Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Alpirsbach Noch zehn Grad kälter als erwartet

Von
Rudolf Wichner-Schnidrig sprach im Haus des Gastes über die Marsmission "InSeight". Foto: Hering Foto: Schwarzwälder Bote

Etwa 120 Besucher waren zu dem Vortrag "Vom Schwarzwald zum Mars" des Geophysikers Rudolf Widmer-Schnidrig über die Mission "InSight" ins Haus des Gastes gekommen.

Alpirsbach. Der gebürtige Schweizer wohnt seit 2000 im Landkreis und seit 2005 in Alpirsbach. Er arbeitet im Black Forest Observatory, das seit 1971 als geowissenschaftliches Gemeinschaftsobservatorium in Schiltach betrieben wird. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Stuttgart betreiben dort in einem alten Stollen eines Silberbergwerks Messinstrumente für geowissenschaftliche Zwecke.

In etwa 170 Meter Tiefe und rund 700 Meter vom Stolleneingang entfernt liegt eine thermisch stabile Granitschicht. Weit von Störquellen entfernt herrschen dort ideale Bedingungen für geophysikalische Beobachtungsverfahren. Dort wurde 2012 auch der erste Mars-Seismometer getestet. Widmer-Schnidrig zeigte auf einer Großleinwand Bilder von der Marsoberfläche, die von Raumsonden aus der Marsumlaufbahn gemacht worden waren.

Landeplatz liegt oberhalb des Hephaestus-Grabens

Die Auswertung solcher Daten und Bilder hätten einen möglichen Landeplatz für den Lander oberhalb des Hephaestus-Grabens– ergeben. Dort erwarteten die Wissenschaftler eine Regolithschicht von sechs Metern Dicke. Der Mars werde seit Milliarden von Jahren von Meteoriten bombardiert, die das Gestein dort pulverisierten, was dann als Regolith bezeichnet werde, erklärte Widmer-Schnidrig. Mit der Mission solle geklärt werden, ob der Mars einen flüssigen oder festen Kern hat. Dies lasse sich unter anderem aus der Rotationsbewegung erkennen, was er mit einem Film demonstrierte, in dem ein rohes und ein gekochtes Ei in Bewegung versetzt wurden.

Anhand eines Schaubildes zeigt er auch den Aufbau des "InSight"-Landers mit seinen Instrumenten. Neben mehreren Antennen waren auch Wind- und Temperaturfühler, eine Wärmeflusssonde, ein Roboterarm und das Seismometer mit Schutzhaube zu sehen.

Die Schutzhaube ist erforderlich, um das Gerät vor Einflüssen wie der direkten Sonneneinstrahlung und dem Wind zu schützen. Weitere Probleme bei der Landung stellten die dünne Atmosphäre des Planeten, seine geringe Schwerkraft und das fehlende Magnetfeld dar.

Staubteufel lösen ungewöhnliche Bewegungen aus

Am 5. Mai im vergangenen Jahr startete die Rakete, die den Lander zum Mars bringen sollte, im kalifornischen Vandenberg. Am 26. November 2018 erfolgte die Landung im vorgesehenen Gebiet. Die erste Überraschung für die Wissenschaftler war die Außentemperatur: Die Planer hatten mit minus 60 Grad Celsius gerechnet, gemessen wurden jedoch minus 70 Grad.

Die Messungen des Seismometers ergaben ungewöhnliche Bewegungen. Diese wurde durch sogenannte Staubteufel, auch Wind- oder Staubhosen genannt, erzeugt. Zudem registrierte das Seismometer das erste Marsbeben. Ungewöhnlich war dabei der Amplitudenverlauf. Er unterschied sich deutlich von Beben auf der Erde.

Widmer-Schnidrig zeigte auch beeindruckende Bilder von der Marsoberfläche, darunter die Satellitenaufnahme eines Staubteufels mit einer Höhe von 800 Metern und etwa 20 Metern Durchmesser, dessen Schatten auf der Marsoberfläche zu sehen war.

Im Anschluss ging Widmer-Schnidrig auf Fragen der Zuschauer ein. Da ging es zum Beispiel um den Mars­staub, der nur etwa ein bis zwei Mikrometer misst. Eine besondere Eigenschaft dieses feinen Staubes lernten die Forscher bei einer früheren Marsmission kennen: Ein Greifarm sollte den Staub in einen Trichter für Untersuchungen schaufeln. Dies gelang erst nicht, weil der Staub derart stark elektrostatisch aufgeladen war, dass er an der Schaufel hängen blieb.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Freudenstadt

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.