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Alpirsbach Jugendliche bauen Bikepark um

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Mit dem Ergebnis ist das Team zufrieden. Foto: John

Alpirsbach-Ehlenbogen - Mit dem Fahrrad über Rampen springen, Abhänge hinuntersausen und halsbrecherische Stunts zwischen Erdhügeln und Steinen hinlegen – das könnte in Alpirsbach bald die neueste Freizeitbeschäftigung werden. Zu verdanken ist das dem Engagement von acht Jugendlichen, die den Mountainbike-Parkour in Ehlenbogen neu gestalten.

Den acht köpfigen Freundeskreis, bestehend aus Felix Kunz, Stefan Krug, Jannis Angster, Jonas Kaltenbach, Moritz Klemm, Padrick Spinner, Alekesej Faust und Kevin Shadschneider verbindet eine Leidenschaft: Das Mountainbiking. Da sind sie auch ganz gut ausgestattet. "Für die speziellen Räder und die Ausrüstung haben die Jungs einiges investiert", erklärt der Alpirsbacher Jugendreferent Mathias John. Das einzige, was noch fehlte, um dem Hobby nachgehen zu können, waren die passenden Strecken.

"Bisher haben sie schon versucht, den ein oder anderen Waldweg selbst zu gestalten, aber da drohen schnell Verbote", meint John. Auf nicht offiziellen Strecken mit dem Mountainbike zu fahren, sei verboten und die Förster seien diesbezüglich streng.

Park ist Überbleibsel von Schulprojekt

Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Jugendlichen auf den alten Park bei Ehlenbogen aufmerksam wurden. "Der Alte Mountainbike-Park wurde 2005 im Rahmen eines Projekts der Sulzbergschule aufgebaut", erinnert sich der Jugendreferent. Drei oder vier Jahre sei er gut besucht gewesen, dann habe das allgemeine Interesse daran jedoch nachgelassen. "Niemand war mehr bereit, etwas dafür zu tun. Dann wurde die Fläche zeitweise an einen Imker vermietet, der dort seine Bienenstöcke aufstellte", sagt John. Für Insekten habe sich der Standort aber ebenfalls als nicht ideal erwiesen und der Imker habe das Grundstück an die Stadt zurück gegeben. Ein Stückchen Erde ohne Zweck also.

"Aber dann kamen die Jungs." Die Gruppe habe sich an John und an Bürgermeister Michael Pfaff gewandt, weil sie die Idee hatte, den ehemaligen Bike-Park zu reanimieren. Die waren sofort begeistert, doch das Verfahren, in dessen Rahmen auch die Naturschutzbehörde involviert war, zog sich über ganze sechs Monate.

"Ich bin wirklich beeindruckt, dass die Jungs trotzdem nicht den Biss verloren haben und sich so eifrig auf ihr Projekt eingeschworen haben", sagt John mit Anerkennung. "Andere hätten schon längst aufgegeben."

Im Herbst war es dann soweit. Die Genehmigung war da und die Jugendlichen konnten endlich Rasenmäher und Schaufel in die Hand nehmen und loslegen. Es habe viel gemäht und freigeschnitten werden müssen, erinnert sich der Jugendleiter. So langsam nehme das Projekt aber Gestalt an. Aus dem ehemaligen Rundkurs entstehe jetzt nach und nach ein Platz mit mehreren Fahrspuren. Die erste Strecke von insgesamt fünf geplanten sei fast fertig. Es müsse nur noch eine Betonröhre mit Reifen gesichert werden, durch die die Radfahrer dann hindurchsausen können. Wenn der Parcours fertig ist, sollen die aus Holz, Stein und Erde bestehenden Elemente nach Bedarf immer wieder einmal umgestaltet werden können.

Das Material werde großteils gespendet. "Die Erde bekommt man normalerweise problemlos von Baustellen, wo sie ohnehin ausgehoben wird. In diesem Fall kommt die Erde aber von jemandem. der sie privat gespendet hat, weil er noch einen Erdhaufen hinter dem Haus hatte", erklärt John. Der städtische Bauhof habe den Aushub mit dem LKW herangeschafft. Zwei Helfer haben die Jungs beim Verteilen unterstützt. "Wenngleich man ein solches Projekt nicht ohne Helfer umgesetzt bekommt, sind es doch die Jungs, die schuften und anpacken." Und die hätten während des Corona-Lockdowns richtig viel Zeit gehabt. "Nun verlangt ihnen die Schule wieder mehr ab, aber in den Sommerferien wollen sie wieder richtig loslegen. Vermutlich werden dann noch zwei weitere Strecken fertig." Ebenfalls gut möglich sei, dass der Park noch in diesem Jahr fertig werde. Bis dahin sollen noch viele Steine, Holzstege und Rampen hinzukommen, die für den ultimativen Mountainbike-Spaß sorgen sollen.

Alle sollen etwas davon haben

Von diesem Projekt sollen unterdessen nicht nur die acht Erbauer etwas haben, sondern alle Fahrrad-Fans aus der Umgebung. Deswegen wollen die jungen Initiatoren nicht nur Strecken für die Profis bauen, sondern auch etwas einfachere für die Jüngeren und für Einsteiger.

"Vielleicht gründen die Jungs einmal einen Verein", meint John. "Sie sprechen schon darüber." Das hätte zum Beispiel den Vorteil, dass Budgets über den Verein verwaltet werden und auch Fördergelder beantragt werden könnten. Diese Idee sei jedoch noch Zukunftsmusik.

Aktuell beschäftigt sich die Gruppe erst einmal damit, ob möglicherweise auch angrenzende Waldstücke in die Streckenplanung einbezogen werden können. "Ich werde diesbezüglich mit dem Förster reden", erklärt der Jugend-Referent. So ließe sich der Parcours noch attraktiver gestalten. Es gebe jedoch auch Tücken: "Je attraktiver der Park wird, umso mehr Biker werden angezogen. Wenn diese sich nicht an die Regeln halten, gibt es noch mehr Räder, die durch den Wald rasen", sorgt sich John. Das seien sicher auch die Bedenken von Förster und Stadt. Hier, so der Jugendreferent, sei eine gute Planung wichtig. "Wenn wir die Strecken klar abgrenzen und die Radfahrer darauf hinweisen, dass sie unbedingt auf diesen bleiben müssen, hält der neue Park die Biker vermutlich eher vom Wald fern." Diese freuen sich sicher, ihrem Hobby bei Alpirsbach endlich legal nachgehen zu können.

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