Der Spielplatz an der Hochmössinger Straße hat laut Dorfinitiative seit 25 Jahren keine Veränderung mehr erfahren.Fotos: Initiative Foto: Schwarzwälder Bote

Landleben: Initiative will auch die Nahversorgung verbessern / Unglücklich über ständigen Kampf um Aufmerksamkeit und Gelder

In Römlinsdorf wollen Einwohner die Erneuerung des Spielplatzes an der Hochmössinger Straße und die Verbesserung der Nahversorgung selbst angehen.

Alpirsbach-Römlinsdorf. Der städtische Spielplatz an der Hochmössinger Straße hat laut der Initiative Dorftreff seit 25 Jahren keine bauliche Veränderung erhalten. Auch bei Fuß- und Radwegen habe es keine Sanierungen oder einen Ausbau gegeben.

"Nicht nur der ständige Kampf um Gelder, sondern auch der Kampf um die Aufmerksamkeit der Stadt Alpirsbach stimmen Bürgerinnen und Bürger von Römlinsdorf unglücklich. Feststellbar ist leider auch, dass darunter die Dorfgemeinschaft leidet", schreibt die Dorfinitiative. Ortsvorsteher Uwe Hebe und eine ehemalige Ortschaftsrätin haben laut Initiative ein Konzept entwickelt, das die Gemeinschaft im Dorf stärken soll. Dabei sollen ehrenamtliche Bürger die Stärken des Dorfs in kleinen Arbeitskreisen erarbeiten. Die Vereine in Römlinsdorf sollen ebenfalls zur Mitarbeit motiviert werden.

Erfolgreich um Förderung beworben

Um festzustellen, ob die Ideen auch im Sinne der Bürger sind, wurde die erste Austauschrunde "Unser Dorf soll attraktiver werden!" gestartet. Im September 2019 trafen sich dazu Interessierte am Steinbruch. Die Dorfjugend bewirtete bei dem Treffen und es wurden viele Ideen und Wünsche gesammelt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Ortsvorsteher und die ehemalige Ortschaftsrätin mit ihrer Konzeptidee Zustimmung erhielten.

Im Oktober 2019 fand dann das nächste Treffen im Heimbachhaus des Musikvereins Römlinsdorf statt, woraus der monatliche Dorftreff entstand. Dabei stellte Uli Seitz das Förderprogramm "Gut beraten" des Vereins Allianz für Beteiligungen vor, für welches sich Römlinsdorf erfolgreich bewarb.

Dank dem Programm hat das Dorf externe Beratungen für einen Gemeinde-Entwicklungsprozess zur nachhaltigen Sicherung der Lebensqualität vor Ort erhalten. Daraus entstanden vier Projekte. Nach einer Wahlrunde, bei der alle Bürger gefragt waren, bildeten sich die Projekte Nahversorgung und Spielplatzsanierung heraus. Für das Projekt Nahversorgung sucht die Dorfinitiative im Moment Firmen, die an einem halben Tag mit einem Wagen Waren vor dem Rathaus anbieten.

Zusätzlich will man selbst Produkte aus der Region in einem eigenen Verkaufswagen anbieten. Dafür werden aktuell viele kleine Produzenten von der Dorfinitiative angesprochen, die selbst keinen eigenen Verkaufswagen haben, aber ihre Produkte gerne verkaufen möchten. Weitere interessierte Anbieter können sich bei der Dorfinitiative melden.

Auch für die anderen Höhenstadtteile

Das Nahversorgungsprojekt soll aber nicht nur den Einwohnern von Römlinsdorf, sondern auch allen umliegenden Höhenstadtteilen dienen. Zusätzlich verspreche man sich auch eine deutliche Verbesserung der sozialen Kontakte.

Über die wöchentliche Aktivität vor dem Rathaus hinaus sollen sich noch weitere Aktionen entwickeln. So könnten die Vereine, Schulen, Kindergärten oder Kirchen diesen Termin für eigene Aktivitäten nutzen. Der städtische Spielplatz und vor allem die Spielgeräte seien in einem sehr schlechten Zustand, so die Dorfinitiative. Deshalb gingen dort auch kaum Familien hin. Nun wollen die Römlinsdorfer eine Umgestaltung in Angriff nehmen.

Dabei geht es nicht darum, teure Spielgeräte zu bauen, sondern durch einfache bauliche Maßnahmen eine vielfältige Nutzung zu ermöglichen. Der Platz soll ein Treffpunkt für Jung und Alt werden. Das Projekt Spielplatz erfolgt zwar in Zusammenarbeit mit der Stadt, aber in Römlinsdorf ist man sicher, dass die Arbeitsleistung von den Bürgern ehrenamtlich eingebracht wird.

Die Finanzierung der Baustoffe muss jedoch noch geklärt werden. Dazu gebe es eventuell einen Zuschuss von der Initiative Allianz für Beteiligungen oder von der Stadt, so die Dorfinitiative.

Zudem seien auch Spenden von Bürgern denkbar. Der Ortsvorsteher sehe die beiden Projekte als Chance für fortschrittliche Veränderungen im Dorf.

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