Amtsverwalter Norbert Beck (links) musste den Narren den Rathausschlüssel übergeben. Foto: Werner Hering

In Alpirsbach blieb Norbert Beck keine andere Wahl, als den Narren die Herrschaft zu überlassen. Der Rathausschlüssel ist erst mal weg.

Seit dem Schmotzigen Donnerstag regieren bis zum Aschermittwoch in der Stadt wieder die Narren. Auf dem Marktplatz hatten sich etwa 500 Schaulustige eingefunden, welche die Aufstellung des Narrenbaums und die Machtübernahme durch die Narren verfolgen wollten.

 

Die Moderation übernahm der stellvertretende Zunftmeister Falko Dietrich. Er begrüßte die Narren mit einem kräftigen Narri-Narro, um in Reimform auf die Geschehnisse in Alpirsbach einzugehen. Die Entwicklungen rund ums Feuerwehrhaus, Freibad, Kläranlage oder auch die Bürgermeisterwahl wusste er humorvoll vorzutragen. Schließlich verlangte er vom Amtsverweser Norbert Beck die Übergabe des Rathausschlüssels um sodann die Hästräger aufzufordern, den Amtsverweser aus dem Rathaus zu holen.

Zunächst zogen aber noch der Fanfarenzug, gefolgt von den Garden und den Hästrägern – im Schlepptau der Narrenbaum – auf den Marktplatz ein. Den Abschluss bildeten die Musikfreunde.

Hästräger stürmen das Rathaus

Mit vereinten Kräften stellten zehn Narren mit langen Stangen unter dem Beifall der Zuschauer den Narrenbaum auf. Danach stürmten die Hästräger das Rathaus und führten den als Mönch verkleideten Norbert Beck zur Rutsche. Ein ungewöhnliches Ereignis, denn bisher war noch nie ein Mönch die Rutsche hinunter gerutscht.

Der Narrenbaum wird aufgestellt Foto: Werner Hering

Der Köhler führte Beck dann mit dem Rathausschlüssel zur Bühne, wo Falko Dietrich ihn schon erwartete. Zunächst begrüßte Norbert Beck die vielen Narren und auch die Gemeinderäte mit einem kräftigen Narri-Narro. „Wir werfen die Alltagssorgen in die Altpapiertonne und lassen die Narren regieren“ begann Norbert Beck. Weiter sagte er, dass in diesem Jahr im Rathaus einiges los gewesen sei. Unter anderem mit Haushaltsplänen, die sich lesen würden wie ein Krimi – spannend bis zum letzten Cent. Und die Bürgermeisterwahl, die so spannend gewesen sei, dass sie gleich für ungültig erklärt wurde. „Man könnte sagen, wir haben jetzt einen Bürgermeister im Schongang – einmal gewählt, aber nicht geliefert. Vielleicht sollten wir das nächste Mal einfach den Narrenrat die Wahl organisieren lassen, denn die haben wenigstens Erfahrung im Chaosmanagement.“

Das Narrenfeuer wurde entzündet

Schließlich bedankte er sich bei der Narrenzunft die jedes Jahr dafür sorge, dass die Fasnet so bunt und laut werde, wie es sein solle. Dann gab Beck sich geschlagen und überreichte den Rathausschlüssel den Narren. Das Narrenfeuer wurde entzündet und die Narren feierten die Straßenfasnet.

Auf Nachfrage, ob Norbert Beck nun in den Orden eintreten wolle betonte er, dass dies nicht der Fall sei und er weiter als Amtsverwalter tätig sein werde.