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Alpirsbach Mit Imkereiwissen garniertes Mahl

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Für "Küche trifft Honig" hatte Dieter Schäfer ein besonderes Menü kreiert, und Imker Florian Gruber servierte Wissenswertes obendrein. Foto: Rieger Foto: Schwarzwälder Bote

Mit der Initiative "Küche trifft Honig" brachten Küchenmeister Dieter Schäfer und Imker Florian Gruber in der "Linde" gut vier Dutzend Freunde des guten Essens und engagierte Bienenzüchter an einen gemeinsamen Tisch.

Alpirsbach-Peterzell. "Wir sind gespannt!" Auch drei Schulfreundinnen kam dieser Anlass gerade recht, um etwas mehr über die Heimat und deren Erzeugnisse zu erfahren – und sich obendrein mit jedem Gericht neu überraschen zu lassen. Vom Aperitif bis zum Nachtisch hatte Küchenmeister Dieter Schäfer bei allen Gängen Honig als hochwertige Komponente versprochen.

Zwanglos zusammenkommen und doch ein gemeinsames Thema zu haben, das belebte die Tischgemeinschaften schon zur Vorspeise. Dieser Heimatabend richtete sich ganz besonders an den Geschmackssinn. Zum Auftakt wurde honiggebeizter Lachs mit Senf-Dill-Soße serviert.

Zwischen den Gängen präsentierte Florian Gruber in bekömmlichen Häppchen Lektionen der regionalen Bienenkunde. Der 36-Jährige vermittelte anschaulich, wie der Honig ins Glas kommt – und was ein Bienenvolk dafür leistet. Als Bienensachverständiger erhält Florian Gruber viele Einblicke in die regionale Imkerei. Er ist sich gewiss: "Unseren Honigbienen geht es gut. Dazu trägt die gute Zusammenarbeit mit Landwirten, Jägern und Grundstückseigentümern bei." Die Landwirtschaft nehme viel Rücksicht auf die Belange der Imker und der einheimischen Honigbiene. Die massive Gefährdung der Wildbiene durch den Einsatz von Pestiziden war an diesem Abend nicht das Thema. Bei diesem Abend in der "Linde" ging es keinesfalls um ein Honigessen gegen das Insektensterben, sondern um Überzeugungsarbeit für die Imkerei. Ihr gilt Florian Grubers große Leidenschaft und deshalb, so sagt er, ist er gerne deren Botschafter.

Der 36-jährige technische Betriebswirt lebt seit sechs Jahren in Karlsbad-Langensteinbach und hat nach wie vor 25 Wirtschaftsvölker in seiner Peterzeller Heimat stehen. Hier war das Klima bis vor 20 Jahren eher ungeeignet für die Imkerei, so sagt Gruber, doch die Klimaerwärmung begünstige diese mittlerweile: Die Winter sind milder, das Pollen- und Nahrungsangebot für die Bienen habe sich verbessert. Bei der Arbeit an den Bienenstöcken geben die Bienen selbst den Takt vor. Seine Imkerkollegen, so Gruber, hätten ihn früh gelehrt: "Kerle, schaff mit der Natur und nicht gegen sie." Die Angst vor Stichen hat er längst verloren, auf Schutzkleidung verzichtet er mittlerweile ganz: "Bienen sind relativ harmlos, wenn man weiß, wie man mit ihnen umgehen muss."

Bevor es zum nächsten Info-Block ging – "Kleine Wesen, große Leistung" – servierte Dieter Schäfer Pasta mit glasierten Kalbsbriesröschen. Schäfer, der früher Küchenchef bei Arburg war und seit zwölf Jahren die "Linde" bewirtschaftet, hat ein Faible für Handgemachtes und hatte daher die Pasta am Nachmittag frisch zubereitet.

Sinnbild für den Schwarzwald

Gut 200 Gramm Honig, so verrät er, flossen in die Gemüse-Sahne-Soße. Kaum vertilgt, erfuhr man von Imker Gruber weiter: Die Biene ist nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier. 80 Prozent aller Lebensmittel, die täglich auf den Tisch kommen, sind abhängig von der Bestäubung. Gruber: "Die Bestäubungsleistung ist eigentlich das große Geschenk der Bienen an uns, der Honig nur das Beiwerk." Dabei handle es sich eigentlich um eine reine "Frauensache": Ein Volk besteht in der Regel aus 55 000 Arbeiterinnen, 5000 Drohnen und der einen Königin, die Tag für Tag an die 2000 Eier legt.

Der Hauptgang war in großen Töpfen als Büfett angerichtet: Zweierlei Schmorkraut, Gemüse, Schwenkkartoffeln, Kalbsmagen und Maishähnchen.

Für Florian Gruber ist der Tannenhonig genauso ein Sinnbild für den Schwarzwald wie Speck und Bollenhut. Damit der weiter unaufhörlich in die Gläser fließe und sich die Heimat richtig schmecken lasse, könne jeder etwas tun: "Den Rasenroboter bei eBay verkaufen und die Gärten für die Bienen blühen lassen."

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