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Alpirsbach Tierschutz mit der Sonne Afrikas

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Lorenz Engisch bei der Installation der Photovoltaikanlage in Zimbabwe. Auch er kennt das Land gut und ist stolz, seinen Vater bei diesem Projekt tatkräftig zu unterstützen. Foto: Schwarzwälder Bote

Bei 40 Grad im Schatten haben Manfred Engisch und sein Sohn Lorenz das Ausbildungscamp einer Anti-Wilderei-Einheit Akashinga in Simbabwe mit einer Solarstromanlage ausgestattet – auf eigene Kosten.

Alpirsbach. Den Entschluss, sich gegen Wilderei zu engagieren, fassten Manfred Engisch und seine Frau Susanne bei einer Reise durch Wildreservate entlang des Sambesi-Flusses und des Karibasees im vergangenen Jahr. Dort sahen die beiden eine Wasserstelle, die Wilderer mit Zyanid vergiftet hatten, um an die Hörner von Nashörner und die Stoßzähne von Elefanten zu kommen. Die Kapseln fanden sie in einem nahen Gebüsch. Sie recherchierten ausführlich, bis sie sich für die Unterstützung der "Akashinga" entschieden. Akashinga ist ein Wort aus der Stammessprache der Shona und bedeutet "die Tapferen", berichten Manfred und Susanne Engisch.

Gegründet wurde die Einheit von Damien Mander, einem früheren Soldaten der australischen Special Forces. Mander gründete 2009 auch die Tierschutzorganisation IAPF (International Anti Poaching Foundation, englisch für Internationale Antiwildereistiftung), zu deren Beratern auch die Primatenforscherin Jane Goodall zählt.

Truppe besteht nur aus Frauen

Akashinga beschreite einen völlig anderen Weg. Alle Akashinga sind Frauen, berichten die Engischs. Mander, der als Ausbilder an der Polizeiakademie in Bagdad tätig war, fand schnell heraus, dass Frauen für diesen Job besser geeignet seien als Männer. Aus mehreren Gründen.

Die Frauen reinvestierten ihren Verdienst zu einem Großteil wieder in den benachbarten und ihren eignen Dorfgemeinschaften und sorgten so für mehr Wohlstand. Bei Männern sei der Anteil viel geringer. Gerade die Armut sei es, die Bewohner Afrikas zu Wilderern mache, da kommt die Reinvestition in den Dörfern gerade recht.

Außerdem entschärften Frauen Konfliktsituationen leichter. Sie schössen nicht so schnell wie die Männer. Viele "Akashinga" haben traumatische Erlebnisse wie häusliche Gewalt hinter sich. Der Beruf helfe ihnen, wieder Kontrolle über sich und ihr Leben zurückzugewinnen.

Das Gebiet, über das die derzeit rund 30 Wildhüterinnen wachen, gehört zum Ökosystem des Unteren Sambesi. 2002 noch Heimat von 20 000 Elefanten, sind es heute nur noch 11 000 Tiere. Für einen umfangreicheren Schutz für das Gebiet mit rund 3500 Quadratkilometern soll die Zahl der "Akashinga" bis Ende 2020 auf 250 steigen. Zur Ausweitung auch auf andere Gebiete sollen bis 2025 gut 2000 Wildhüterinnen auf Streife gehen.

Angebot kommt zur rechten Zeit

Das Vorgehen Manders überzeugte die Engischs. Sie boten ihm Unterstützung in technischer Form an. Das Angebot des Alpirsbacher Ehepaars, das als "Solarstromer" in der Branche tätig ist, kam zur rechten Zeit, denn das neue Camp sollte ausschließlich über eine Fotovoltaikanlage mit Strom versorgt werden. Die Engischs beschlossen, die Anlagen auf eigene Kosten zu erwerben und vor Ort zu installieren. Mit Flügen und Solarpaneelen war es den Engischs gut 10 000 Euro wert.

Vor Kurzem nun installierten Manfred und Lorenz Engisch die Paneele. Komplettiert wird das System mit einer 45-kWh-Lithium-Batterie von einem anderen Sponsor.

Zugute kamen bei der Planung der Anlage die 3300 Sonnenstunden in Simbabwe. In Deutschland hätten die Paneele für diese Menge Energie nie ausgereicht. In dem Camp sollen nun weitere "Akashinga" ausgebildet werden. Es verfügt auch über ein Übungsschwimmbecken, in dem die Frauen schwimmen lernen. Denn auf den Patrouillen sind bereits Frauen ertrunken, so Susanne Engisch. Die beiden wollen ihr Engagement für die Akashinga weiter fortsetzen.

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