In der Nacht auf den ersten Mai feiern Menschen die Walpurgisnacht. Doch woher kommt der Brauch - und was haben Maibäume damit zu tun? Wir sind der Frage nachgegangen.
In der Nacht auf den ersten Mai tanzen in ganz Deutschland einmal wieder Hexen um die Flammen großer Freudenfeuer und feiern die Walpurgisnacht. Doch woher kommt diese Tradition überhaupt? Die Wurzeln des heutigen Brauchtums reichen möglicherweise weit zurück in vorchristliche Zeiten.
Noch vor der Christianisierung waren vergleichbare Feierlichkeiten als Frühlingsfeste sowohl im keltischen als auch germanischen Raum üblich. Hintergrund war, dass in dieser Nacht die Götter die winterlichen Dämonen verjagen und den Frühling einläuten würden.
Mit derartigen Festen wurde teilweise sehr wild die Ankunft des Frühlings, die Hoffnung auf eine reiche Ernte und die Fruchtbarkeit gefeiert. Der Maibaum, ebenfalls ein Fruchtbarkeitssymbol, war auch häufig Bestandteil solcher Frühlingsfeierlichkeiten, hat jedoch mit der Walpurgisnacht an sich nichts weiter zu tun.
Rituelle Liebesakte und Maifeuer
Bestandteile dieser Frühlingsfeste sollen unter anderem rituelle Liebesakte auf Feldern und große Maifeuer gewesen sein. Ob aus derartigen Feierlichkeiten die Walpurgisnacht hervorging, ist allerdings unklar. Gesicherte Belege gibt es jedenfalls nicht, und Fruchtbarkeits- sowie Frühlingsfeste waren in jeder vorchristlichen Kultur gang und gäbe.
Fakt ist, dass die Kirche im Mittelalter diverse Traditionen als heidnische Teufelsanbetung verbot und bestehende Maifeierlichkeiten als Bestandteile des Hexensabbats verklärt wurden.
Dem Volksmund nach sollen in dieser Nacht die Hexen auf dem Blocksberg – eine andere Bezeichnung für den im Harz befindlichen Brocken – zusammenkommen, um ausgelassen zu feiern, inklusive Blutopfern und Orgien. Besondere Bekanntheit bekam der Hexensabbat durch Goethes "Faust", wo der namensgebende Protagonist der Geschichte von seinem Begleiter Mephisto überredet wird, an der Hexenfeier teilzunehmen.
Hintergrund des Namens „Walpurgisnacht“
Auch heute noch laden viele Ortschaften und Gemeinden zu Hexentänzen, Hexenfeuern oder ähnlichen Feierlichkeiten zur Walpurgisnacht ein. Wie bei der Fasnet sind aber auch hier weder Orgien noch Blutopfer an der Tagesordnung, sondern in erster Linie nur ausgelassene Feierlichkeiten.
Benannt ist die Walpurgisnacht im Übrigen nach der heiligen Walburga, einer ursprünglich aus England stammenden und im Laufe des achten Jahrhunderts in Süddeutschland wirkenden Äbtissin und späteren Heiligen. Der Gedenktag ihrer Heiligsprechung wurde im Mittelalter am ersten Mai gefeiert.
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 29. April 2025 und wurde aufgrund der aktuellen Relevanz aktualisiert.