwischen auch einen Termin in einer Suchtklinik erklärte der Angeklagte, er warte nur noch auf die Kostenübernahme-Zusage.

"Ohne Therapie wird sich nichts verändern"

Weil der Beschuldigte wegen einer anderen Strafsache seit dem 14. November 2019 in der Rottenburger Justizvollzugsanstalt einsitzt, hielt es die Staatsanwältin für angebracht, ein "Gesamtpaket" zu schnüren.

"Jedes Mal, wenn irgendwo eingebrochen wurde, hat man sofort auf mich getippt, und am nächsten Tag stand die Polizei vor der Tür", bemühte sich der 30-Jährige um eine "Richtigstellung". Den Einbruch in Altensteig gab er ohne Umschweife zu. Er habe ihn aber nicht alleine verübt, sondern mit einem Kumpel. Wenn er den Namen preisgeben würde, könnte sich das positiv auswirken, witterte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Martin Hammer aus Nagold, eine Chance auf Strafmilderung. Aus diesem und anderen Gründen wollte er sich mit seinem Mandanten in einem Nebenzimmer besprechen, was der Richter mit den Worten in Richtung des Angeklagten genehmigte: "Machen Sie aber keinen Quatsch und hauen sie nicht ab." Vorsorglich postierten sich zwei Justizbeamte vor der Tür.

Mit den Hinweisen, dass der 30-Jährige zwei Kinder und 28.000 Euro Schulden hat, endete die Beweisaufnahme.

Die Staatsanwältin beantragte in ihrem Plädoyer zwar eine Haftstrafe von 14 Monaten, bei einer Berufungsverhandlung am 9. Juli beim Landgericht will sie aber mehrere Einzelstrafen zusammenfassen. "Ohne Therapie wird sich nichts verändern", lautete die Kernaussage des Verteidigers. Bei der Verhandlung im Juli soll auch das ein Thema sein, waren sich die Prozessbeteiligten einig.

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