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Alpirsbach Salzburg dient als großes Vorbild

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Die Referenten (von links): Arno Schäfer, Kuteer Schäfer, Siegfried Blickle, Ulrich Seiz und Sabine Bieger. Foto: Hering Foto: Schwarzwälder Bote

Siegfried Blickle, Diplom-Ingenieur für Funktechnik, und der Umwelttechniker und Baubiologe Ulrich Seitz referierten bei einem Informationsabend der "Bürgerinitiative strahlungsarme Höhenstadtteile" im Reutiner Rathaus.

Alpirsbach-Reutin. Weitere Referenten waren die Initiatoren Arno und Kuteer Schäfer. Als Moderatorin fungierte die Waldpädagogin Sabine Bieger. Gut 45 Interessierte aus den Höhenstadtteilen und Tälern, darunter auch drei Stadträte, waren gekommen.

Sabine Bieger berichtete über eigene Erfahrungen und Erkrankungen durch die Strahlenbelastung. Die Waldpädagogin berichtete, dass rund um solche Sendemasten kein Leben mehr im Boden sei, und auch sonst die Natur verarme. Dass es auch anders gehen könne, berichtete sie am Beispiel Salzburg. Dort würden flächendeckend kleine Sendemasten mit wenig Sendeleistung aufgestellt und damit die Strahlenbelastung deutlich gesenkt, die Versorgung aber gewährleistet.

Im Verlauf des Abends kam auch das Beispiel St. Gallen zur Sprache. Dort würde nach dem gleichen Prinzip verfahren und alle Haushalte mit Glasfaserleitungen versorgt.

Schäfer: Betreiber sollen Ungefährlichkeit selbst belegen

Heilpraktiker Arno Schäfer stellte in seinem Referat die Konsequenzen der hochfrequenten Mobilfunkstrahlung dar. Er berichtete über eine Vielzahl von Studien, die das Gesundheitsgefährdungspotenzial dieser Strahlung belegen würden. Die aktuellen Grenzwerte seien von den Mobilfunkbetreibern selbst festgelegt worden. Er forderte, dass nicht die Gefährlichkeit belegt werden müsse, sondern dass die Betreiber die Ungefährlichkeit beweisen müssten. Er ging auch auf das Vorsorgekonzept ein, das Peter Nießen Ende 2019 im Gemeinderat vorgestellt hatte. Er bezeichnete es nicht als Vorsorge- sondern als Versorgungskonzept. Laut Nießen würde sich die Sendeleistung von 50 000 Watt noch erhöhen, wenn weitere Betreiber die Antennen nutzen würden, so Schäfer.

Funkamateur Siegfried Blickle beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Mobilfunk und den dazugehörigen Grenzwerten. Die gesetzlichen Regelungen ließen kurzfristige Überschreitungen bis zum 31-fachen Wert zu. Außerdem gelten die Grenzwerte nur für stationäre Anlagen. So hätten Betreiber bereits mobile Anlagen eingesetzt und damit die Grenzwertproblematik umgangen.

Schäfer ging dann auf mögliche Lösungen ein. So sollten die Betreiber aufgefordert werden, auf einen Antennenzubau zu verzichten oder diese in mindestens zwei Kilometern Entfernung von Wohngebieten zu bauen. Weiterhin wären kleinere Antennen mit geringer Sendeleistung für das jeweilige Umfeld sinnvoller. Die vom Vorsorgekonzept vorgestellten Standorte seien keine Lösung. Nach seinem Kenntnisstand bestehen im gesamten Bereich der Höhenstadtteile ausreichend gute Mobilfunkverbindungen. Für die Täler gelte dies aber nur bedingt.

Häuser sollten lieber mit Glasfaser versorgt werden

Auch der Baubiologe Ulrich Seitz sah die Standorte als problematisch an. Es wäre seiner Ansicht nach sinnvoller, die Häuser mit Glasfaser zu versorgen, womit keine weiteren Antennen mehr erforderlich wären.

Die gesundheitlichen Gefahren der Funkstrahlung stellte Kuteer Schäfer vor. Sie reagiere hochsensibel auf solche Strahlung, sagte sie, und schilderte ihre gesundheitlichen Folgen. Sie führte Studien an, die Krankheiten auf Strahlungen zurückführten.

Die anschließende Diskussionsrunde beleuchtete unterschiedliche Aspekte. So plädierte Hans Lambacher für ein kreisweites Konzept. Er sagte, dass es ein Versäumnis der bisherigen Bundesregierungen ist, Standards zum Schutz der Bevölkerung festzulegen.

Tabea Joss, Ortschafts- und Stadträtin kritisierte, dass die Telekom bislang kein Interesse gezeigt habe, die Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Stadträtin Anita Frank sagte, sie verzichte am liebsten auf Antennen. Für sie als Stadträtin wäre es wichtig, einen Standortvorschlag ins Gremium einzubringen. Dies sah auch Stadtrat Gerhard Engel so.

Arno Schäfer machte dann noch kurze Ausführungen zum Ausbau des 5G-Netzes, das von der Automobilindustrie, Stichwort autonomen Fahren, aber auch vom Militär und den Geheimdiensten gefordert werde. Mit diesem Netz gäbe es keine strahlungsfreie Räume mehr, schloss er.

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