Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Alpirsbach Symbiose aus Literatur und Musik

Von
Samuel Jersak, Markus Bodenseh und Martin Grünenwald trafen mit ihrer Mischung aus langsamen und schnellen Titeln voll ins Schwarze. Joachim Walliser (rechts) las aus seinem neuen Buch "Improvisationen über Fragmente der Liebe". Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder Bote

Ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Konzert erlebten die Besucher im Sulzberg Forum mit Samuel Jersak am Piano, Markus Bodenseh am Bass und Martin Grünenwald am Schlagzeug. Als vielseitiger Interpret stellte sich "Teilzeitpoet" und Literat Joachim Walliser den Gästen vor.

Alpirsbach. Joachim Walliser führte mit einer Auswahl aus seinem neuen Buch "Improvisationen über Fragmente der Liebe" durch den Abend. Er begab sich mit seinen erfrischenden Betrachtungen zum Thema Liebe auf die Spuren des französischen Philosophen Roland Barthes. Liebe habe eben viele Facetten, und seine Gedichte seien mitunter fordernd, aber auch unterhaltsam, kündigte der Autor aus Loßburg an.

Walliser sprach über die "Abwesenheit als eine Art Verlassenheitsprüfung" und über den "seltsamen Schrei einer Verzweiflung" in seiner Dichtung "Ich will verstehen". Berührend kam die Erzählung vom "trotzigen Kind" an. Den "Zwang und die Narrheit", alles verstehen zu wollen, umschrieb der Literat in bewegenden Worten. Wallisers Darstellungen schienen nah dran am Leben. Keiner, der sich darin nicht wiedererkannte, ob frisch verliebt oder lang verheiratet, ob Mann oder Frau.

Der Erzähler schaffte es, die Zuhörer von Erheiterung über Erstaunen bis hin zu gefühlvollen Eindrücken zu führen. Auch Befindlichkeiten zur Aussage "Ich-liebe-dich" sprach Walliser in seiner "Grenzerfahrung der Existenz" an. "Auf Ungarisch kann man dieses Wort nicht trennen, das finde ich schön", meinte der Literat.

Schon nach wenigen Augenblicken hatte Joachim Walliser die Gäste durch seine fröhliche, glaubwürdige und humorige Art auf seiner Seite. Mit Mimik und Gestik verkörperte er den Protagonisten und schlüpfte auch mal in die Rolle des Sängers. In seinem Lied "Miracles" kombinierte der Buchautor seine Erzählungen mit einer tollen musikalischen Einlage und machte den Abend so zu einer ausgefallenen Veranstaltung.

Mit Bedacht bot das Samuel-Jersak-Jazz-Trio zu jedem Literaturauszug des Poeten den passenden musikalischen Part.

So konnten die Besucher amüsiert den mal vergnüglichen, mal melancholischen Texten folgen und sich von den emotionalen Momenten gefangen nehmen lassen. Schon zu Beginn starteten Samuel Jersak und seine beiden Mitstreiter einfach durch. Locker, launig und mit ansteckender Lust an Jazz und Swing ließ das Trio im einleitenden "Opera Bar" und danach im Song "Bridge by Night" den Funken der Musikbegeisterung überspringen. Davon zeugte der jubelnde Beifall, der die Formation zu weiteren Glanzstücken anspornte.

Samuel Jersak, der die meisten Songs selbst geschrieben hat, griff mit viel Verve in die Tasten. Einige Solopassagen ermöglichten es dem Pianisten, seine ganze Kunstfertigkeit unter Beweis zu stellen. Am Schlagzeug gab Martin Grünenwald den Rhythmus vor. Als Bassist ging Markus Bodenseh mit dem Publikum beherzt auf Tuchfühlung.

Die Gäste, die anhand der Texttitel, die auf einer Leiter im Raum aufgelistet waren, Wallisers Erzählung auswählen durften, zeigten sich begeistert und spendeten immer wieder Szenenapplaus.

Mit kleinen Knabbereien und einer leckeren Minestrone in der Pause würzten die Verantwortlichen um Organisatorin Beatrix Werner das gut 90-minütige Programm. Die gelungene Mischung aus Literatur und feinem Jazz machte den Gästen sichtlich Spaß.

Artikel bewerten
2
loading

Ihre Redaktion vor Ort Freudenstadt

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.