Der Jugendraum im Keller der alten Schule in der Wilhelm-Feder-Straße 6 in Dauchingen war lange Zeit Treffpunkt für Jugendliche. Der Gemeinderat diskutiert nun eine Wiederinbetriebnahme des Jugendraums. (Archivfoto) Foto: Stefan Preuß

Nach Jahren des Stillstands diskutiert der Dauchinger Gemeinderat über eine mögliche Wiedereröffnung des Jugendraums im Keller der alten Schule.

Ist eine Wiederinbetriebnahme des Jugendraums im Keller der alten Schule in der Wilhelm-Feder-Straße 6 realistisch oder bietet ich mittelfristig eine alternative Nutzung der Räume an?

 

Der Gemeinderat setzte sich mit dieser Frage infolge einer Ortsbegehung auseinander und war sich einig, für eine mögliche Wiederinbetriebnahme auf einen Dienstleister zu verzichten. Die Ratsmitglieder waren überzeugt, dass sich die Erfolgsgeschichte, die der Jugendraum ab 2012 für einige Jahre unter der Leitung eines Dienstleiters schrieb, auch aus finanziellen Gründen – damals betrugen die Kosten 3500 Euro monatlich – nicht mehr darstellen lässt.

Da die Aufrechterhaltung eines Jugendraumes nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben zählt, plädierte der Gemeinderat für eine Wiederinbetriebnahme des Jugendraums in Selbstverwaltung. Diese setzt voraus, dass sich volljährige Personen finden, die bereit sind, Verantwortung für einen kontinuierlichen Betrieb des Jugendraums zu übernehmen.

Hauptamtsleiter Andreas Krebs berichtete von bislang einer volljährigen Person, die ernsthaft an dieser Aufgabe interessiert sei. Für eine optimale Wiederinbetriebnahme sucht die Gemeinde weitere volljährige Personen, die Interesse daran haben, den Jugendraum selbstverantwortlich zu leiten.

Der Gemeinderat erwartet von den Personen die Vorstellung eines Konzepts aus dem hervorgeht, was die Wiederinbetriebnahme eines Jugendraums beinhaltet. Hierfür ist noch eine Art Eckpunktepapier zu erstellen.

Investitionen im Vorfeld notwendig

Florian Möck, Leiter Fachbereich Technik und Hochbau, skizzierte die vor einer Wiederinbetriebnahme und Nutzung der Kellerräume erforderlichen Investitionskosten zwischen 11 600 bis 41 600 Euro, die sich unter anderem aufgrund einer Brandschutzbegehung mit dem Landratsamt ergaben. Der Einbau einer Brandschutztüre, die Abschottung der Leitungsführungen vom Untergeschoss ins Obergeschoss mit feuerfestem Material, der Umbau des zweiten Rettungsweges über einen Lichtschacht sind ein Muss.

Zudem kalkulierte Möck mit rund 3000 Euro an Sanierungsarbeiten für die bestehenden Räume, die eventuell in Eigenleistung erfolgen könnten.

Die dringend erforderliche Verbesserung der Raumluft könnte über Luftentfeuchter für 400 Euro erfolgen. Für den Fall einer Wiederinbetriebnahme plädierte der Gemeinderat auf diese Notlösung zu verzichten und für Kosten in Höhe von 30 000 Euro eine Lüftungsanlage nach den aktuellen Regeln der Technik und Wärmerückgewinnung zu installieren.

Ratsmitglied Marco Deiß (UB) plädierte dafür, die Idee der Wiederinbetriebnahme in Selbstverantwortung weiter zu verfolgen, sofern sich hierfür Personen finden. „Ein Jugendraum, der den Kindern die Möglichkeit gibt, sich zu treffen und zu unterhalten, dazu noch in der Dorfmitte, würde der Gemeinde gut zu Gesicht stehen“, plädierte Frank Merten (UB) entsprechende Rahmenbedingungen für einen gemeinschaftlich selbstverwalteten Jugendraum zu erarbeiten.

Vereine leisten tolle Nachwuchsarbeit

„Einen Jugendraum zu unterhalten ist für eine Gemeinde in unserer Größe gerechtfertigt“, befand auch Michael Dettinger (CDU).

Differenzierter betrachtete Mathias Schleicher (CDU) die Situation. „Seit Jahrzehnten begleite ich die Geschichte des Jugendraums, in dem es zwischen erfolgreichen und verrückten Zeiten praktisch alles gab. Alle Zeiten einte, dass das vorhandene und berechtigte Interesse an einem Jugendraum von Jugendlichen unter 18 Jahren größtenteils erlischt, sobald sie dieses Alter überschreiten“. In diesem Zusammenhang erinnerte Schleicher an die vorhandene Vereinslandschaft die bereits heute „eine tolle Nachwuchsarbeit“ leistet.

Ursula Heiser (CDU) sprach auch aufgrund fehlender Belüftung von einer suboptimalen Lage des Jugendraums.