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Alpirsbach Wie eine Zeitreise ins Mittelalter

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Das Kerzenlicht schafft bei der Führung "Bei Kerzenschein und Glühwein" eine ganz besondere Stimmung. Fotos: Michel Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist eine Reise ins Damals, in die Zeit der Benediktinermönche, eine Zeit, als Licht und warme Stuben nicht selbstverständlich waren – die Führung "Bei Kerzenschein und Glühwein". Für knapp zwei Stunden bietet das Kloster Alpirsbach im Winter damit eine spannende Zeitreise ins Mittelalter.

Alpirsbach. Die Führung "Bei Kerzenschein und Glühwein" gehört zu den beliebtesten Führungen im Kloster Alpirsbach und wird schon seit vielen Jahren angeboten, erzählt Monika Kimmerle vom Info-Zentrum im Kloster. Bei ihr trudeln am frühen Abend auch die Teilnehmer nach und nach ein, um ihre Karten zu holen. Alle sind angemeldet, maximal 40 können sich gemeinsam auf den abendlichen Weg durch das Kloster machen.

Doch schon zuvor und auch danach sind Janet Alpers und Petra Beilharz, die beide bei den Staatlichen Schlössern und Gärten angestellt sind, aktiv. Denn um die 100 Kerzen im Kloster – und weitere 50 in der Oberamtei – zu entzünden, sind sie zu zweit eine halbe Stunde beschäftigt. Das Löschen der Kerzen nach der Führung dauert etwa genauso lang. Als alle da sind, geht es zum Eingang der Klosterkirche – das Alter der Teilnehmer ist bunt gemischt, überwiegend Erwachsene, aber auch ältere Kinder sind dabei. Eines haben alle gemeinsam: Sie sind dick eingepackt. Denn es ist kalt im Kloster. Bei der Begrüßung im Namen der Staatlichen Schlösser und Gärten, Veranstalter der Führungen, wird Janet Alpers unterbrochen – vom 17-Uhr-Läuten der Kirchenglocken.

Vor der schweren Kirchentür stehend, erzählt Janet Alpers von der Geschichte des Klosters, vom Sandstein, davon, dass die Vorhalle einst Paradies genannt wurde und warum, um dann die Blicke auf die imposante Tür zu lenken. Aus welchem Material sie wohl ist? Sie ist mit Leder bespannt. Während das Leder nicht im Original erhalten ist, sind die Beschläge – zwei Löwenköpfe –­ von der Zeit der ersten Bebauung erhalten geblieben, sagt sie.

Bevor es in die Kirche geht, werden noch zwei Freiwillige gesucht, die die beiden Laternen tragen. Außerdem gibt es zwei Regeln zu beachten: nicht fotografieren und Handys aus – denn schließlich sollen die Teilnehmer ins Mittelalter eintauchen.

Und jetzt geht es hinein in die nur mit Kerzen beleuchtete Kirche, aus dem Hintergrund erklingen Mönchsgesänge. Ganz still sind die Besucher, lassen diese ganz besondere Atmosphäre auf sich wirken – fast mystisch, geheimnisvoll und irgendwie so fern von der modernen Welt. Wie fern, das macht Janet Alpers deutlich, als sie vom Licht im Mittelalter erzählt, von Öllampen, Kerzen und Fackeln, vom Licht und vom Dunkel, das damals das Leben der Menschen viel mehr bestimmte als in einer Zeit, in der das Licht niemals auszugehen scheint. Sie erzählt vom Nachtwächter, von den Mönchen und deren Leben. Dann geht es hinter der Orgelskulptur hinauf in den früheren Schlafsaal. Die Treppe, stimmungsvoll von Kerzenschein beleuchtet, ist ausgetreten.

So langsam kriecht die Kälte durch die Jacken. Und so erfahren die Besucher ein wenig auch am eigenen Leib, wie es sich hier einst gelebt haben mag, während Janet Alpers von eben jenem früheren Leben hier berichtet, schließlich zur Reformation kommt und zur evangelischen Klosterschule, die folgte, nachdem die Mönche ausgezogen waren. Es geht in die Schlafkammern, in denen alte Wandzeichnungen der früheren Klosterschüler von längst vergangenen Tagen erzählen, und schließlich weiter in die ehemalige Wärmestube.

Auch die Kinder unter den Besuchern sind voll bei der Sache, wenn Janet Alpers den Wirbel eines Finnwals oder den Stoßzahn eines Mammuts zeigt, bevor es in den Kapitelsaal geht, wo die Besucher weiter in die Geschichte eintauchen.

"Sie haben sich den Glühwein verdient", sagt Janet Alpers schließlich. Jetzt ist die warme Stube in der gegenüber der Kirche liegenden Oberamtei das Ziel. Dort hat Petra Beilharz schon alles für die Besucher vorbereitet. Es gibt Glühwein, Punsch und Plätzchen. Das bringt wieder Wärme in die ausgekühlten Finger und so langsam auch wieder zurück – vom Mittelalter ins Heute.  Weitere Termine für die Führung sind – jeweils ab 17 Uhr am heutigen Samstag sowie an den Samstagen 25. Januar, 1. und 8. Februar. Die Führung kostet für Erwachsene 14 Euro (ermäßigt sieben Euro). Eine Anmeldung unter Telefon 07444/510 61 ist erforderlich.

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