Menschen mit Demenz verlieren häufiger mal die Orientierung. Foto: dpa

Bewohner mit Demenz sind in Pflegeeinrichtungen häufiger anzutreffen. Manche verlassen desorientiert das Heim und müssen dann gesucht werden. Ein Desorientierungsschutz kann helfen. Der Gemeinderat Furtwangen befasst sich nun mit dem Thema.

Mit einem ungewöhnlichen Antrag befasst sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag, 18. Juni. Der Altenheimverein von St. Cyriak bittet um Kostenübernahme eines Desorientierungsschutz-Systems in Höhe von 8895 Euro.

 

Es handelt sich um Geräte, die den dementen Bewohnern um den Hals gehängt oder in deren Kleidung gesteckt werden können. Mittels App können Pflegekräfte auf dem Handy sehen, ob ein Bewohner den geschützten Bereich verlassen hat und sich beispielsweise außerhalb des Heims befindet.

Im Antrag schreibt der Verein Caritas Altenheim Furtwangen: „Leider werden die neuen Technologien finanziell nicht von den Pflegekassen refinanziert und vom Staat nicht unterstützt, obwohl sie die Pflegekräfte entlasten und den Bewohnern nutzen.“ Um den dementen Bewohnern des Hauses mehr Sicherheit und Freiheit zu geben, „möchten wir ein neues Desorientiertenschutzsystem einführen“.

Aktuell werde nur der Haupteingang durch ein System überwacht, das Bewohner mit entsprechender Gefährdung am Verlassen des Hauses hindere. Das System sei technisch veraltet, es gebe keine Ersatzteile mehr und müsse durch ein Neues ersetzt werden. Weiter betonen Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins Caritas Altenheim Furtwangen: Den Mitarbeitern von St. Cyriak würde durch ein Desorientiertenschutz-System Stress genommen, da „hinlaufgefährdete Bewohner“ leicht gefunden werden könnten, sowohl im Haus als auch außerhalb per GPS-Ortung. „Dass die Freiheitsrechte der Bewohner hierbei gewahrt werden müssen, ist selbstverständlich“. Das Betreuungsgericht habe in einer ersten Stellungnahme die Maßnahme nicht als freiheitsentziehende Maßnahme gewertet.

Entscheidung zu Kostenübernahme steht an

Der Gemeinderat muss nun entscheiden, ob die Stadt die Gesamtkosten von 8895 Euro übernimmt oder sich lediglich mit 1800 Euro beteiligt, was den Vereinsförderrichtlinien entspräche.

Dieses und weitere Themen stehen auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, zu der der Gemeinderat am Dienstag, 18.30 Uhr, ins Rathaus einlädt. Weitere Informationen zur Tagesordnung finden sich auf der Homepage der Stadt unter der Rubrik Gemeinderat.