Sonnenenergie : Ausweisung weiterer Freiflächen für Photovoltaikanlagen auf Gemarkung Altensteig

In Garrweiler, Spielberg, Berneck und bei der Erddeponie in Altensteig könnte man Freiflächen für den Betrieb von Photovoltaikanlagen ausweisen. In Berneck ist der Ortschaftsrat damit nicht einverstanden. Gesucht wird ein Kompromiss.

Altensteig. Zum Schutz des Klimas soll die Erzeugung regenerativer Energien deutlich vorangetrieben werden. Das Land Baden.Württemberg hat ein entsprechendes Gesetz erlassen. Die Installation von Photovoltaikanlagen ist eine Möglichkeit. Der Bau- und Umweltausschuss des Altensteiger Gemeinderats hat sich mit infrage kommende Freiflächen innerhalb des Stadtgebietes befasst.

Bauamtsleiterin Nadine Hentschel stellte sie in der jüngsten Sitzung vor. Bereits in Betrieb gegangen ist die PV-Anlage im Altensteiger Industrie- und Gewerbepark. Auf dem Turmfeld könnte man für diesen Zweck außerdem eine 48 760 Quadratmeter große Freifläche auf dem Gelände der Erddeponie belegen.

Mit der Ausweisung im Flächennutzungsplan sei es nicht getan, stellte Hentschel klar. Nötig werde ein Bebauungsplan.

In Spielberg wird das Wohnbaugebiet "Schwarzwaldstraße" erweitert. Dort könnte eine 6218 Quadratmeter große PV-Fläche reserviert werden, die Leitungen seien bereits gelegt. Der Ortschaftsrat habe bereits zugestimmt. Das kommunalpolitische Gremium in Garrweiler ist ebenfalls einverstanden, dass im Rahmen der Sanierung der "Langen Gasse" unweit des geplanten Regenrückhaltebeckens eine 7232 Quadratmeter große Freifläche für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung steht.

Nur in Berneck regt sich Widerstand, den Ortsvorsteherin Traudel Kempf in der Sitzung zum Ausdruck brachte. Die unterhalb des Sportplatzes und oberhalb der Calwer Straße gelegene, 72 259 Quadratmeter große Fläche im Gewann Neuenäcker sei eine der wenigen, zusammenhängenden Areale in einem Ort mit spezieller Topografie. Wanderwege würden dort vorbeiführen und der Erhalt von Naherholungsgebieten "hat eine immer größer werdende Bedeutung". Und die ebenfalls verpachtete Bio-Wiese am Rossrücken sei ein ideales Terrain für Bienen. Bei einer Ortsbesichtigung dürfe sich der Ausschuss gerne ein eigenes Bild machen.

Ob die Naturlandschaft auf Dauer gesichert werde könne, hänge auch von der Erzeugung regenerativer Energien ab, gab Bürgermeister Gerhard Feeß zu bedenken. Allerdings sei der Stadt nicht daran gelegen, sich über das Votum des Ortschaftsrates hinwegzusetzen. Vielleicht finde man ja eine Lösung, mit der beide Seiten leben könnten.

Damit sich der Betrieb einer Photovoltaikanlage wirtschaftlich rechne, brauche man aber eine Mindestgröße.

Für Stadtrat Holger Reichert stellte sich die Frage, ob die Standorte in Berneck überhaupt geeignet seien.

Für den Betriebsleiter der Stadtwerke, Günther Garbe, ist das beim Neuenäcker der Fall. Ein Höhenunterschied von 20 bis 25 Meter am Hang sei optimal für die Sonneneinstrahlung. Auf Antrag von Stadtrat Tobias Schmid fällt die Entscheidung erst nach einer gemeinsamen Ortsbesichtigung der Ausschussmitglieder und des Bernecker Ortschaftsrates. Für die anderen Standorte wurde eine Empfehlung an den Altensteiger Gemeinderat ausgesprochen.

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