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Alpirsbach "Ich hab’ mir gesagt, da helfen wir gerne"

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Simon Bantle sowie die beiden Klosterbräu-Auszubildenden Jasper Ukert und Lennard Vögele helfen im Hopfengarten von Hans Zeiner (von links). Fotos: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Alpirsbach/Spalt. Die Arbeit im Hopfengarten ist ein Job in luftiger Höhe. Sieben Meter über dem Erdboden müssen die Drähte verschnürt werden, an denen sich die Hopfenpflanze in den nächsten vier, fünf Monaten emporranken kann. Sieben Meter – das ist kein Pappenstiel. Schwindelfrei sollte man schon sein.

Dabei sind Lennard Vögele und Jasper Ukert keine Hopfenbauern, sie haben keinerlei Erfahrung mit dem Geschäft, auch die Gegend um Spalt, der "Hopfenstadt" im Fränkischen Seeland, war ihnen bisher eher fremd. Die beiden jungen Leute sind Auszubildende bei der Klosterbrauerei Alpirsbach. Zum Job im Hopfengarten sind sie durch die Corona-Krise gekommen – weil die Saisonarbeiter aus Rumänien bislang ausgeblieben sind.

"Mein Chef hat mich gefragt, ob ich bei der Arbeit im Hopfengarten in Franken aushelfen möchte", berichtet Lennard Vögele, Azubi im zweiten Lehrjahr. "Ich hab’ mir gesagt, da helfen wir gerne", meint der 18-Jährige aus Sulz am Neckar. Schließlich lernt er Brauer und Melzer, da tut etwas Praxis in Sachen Hopfen durchaus gut.

Mit von der Partie sind Jasper Ukert, ebenfalls Azubi in Alpirsbach, sowie Simon Bantle, 23 Jahre alt und Koch im Gasthof Hirschen in Sulzbach im Markgräflerland – wegen der Corona-Krise aber derzeit in Kurzarbeit.

Die Klosterbrauerei bezieht einen Teil ihres Hopfens aus dem Hopfengarten von Hans Zeiner in Mittelfranken. "Das ist eine Supersache, dass die jungen Leute aushelfen", so der 71-jährige Zeiner im gemütlichen fränkischen Dialekt. "Eine solche Unterstützung ist weiß Gott keine Selbstverständlichkeit."

"Ganz schön anstrengend ist es schon", meint Vögele zur Arbeit auf dem Hopfenfeld. Die Sonne brennt in diesen Tagen, praktisch über Nacht ist der Frühling ausgebrochen – und das mit beinahe sommerlichen Temperaturen. Ein Traktor stemmt die drei jungen Leute auf einer Plattform in die Höhe. "Wir müssen die Drähte an das Gerüst binden."

Doch der Job hoch über dem Erdboden ist noch das Einfachste. Anstrengender ist die Arbeit am Erdboden. "Der Draht muss bei der Hopfenwurzel mit dem Drahtstecher tief in den Erdboden gedrückt werden", fachsimpelt der Lehrling. "Damit die Hopfenpflanze, wenn sie wächst, sich an dem Draht hochhangeln kann." Da die Drähte bei der Ernte im August mit abgerissen werden, muss das mühsame Geschäft jedes Jahr wiederholt werden.

Ganz nebenbei eine Menge dazugelernt

Die Arbeit beginnt um acht Uhr morgens und dauert bis fünf Uhr am Nachmittag, zwischendurch eine Stunde Mittagspause. Eine Woche lang machen die jungen Leute den Job, in Vertretung der Rumänen sozusagen. Immerhin, Vögele gefällt die Arbeit so gut, dass er auch bei der Ernte im August mit anpacken will. Ganz nebenbei habe er eine ganze Menge dazugelernt über den Hopfen, "wie er wächst, welche Sorten es gibt". Sogar einen Bericht über das Gelernte müsse er für die Brauerei schreiben.

Auch Simon Bantle, der Koch in Kurzarbeit, hat an der Arbeit und der Anstrengung Gefallen gefunden. "Am Ende des Tages weiß man, dass man etwas geschafft hat", meint er. "Das ist ein gutes Gefühl."

Ohne die Unterstützung aus Alpirsbach hätte Zeiner, der Hopfenpflanzer, nicht gewusst, wie er zurechtkommt. "Die Brauerei hat gesagt, wir müssten die jungen Leute nicht bezahlen." Aber das gehe natürlich nicht. "Sie haben ihr Geld verdienst, wenigstens eine Anerkennung." Allerdings denkt der 71-Jährige schon weiter. Ende April, Anfang Mai stehe sozusagen die zweite Etappe der Arbeit an. "Dann muss der Hopfen auf den Draht gedreht werden." Das sei eine Arbeit für Erfahrene. Etwa 150 Triebe schießen dann aus einer Wurzel. "Jeweils drei Triebe müssen dann um einen Draht gedreht werden." Und wenn dann wieder keine Helfer aus Rumänien kommen? "Wir müssen sehen, dass wir irgendwoher Leute herkriegen."

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