Im LOT kann man auch am neuen Standort Postplatz 2 Lebensmittel zu günstigen Preisen einkaufen. Foto: Köncke

Umzug: Bewährtes Konzept findet neue Räume. Nächsten Monat soll Gemeindehaus-Abriss beginnen.

Altensteig - Das Sozialkaufhaus LOT ist vom Evangelischen Gemeindehaus in der Rosenstraße in das Eckhaus am Altensteiger Postplatz 2 umgezogen. Mitarbeiter der Erlacher Höhe waren mehrere Tage mit dem Einrichten beschäftigt.

Zur Verfügung stehen nun Räume, die durch einen Aufzug miteinander verbunden sind. Die 68 Quadratmeter große Küche befindet sich im Untergeschoss, der Verkauf von Lebensmitteln, das Café und ein Beratungszimmer im 76 Quadratmeter großen Erdgeschoss. Die Anlieferung der von Supermärkten gespendeten Waren ist über einen Seiteneingang gewährleistet.

Mit der neuen Umgebung des LOT (Laden-Orientierung-Treffpunkt) können sich nicht alle Besucher anfreunden. Vermisst wird vor allem der bisherige "geschützte Raum" im Erdgeschoss des Evangelischen Gemeindehauses. "Wir fühlen uns hier wie auf dem Präsentierteller", sagt ein Arbeitssuchender – und der Tischnachbar nickt zustimmend. Das LOT ist Anlaufstelle für Menschen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind und mit existenziellen Problemen kämpfen.

Das bisherige Domizil – das ehemalige evangelische Gemeindehaus an der Rosenstraße – wurde von der Stadt gekauft und soll im kommenden Monat abgerissen werden. Die zunächst beabsichtigte Sanierung des 1972 erbauten, mehrstöckigen Gebäudes wäre nach Angaben des beauftragten Architekten aufgrund verschärfter Brandschutzbestimmungen, undichter Dächer, verschlissener Bodenbeläge im Saalstock, veralteter Installationen und anderer baulicher Mängel mit einem Millionenaufwand verbunden. Die Kirche sah sich dazu außerstande und wandte sich an die Stadt. Für die kommt nur ein Abbruch infrage. Dafür fallen Kosten von rund 500 000 Euro an.

Weil das Gebäude im „Sanierungsgebiet Untere Stadt“ liegt, wird der Abriss zu 60 Prozent vom Land Baden Württemberg bezuschusst. Gestartet wird nach Auskunft von Hochbauamtsleiter Andreas Bayer mit dem Rückbau von Versorgungsleitungen. Bis Ende des Jahres will man fertig sein. Das geräumte Grundstück soll mit einer Schotterschicht überzogen und privaten Investoren für eine Neubebauung schmackhaft gemacht werden. Vorstellbar ist für Bürgermeister Gerhard Feeß ein Wohn- und Geschäftshaus.

Veranstaltungen der evangelischen Kirchengemeinde mit ihren 2199 Angehörigen finden künftig im "kleinen" Gemeindehaus "K 13" neben der Stadtkirche statt. Der Posaunenchor probt in der Städtischen Musikschule, die Demenzgruppe trifft sich in der evangelisch-methodistischen Pauluskirche, der Freundeskreis der Altensteiger kommt bereits seit einiger Zeit im Haus der Liebenzeller Gemeinschaft in der Poststraße zusammen, die ökumenische Montagsakademie im katholischen Gemeindehaus und LOT. Bürgermeister Feeß hat angeboten, dass bei großen kirchlichen Veranstaltungen städtische Räume – zum Beispiel das Bürgerhaus – zur Verfügung stehen.

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