Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Alpirsbach "Wie schön leuchtet der Morgenstern"

Von
Carmen Jauch an der Orgel und René Bauer mit der Trompete musizierten hell und klar.Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder Bote

Orgelklang, Trompetentriller und eine Engelsstimme: Kantorin Carmen Jauch, Sopranistin Verena Seid und René Bauer an der Trompete begleiteten den Gottesdienst zum Dreikönigsfest musikalisch.

Alpirsbach. Musikalische Schönheit begeisterte das Publikum am Dreikönigsvormittag in der Klosterkirche. Die aktuell zulässigen Plätze wurden fast komplett genutzt. Die Veranstaltungsreihe "Musik dient Gott" der evangelischen Kirchengemeinde bietet eine der letzten musikalischen Bereicherungen in Corona-Zeiten und sucht seinesgleichen damit in der Region. Die kreativen Gottesdienste bieten eine gute Stunde beste Unterhaltung und zugleich Besinnlichkeit.

Das Programm bei der ersten Matinee in diesem Jahr stand unter dem Motto "Wie schön leuchtet der Morgenstern" und stellte einige Komponisten und ihre Werke über den Choral von Philipp Nicolai in den Mittelpunkt. Trotz der strengen Hygieneauflagen waren auch viele jüngere Musikfreunde gekommen. Den Solopart des einleitenden Orchestersatzes aus Johann Sebastian Bachs Ratswahlkantate arrangierte Organisatorin Carmen Jauch zur strahlend festlichen Eröffnung. Mit flinken Fingern und sorgfältigen Pedaltönen zeigte die Kantorin ihr Können an der Orgel. Mächtige Klänge füllten den Kirchenraum aus.

Vielfältige Klangfarben in Gesang und Trompete

Verena Seid unterstrich den Orgelklang gesanglich mit den ersten drei Strophen aus dem Lied Philipp Nicolais (1599) "Wie schön leuchtet der Morgenstern", das nach alter Tradition dem Epiphaniasfest zugeordnet ist. Weihnachtliche Poesie flutete das große Kirchenschiff, die Gäste lauschten andächtig.

Die Veranstalter hatten den Text auf dem Programm abgedruckt, sodass das Publikum dem trostreichen Lied gut folgen konnte. Noch mehr Klarheit vermittelte Seids engelsgleicher Gesang, der von Stimmungen, Ausdruck und viel Lebendigkeit geprägt war.

Die vielfältigen Klangfarben der Trompete brachte dann Solist René Bauer zu Gehör: Aus Mozarts Sonate in A-Dur präsentierte er publikumswirksam das tänzerisch anmutende "Andante Grazioso". Auch bei "Domine Deus" aus Antonio Vivaldis großem Chorwerk "Gloria" konnten sich die Besucher kaum satthören an Bauers virtuosem Spiel und den Trillern, eingebettet in Verena Seids Gesang und den Orgelklang.

Pandemiesituation auch zu Zeiten Nicolais

Den Kompositionen von Dietrich Buxtehude, Julius Johann Weiland und Georg Friedrich Händel folgte Marc-Antoine Charpentiers berühmtes Präludium aus dem "Te Deum", besser bekannt als Eurovisionsmelodie. Ein Feuerwerk festlicher Musik erstrahlte, als wollten die Musiker mit den Klängen Mut machen. Seine Gedanken zum Lied "Wie schön leuchtet der Morgenstern" brachte Pfarrer Horst Schmelzle nach einer kurzen Lesung aus dem Matthäusevangelium zum Ausdruck. Er verknüpfte die Frage "Wie reagieren wir in der Krise?" mit dem Leben Philipp Nicolais, der im Jahr 1599 als Pfarrer in Unna die Pest miterlebt hat. In seiner Gemeinde seien pro Tag etwa 30 Menschen an der Pest gestorben, so Schmelzle. Der Liedtext Nicolais sei geprägt von der hingebungsvollen Liebe zu Jesus, vermittele Trost und Hilfe und lasse tief in die mittelalterliche Mystik tauchen. "Hoffnung und Trost brauchen wir heute auch. Und das ist es, was das Lied so anziehend macht", veranschaulichte der Pfarrer den Besuchern.

Der flotten Arie "Sei willkommen du edler Gast" aus Mendelssohn-Bartholdys Weihnachtskantate "Vom Himmel hoch" verlieh die Sopranistin mit ihrer Stimme Wärme. Einen Kontrast dazu bot der Zusammenklang von Orgel und Trompete bei "Die Könige" aus dem Weihnachtslieder-Zyklus von Peter Cornelius. Mit Henry Purcells "Thus The Gloomy World" aus der Feenkönigin und dem leidenschaftlichen "Domine Deus" aus der "Missa con Trombe" des spätbarocken Italieners Francesco Bartolomeo Conti endete ein gelungener Musik-Gottesdienst.

Artikel bewerten
6
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.